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LICHTENFELS

Die Woche vor 25 Jahren im Obermain-Tagblatt: Lichtenfels in der Hand der „Zielsicheren“

Über 1000 Schützen aus dem ganzen Freistaat versammeln sich zum Festgottesdienst beim 44. Bayerischen Schützentag vor der Lichtenfelser Stadtpfarrkirche. Foto: Repro: ski

Die Woche vor 25 Jahren im Obermain-Tagblatt

Der 4. Juni 1994 ist ein Samstag, ein „langer Samstag“: Die Aktionsgemeinschaft „Treffpunkt Lichtenfels“ lockt mit Sport-, Tanz- und Musikvorführungen als Rahmenprogramm und ruft zur Aktion „Pflastermalerei“ auf: „Der Treffpunkt möchte Farbe in die Stadt bringen. Lassen Sie Ihrer Phantasie freien Lauf. Alle, die gerne malen, sind herzlich eingeladen, sich an dieser Aktion zu beteiligen“, wird per Anzeige geworben. Volltreffer: Junge und jung gebliebene Maler kauern ab dem Vormittag an allen Ecken der Innenstadt und zaubern mit den bereitgestellten Kreidestiften kunterbunte Kunstwerke auf die Asphalt- und Pflasterflächen: Von Clowngesichtern über Tiere und Mosaike bis hin zur Weltkugel reicht die Palette an Motiven, aus denen am Ende – durch eine Jury – die fünf schönsten gekürt und mit einem Preisgeld belohnt werden.

Am 4. Juni 1994 feiert auch der Lichtenfelser Lions Club etwas, was die Stadt sichtbar prägen wird: Anlässlich seines 20-jährigen Bestehens stiftet der Club nämlich die bronzene „Dümpfelschöpfer“-Figur, die an die gleichnamige Legende erinnern und als Brunnenanlage am Oberen Tor installiert werden soll. Die dazugehörige Bronzetafel mit Inschrift weist aus: „Gewidmet der Stadt Lichtenfels und ihren Partnerstädten zur Förderung internationaler Gesinnung und Toleranz – auch auf dem Gebiet der Kunst – und des Völkerverständigungsgedankens. Ein 1:10-Modell der Figur, die vom Lichtenfelser Künstler Hubert Weber geformt wurde und im Echtmaßstab erst noch gegossen werden muss, wird im Rahmen eines Festakts auf Kloster Banz an den Lichtenfelser Bürgermeister übergeben.

Neues Rotkreuz-Fahrzeug

Dem BRK Michelau wird im Rahmen seines Sommerfests mit Schauübung das neue SEG-Fahrzeug (Schnelle Einsatzgruppe) übergeben. Bei ihrem Hallenfest stellt die FFW Burgkunstadt ihr neues Löschfahrzeug 16/12 vor.

Die katholische Kirchenstiftung Marktzeuln feiert am 10. Juni 1994 Richtfest mit Grundsteinlegung am neuen Sankt-Michaels-Kindergarten nahe des Musikerheims.

Die Bushaltestelle in Altendorf hat jetzt ein – durch die Stadt Weismain errichtetes – Buswartehäuschen in windgeschützter, holzverkleideter Optik. An der Seitenwand prangt die amtliche Bekanntmachungstafel der Stadt.

Bringt Farbe in die Stadt: Anlässlich des langen Samstags in der Korbstadt initiiert die Aktionsgemeinschaft „Treffpunkt” das „Pflastermalen”. Und zahlreiche junge Künstler beteiligen sich. Foto: Repro: ski

Wenn auffallend viele Stiefel – respektive Cowboystiefelabsätze – über den Boden der Adam-Riese-Halle in Staffelstein klappern, kündet schon alleine dies von Countryklängen. Wie das bei 1500 Stiefelpaaren von weit angereisten Fans der „Bellamy Brothers“ klappert, sei bemerkenswert, berichtet der OT-Reporter vom letzten Deutschland-Konzert der 1994er-Konzerttournee der Bandlegende. Howard (48) und David (43) Bellamy reißen – nach dem bereits hervorragenden, heimischen Stimmungsanheizer „Rapid Transit“ – die letzten Cowgirls und -boys von den Sitzen und überzeugen mit Professionalität, Leidenschaft und Bandbreite: Von Rock über Folk und Country bis Pop mischt sich ihre Songauswahl aus Evergreens („When your love grows“, „Neon cowboy“, „Beautiful body“ und und und) und Stücken des neuen Albums „Nobody's perfect“ (unter der Regie von Ralph Siegel).

Anlässlich ihrer 40-Jahr-Feier ernennt die Kelbachtaler Blaskapelle in Prächting drei Gründungs- zu Ehrenmitgliedern: Erwin Fuß, Andreas Nüßlein und Willi Schneider. Bei der FFW Nedensdorf beerbt Klaus Schittenhelm den scheidenden ersten Kommandanten Erich Schittenhelm.

Vom 10. bis 12. Juni wird in Lichtenfels der 44. „Bayerische Schützentag“ begangen. Neben den lukullischen Festlichkeiten am Anger, einem Festkonzert in der Basilika Vierzehnheiligen, einem Rathausempfang, einem riesigen Festzug und einem Freiluft-Festgottesdienst vor der katholischen Stadtpfarrkirche steht die Generalversammlung für die knapp 4700 Schützenvereine im Freistaat im Mittelpunkt, bei dem Landesschützenmeister sich über den Zuwachs an weiblichen Schützen freut und mahnt Bescheidenheit bei Bauvorhaben an. Derzeit stauen sich Fördermittelanträge in Höhe von 25 Millionen Mark auf.

Restaurierte Kreuzwegstationen

Die 14 Kreuzwegstationen (Ölbilder aus dem 18. Jahrhundert) der Wallfahrtskirche „Sankt“ Veit bei Dittersbrunn werden frisch restauriert wieder aufgehängt. Dies war der letzte Akt der mehrjährigen Innen- und Außenrenovierung des Gotteshauses, das für seinen umgebenden Ring aus Linden berühmt ist.

Von Gabi Kriese

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