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KLOSTERLANGHEIM

Auf den Spuren der alten Klosteranlage

Ein zwölf Quadratmeter großes Modell der ursprünglichen Klosteranlage imponierte den Besuchern des Heimatmuseums Klosterlangheim. Foto: Corinna Tübel

Das Heimatmuseum Klosterlangheim zog am Internationalen Museumstag interessierte Besucher an. Besondere Aufmerksamkeit genossen eine historische Grabplatte und ein Modell der alten Klosteranlage.

Wenn man das kleine Heimatmuseum in Klosterlangheim betritt, werden Erwachsene wieder zu Kindern: Im Untergeschoss lebt das historische Klosterlangheim von 1802 in einem zwölf Quadratmeter großen Modell der gesamten Klosteranlage wieder auf – von den Nachbildungen der einzelnen Gebäude, über ihre Verbindungswege bis hin zu schweren Hoftoren ist alles dabei. Selbst Besucher, die nicht aus der Region stammen, erkennen die einstige und heutige Durchgangsstraße sowie die, von Roth kommend, linksseitig erhaltenen Gebäude wieder.

Brand, Säkularisation und Verkauf der Abtei

Auf der gegenüberliegenden Seite des Modells lernt man Bauten kennen, die bis auf einen kleinen Teil heute verschwunden sind. Ein gemauertes Reststück der Abtei, die 1690 bis 1700 von Leonard Dientzenhofer errichtet, aber nach der Säkularisation fast vollständig abgetragen worden war, stellt beispielsweise das Heimatmuseum selbst dar. Der barocke Abtei-Südflügel war einstmals ein imposanter Bau mit 20 Fensterachsen, drei Geschossen und einem mächtigen Walmdach. Auch an dem heute viel kleineren Gebäude zeugen mehrere Details von seiner einstigen Größe und Bedeutung: die mächtigen Sandsteinquader des Mauerwerks, die extrem tiefen Fenstergewände und die profilierten Fensterrahmen. Betreut wird das Museum Klosterlangheim vom Verein der Heimatfreunde Klosterlangheim.

Peter Deuerling führte am Sonntag immer wieder Besucher durch das Museum und informierte fachkundig über die Geschichte der Abtei, unter anderem über den Brand in der Nacht vom 6. zum 7. Mai 1802, der große Teile der Anlage zerstört hatte. Die Zisterzienser-Mönche waren anschließend schon mit dem Wiederaufbau beschäftigt, als das Kloster im Rahmen der Säkularisation wenig später aufgelöst und das Anwesen nach und nach verkauft wurde.

„Es steht ja nicht mehr viel in Klosterlangheim. Indem man sieht, wie unsere Heimat früher war, kann man die Geschichte bewahren“, fasst der ältere Mann zusammen, der selbst den Wandel des Ortes erlebte und besonders stolz auf das „Schmuckstück“ des Heimatmuseums ist: die Grabplatte der Barbara von Schaumberg, die vor Kurzem als einer der „100 bayerischen Heimatschätze“ ausgezeichnet wurde.

Eine Liebeserklärung an die verstorbene Gattin

Die rechteckige Steinplatte ist eines der letzten Zeugnisse der nach 1803 vollständig abgebrochenen Klosterkirche. Sie kam auf verschlungenen Wegen ins Museum. Schon im 19. Jahrhundert befand sie sich in einem Langheimer Wohnhaus, wurde in den 1930er Jahren bei Baumaßnahmen wieder entdeckt, in die Mauer des Hauses Abteistraße 19 eingebaut und 1987 in das neue Museum gegeben. Die in Reimen gesetzten Verse aus dem Leben und Sterben der Adeligen klingen wie eine persönliche Liebeserklärung des Ehemannes an seine verstorbene Gattin.

Besondere Aufmerksamkeit wurde der Grabplatte der Barabara von Schaumberg zu teil. Auch Besucher Heribert Ritzel versucht, die Inschrift zu entziffern. Foto: Corinna Tübel

All das und noch mehr Exponate aus dem Leben und Einfluss der einstigen Abtei auf das Dorf zog Geschichtsinteressierte an, doch die jüngere Generation blieb weitgehend aus – und das unter dem Motto des Internationalen Museumstages „Zukunft lebendiger Traditionen“. „Wir sind im örtlichen Geschichtsverein und schauen uns viele Museen in der Gegend an, weil uns die Historie interessiert“, berichtet die Besucherin Manuela Ritzel aus Neuensee freudig und zeigt sich begeistert von den Schätzen des Museums.

Doch wie könnte man vermehrt junge Leute einladen? „Beim Martin-Luther-Jubiläum auf der Veste Coburg zum Beispiel gab es viele Aktionen zum Mitmachen. Die Kleidung war mittelalterlich, man konnte als Besucher Ringe werfen spielen, auf einem Tablet gab es Verschiedenes zu erleben.“ Ihr Mann Heribert pflichtet ihr bei: „Man muss den Leuten aber schon etwas bieten, dass sie kommen.“

Ausbau und Modernisierung sind geplant

Auch ein wenig mystisch wurde es an diesem Tag, als Peter Deuerling die Verbindung zwischen Klosterlangheim und der Basilika Vierzehnheiligen preisgab: Die Erscheinungen um das Jahr 1446 herum, die letztlich zum Bau einer Kapelle in Vierzehnheiligen führten, erlebte der Sohn eines Klosterschäfers aus Klosterlangheim. Die Stadt Lichtenfels beabsichtigt, das Museum Klosterlangheim auszubauen und die Präsentation zu modernisieren. Seit Ende 2017 wird die Sammlung von der Kunsthistorikerin Dr. Gabriele Wiesemann wissenschaftlich erfasst und inventarisiert.

Das Heimatmuseum Klosterlangheim hat von April bis Oktober jeweils Mittwoch bis Sonntag von 14 bis 17 Uhr geöffnet.

Von Corinna Tübel

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