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Lichtenfels: Brummi quält sich durch das Bamberger Tor

Das war wirklich MillimeterArbeit: Stück für Stück und ganz langsam fährt ein schwer beladener Laster durch das Untere Tor in Lichtenfels Foto: Markus Drossel

Im Schneckentempo geht es voran: Am Dienstag kurz nach 13 Uhr gibt es am Unteren Tor ein besonderes Spektakel zu sehen. Ein voll beladener 40-Tonner quält sich durch das enge Untere Tor in Richtung Fußgängerzone. „Ob der wohl stecken bleibt?“, fragt sich so mancher Zuschauer. Erinnerungen an so manchen Lasterunfall an der Bahnunterführung in der Coburger Straße werden wach.

Gleich mehrere Einweiser lotsen den Lasterfahrer, der die Nerven behalten muss. Die Lotsen kontrollieren, dass der Koloss nicht an einer der wichtigsten Sehenswürdigkeiten der Kreisstadt hängen bleibt. Ein Zentimeter in die falsche Richtung, und das Bamberger Tor könnte schweren Schaden nehmen. Und das wäre fatal, stammt es doch im Kern noch aus dem 14. Jahrhundert, das Obergeschoss und das Dach wurden 1618 aufgesetzt.

Für das dreitägige Großereignis auf dem Lichtenfelser Marktplatz

Auch Steffen Hofmann, Leiter des Sachgebiets Wirtschaft, Tourismus und Stadtmarketing bei der Stadt Lichtenfels, gehört zu den Beobachtern. Und er legt selbst mit Hand an, räumt schnell die Angebotsschilder der dortigen Metzgerei zur Seite und zeigt an, wie viel Platz noch ist. Und er erklärt, warum der Schwerlaster unbedingt in Richtung Marktplatz muss: Die Spedition im mittelfränkischen Landkreis Erlangen-Höchstadt bringt Hütten für die dritte Auflage des Lichtenfelser Weinfests, das vom 13. bis 16. Juni im Herzen der Altstadt stattfindet. Bei freiem Eintritt gibt es dann auch Live-Musikfests zu genießen.

Doch warum haben die Planer nicht den Weg über die Kronacher Straße und damit entlang des Oberen Tors (hier gibt es keine Tordurchfahrt, der Verkehr führt daneben entlang) und von dort auf den Marktplatz gewählt? „Ganz einfach: Weil im Bereich zwischen Oberem Tor und Rathaus die Straße gemacht wird und dort schon Teile herausgefräst sind“, begründet Hofmann. Und so müssen eben die 3,80 Meter Durchfahrtshöhe am Unteren Tor genügen. Mit etwas Absenken der Hydraulik ging das dann auch.

Von Markus Drossel

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