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LICHTENFELS / KLOSTER BANZ

Zum 70. Geburtstag erklingen die Hörner

Ein eindrucksvolles Bild: die rund 130 Jagdhornbläserinnen und –bläser, die dem Jubiläum der BJV-Bläsergruppe Lichtenfels einen klangvollen Rahmen verliehen. Foto: Dieter Radziej

Auf Kloster Banz war am Sonntag weithin der Klang der Jagdhörner zu vernehmen. Die Bläsergruppe des Jagdschutz- und Jägervereins von Lichtenfels feierten ihr 70-jähriges Bestehen. Zahlreiche Bläsergruppen gratulierten mit ansprechenden Melodien.

Ein Gottesdienst, den Pfarrer Werner Alt zelebrierte, eröffnete das festliche Programm auf Kloster Banz. Die Parforcehornbläser aus Nieuwenhagen aus den Niederlanden ließen es sich nicht nehmen, diesen ansprechend auszugestalten. Viele nutzten anschließend die Gelegenheit und verweilten in der einmaligen Atmosphäre auf Kloster Banz bei einem Frühschoppen, oder sie ließen sich vom Team der Kutscherstuben den Mittagstisch servieren.

Weiter gab es Jagdhundevorführungen, wobei die treuen Vierbeiner der Waidkameradinnen und Waidkameraden freudig und voller Passion ihre Aufgaben bewältigten. Ein Falkner war vor Ort, das Wildlandmobil bot eine Fülle von Informationen rund um die Natur an und es gab interessante Exponate zu sehen.

„Echo aus dem grünen Wald“

Am Nachmittag formierten sich dann die Bläserinnen und Bläser auf der großen Treppe des Klosterhofes und boten ein beeindruckendes Bild. Eröffnet wurde das Programm mit dem „Echo aus dem grünen Wald“, das die BJV-Bläsergruppe von Lichtenfels unter der Leitung von Hornmeister Andreas Winkler einprägsam erklingen ließ.

In einem abwechslungsreichen Melodienreigen gab es danach unter anderem den „Schweinfurter Bläsergruß“, den „Oppoldinger Treibermarsch“ und den „Hubertusmarsch“ zu hören. Viele Besucher, die diesen Darbietungen lauschten, spendierten nach allen Jagdhornmelodien stets einen dankbaren Applaus.

Die Parforce- und Fürst-Pless-Jagdhörner erfüllten die Klosteranlage mit ihren Klängen. Foto: Dieter Radziej

Nach dem ersten Programmteil nutzte der Vorsitzende des Jagdschutz- und Jägervereins von Lichtenfels, Michael Ament, die Gelegenheit und empfing die gesamte Bläserschaft mit einem herzlichen „Grüß Gott“. Er erinnerte einleitend daran, dass sich im Jahre 1949 um dem Förster Erich Gebauer eine kleine Gruppe im BJV-Verein von Lichtenfels zusammen fand, um das Jagdhornblasen zu pflegen.

Auch Tiefen überwunden

Es galt in den vergangenen Jahrzehnten auch Tiefen zu überwinden. Einmal stand die Gruppe sogar kurz vor der Auflösung. Zum 70. Geburtstag ist das Ensemble um Hornmeister Andreas Winkler mit 16 Parforcehornbläsern gut aufgestellt. BJV-Vorsitzender Michael Ament erklärte: „Was wäre unsere Jagd, ohne den Klang aus euren Hörnern? Stumm und armselig.“ Gerade bei einem besonderen Anlass wie dem Jubiläum einer Bläsergruppe dürfe deshalb allen Jagdhornbläserinnen und Jagdhornbläsern bestätigt werden, dass sie gleichsam das jagdliche Brauchtum und die Tradition leben. Dafür bedankte sich BJV-Vorsitzender Michael Ament bei seiner Gruppe und allen Gastbläsern die aus Effeltrich, Schweinfurt-Stadt, Hofheim/Haßberge, Ebern, Bad Staffelstein, Bayreuth, Bamberg, Nieuwenhagen sowie Kemnath gekommen waren.

Im Rahmen der Festveranstaltung wurden verdiente Jagdhornbläser des Bayerischen Jagdschutz- und Jägervereins von Lichtenfels geehrt. BJV-Kreisvorsitzender Ament und Hornmeister Winkler hielten dabei die Laudatio. In einem wohlklingenden Wechselspiel erfreute die Parforce- und Fürst-Pless-Jagdhornbläserinnen und –bläser auch mit einem zweiten Programmteil ihre Zuhörer. Zu hören gab es den Oberjägermarsch, Hirschmarsch, Steigerwälder Jägermarsch und Kärntner Jagdschützenmarsch. Schließlich intonierte die BJV-Bläsergruppe von Lichtenfels das markante „Jagd vorbei“.

Auf den Brunnen gestiegen

Dann stieg Dietmar Kohl aus Effeltrich auf den Brunnen im Hof und dirigierte von dieser hohen Warte aus: „Auf, auf zum fröhlichen jagen“ und das „Wanderliedchen“ mit einem Massenchor.

Auszeichnungen des Bayerischen Jagdverbandes erhieltendie Margarete Wasikowski, Herrmann Angermüller und Sebastian Wasikowski (Bildmitte, v. li.), übergeben durch Hornmeister Andreas Winkler (li.) und BJV-Kreisvorsitzenden Michael Ament (re.). Foto: Dieter Radziej

Ein abschließender Dank des BJV-Kreisvorsitzenden Michael Ament galt der Hanns-Seidel-Stiftung, dem Kutscherstuben-Team, Pfarrer Alt, der Firma Wasikowski und allen freiwilligen Helferinnen und Helfern, die an den Vorbereitungen, der Ausgestaltung und dem Programmverlauf mitgewirkt hatten.

Ehrungen

Ehrungen verdienter Mitglieder standen bei der Festveranstaltung an: Hermann Angermüller engagiert sich seit dem Jahr 1965. Margarete Wasikowski war Bläserin von 1950 bis 2014. Beide erhielten die BJV-Ehrennadel mit Eichenkranz in Silber.

Sebastian Wasikowski wirkte nicht nur als aktiver Bläser von 1949 bis 2014, sondern auch 40 Jahre, von 1970 bis 2010, als Hornmeister. „Er war gleichsam die Seele und das Rückgrat der Bläsergruppe von Lichtenfels über Jahrzehnte hinweg“, erklärten Ament und Winkler. Zugleich sei Sebastian Wasikowski auch Gründungsmitglied der Bläsergruppe.

Er erhielt deshalb für seine Verdienste und als herausragende Auszeichnung den „Hubertustaler“ des Landesjagdverbandes Bayern.

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