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LICHTENFELS

Lübcke-Mörder soll Lichtenfelser sein

Trauerfeier für getöteten Kasseler Regierungspräsidenten
Eine weiße Rose liegt bei einem Trauergottesdienst auf dem Sarg mit einer hessischen Flagge für den verstorbenen Kasseler Regierungspräsidenten Walter Lübcke (CDU). Des Mordes verdächtigt wird ein aus Lichtenfels stammender Mann. Foto: Swen Pförtner

Laut Recherchen des Bayerischen Rundfunks stammt der Verdächtige im Mordfall Walter Lübcke aus Lichtenfels. Weiter meldet der BR, dass die Bundesanwaltschaft wegen eines möglichen rechtsextremen Hintergrunds der Tat die Ermittlungen übernommen hat.

So habe der mutmaßliche Mörder des Kasseler Regierungspräsidenten nach BR-Informationen viele Jahre im oberfränkischen Lichtenfels gelebt. Der Umzug nach Kassel soll erst vor kurzem erfolgt sein. Ob er auch in Lichtenfels geboren wurde, sei noch unklar.

Ermittler gehen von einem rechtsextremen Hintergrund aus

Unterdessen habe die Bundesanwaltschaft die Ermittlungen übernommen, so der öffentlich-rechtliche Sender weiter. Dabei gingen die Ermittler nach eigener Aussage von einem rechtsextremen Hintergrund aus, bislang gebe es aber keine Anhaltspunkte dafür, dass der Verdächtige in eine rechtsterroristische Vereinigung eingebunden sei.

Nach Informationen des Bayerischen Rundfunks steht der offenbar mehrfach vorbestrafte Stephan E. der Neonazi-Gruppierung Combat 18 nahe. Der Verfassungsschutz soll den 45-Jährigen den hessischen NPD-Strukturen zugerechnet haben.

„Zeit Online“ berichtet, dass der Tatverdächtige 1993 einen Anschlag auf ein Asylbewerberheim im hessischen Hohenstein-Steckenroth verübt habe. Damals war ein brennendes Auto an der Unterkunft im Rheingau-Taunus-Kreis gerade noch rechtzeitig gelöscht worden, bevor der selbst gebastelte Sprengsatz auf der Rückbank detonieren konnte.

Bereits zu einer Haftstrafe verurteilt

Bei dem damals festgenommenen 20-Jährigen habe es sich um den Mann gehandelt, der nun unter Mordverdacht stehe. Er sei damals zu einer Haftstrafe verurteilt worden. Eine Bestätigung der Ermittler war dafür zunächst nicht zu bekommen, so der Bayerische Rundfunk weiter.

Unklar sei weiterhin das genaue Motiv für die Tat. Der erschossene Regierungspräsident Walter Lübcke war jedoch in der Vergangenheit wegen seiner toleranten Haltung zu Flüchtlingen bedroht worden.

Spezialeinheiten hatten den mutmaßlichen Täter am frühen Samstagmorgen in Kassel gefasst, er sitzt seit Sonntag unter Mordverdacht in Untersuchungshaft. Die Festnahme des Verdächtigen geht nach Angaben der hessischen Ermittler auf eine DNA-Spur zurück, die zu einem Treffer in einer Datenbank führte. (red)

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