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LICHTENFELS

Sanierung Gretchenbrunnen: Ist sie gelungen oder nicht?

Sanierung Gretchenbrunnen: Ist sie gelungen oder nicht?
Beliebtes Wanderziel: der Gretchenbrunnen. Foto: red

Es gibt viele wunderschöne Wanderziele im Landkreis Lichtenfels. Eines davon ist der Gretchenbrunnen, den der Wanderer erreicht, wenn er von der Herzog-Otto-Schule beziehungsweise Friedenslinde an der Saulache vorbei mehr oder weniger Richtung Degendorf läuft. Eben jene Quelle inmitten idyllischer Natur zählt zu einem der Lieblingsplätze eines Lichtenfelser OT-Lesers. Allein, die jüngst erfolgte Sanierung stößt ihm sauer auf.

„Kürzlich bin ich am Gretchenbrunnen gelaufen und habe mich sehr gefreut, dass an dem schönen Brunnen mal was restauriert wurde“, sagt er am OT-Lesertelefon. „Ich frage mich allerdings ob es sehr viel teurer gewesen wäre, dies in eine handwerklichen sauberen Art und Weise zu machen. So sieht?s nicht gut aus.“

Der Stein des Anstoßes: „Die Fugen wurden einfach mit Flüssigbeton oder dergleichen zugeschmiert und der Schriftzug Gretchenbrunnen dilettantisch ergänzt. Das sieht einfach nur hässlich aus.“ Doch der Lichtenfelser sieht auch Positives: „Der Brunnen war in einem schlimmen Zustand. Ich freue mich, dass das Becken gefasst wurde und wieder Wasser aus dem Rohr kommt.“

Städtischer Bauhof hat die Verrohrung entfernt

Diese Redaktion fragte bei der Kreisstadt nach. „Der Gretchenbrunnen befindet sich nicht im Eigentum der Stadt Lichtenfels und wird von der Stadt auch nicht gepflegt“, antwortet Sebastian Müller, der Leiter des Amtes für Bürgerservice, Organisation und strategische Entwicklung. Aber: „Da zu früheren Zeiten der Ablauf des Brunnens durch die Stadt Lichtenfels verrohrt wurde, wahrscheinlich, um den Wanderweg begehbar zu machen, und diese Verrohrung mittlerweile aus Umweltschutzgründen nicht mehr zeitgemäß ist, wurde von uns in Absprache mit dem staatlichen Forstamt die Verrohrung entfernt und durch eine Kiesaufschüttung ersetzt.“

Um dem Feuersalamander eine Heimat zu geben

„Uns haben Experten geraten, das Becken biotopähnlich zu gestalten, weil die Larven des Feuersalamanders das Quellwasser brauchen“, erklärt Forstbetriebsleiter Peter Hagemann von den Bayerischen Staatsforsten, Forstbetrieb Rothenkirchen. Und so habe man das Becken entsprechend gestaltet.

Im Landkreis Lichtenfels befänden sich im Staatswald mehrere historisch gefasste Quellen, die früher der Trinkwassergewinnung dienten, so Hagemann. „Die Bayerischen Staatsforsten sehr daran interessiert, zum einen diese wertvollen Kulturgüter zu erhalten und zum anderen die Quellbereiche möglichst naturnah zu gestalten, da hiervon eine ganze Reihe besonders angepasster Tier- und Pflanzenarten profitieren.“ Aber: „Um diesen Spagat zwischen Kulturguterhaltung und Artenschutz zu meistern, sind wir auf die Unterstützung von einzelnen Vereinen und Freundeskreisen angewiesen, die sich ehrenamtlich teilweise schon seit Jahrzehnten um den Erhalt der Fassungen und Brunnen kümmern.“

Dank an die ehrenamtlichen Helfer

Im Fall des Gretchenbrunnens ist das der Bayern-Fanclub Leuchsental, der sich laut Hagemann zusammen mit der Stadt Lichtenfels vorbildlich um den Erhalt kümmere. „Der Riss in der Sandsteinmauer wurde bereits vor einiger Zeit durch den Fanclub in ehrenamtlichem Einsatz geschlossen, um schlimmeren Schäden vorzubeugen. Dafür - und für die Pflege weiterer Brunnen - sind wir den Mitgliedern sehr dankbar.“

Von MArkus Drossel

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