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LICHTENFELS

Regiomed räumt Defizite ein

Auch das neue Lichtenfelser Klinikum ist von den Defiziten, die der Regiomed-Klinikverbund schreibt, betroffen. Foto: Archiv/Sascha Ott

Wie  berichtet  steht der der regionale Gesundheitsverbund Regiomed-Kliniken GmbH aktuell vor finanziellen Herausforderungen. Dies teilt der Verbund nun auch in folgender Pressemitteilung mit. Demnach sehen sich auch deutschlandweit immer mehr Kliniken schwierigeren Aufgaben gegenüber: Die weitere Verlagerung von stationären Leistungen in den ambulanten Bereich, die Forderung von Mindestmengen, die Fokussierung der Krankenhausplanung auf Vorgaben zur Strukturqualität und insbesondere der durch Fördermittel nicht mehr gedeckte Investitionsbedarf.

Innovative Konzepte und zunehmende Vernetzung angestrebt

Diese könnten jedoch durch innovative Konzepte und zunehmende Vernetzung sowie Digitalisierung beherrschbar bleiben. Die Gründung des bundeslandübergreifenden Verbundes im Jahr 2008 bot als herausragendes zukunftsgerichtetes Konzept die Möglichkeit, die medizinische und pflegerische Versorgung in Oberfranken und Südthüringen nachhaltig zu sichern. Unternehmensinterne Strukturentwicklungen, die den Verbundgedanken bestmöglich untermauern und die Verwirklichung der Vorteile müssen nun noch stärker als in der Vergangenheit vorangetrieben werden.

„Voraussichtlich selbstständig aus der angespannten Finanzlage befreien“

Die Mitglieder des Aufsichtsrats sowie die Geschäftsführung des Gesundheitsverbundes bekennen sich zu diesem kommunalen Unternehmen und den 5400 Beschäftigten. Trotz der herausfordernden Situation sehen sie das Potenzial, die Wirtschaftlichkeit der Einrichtungen zu heben, so dass das Unternehmen sich voraussichtlich selbstständig aus der angespannten Finanzlage befreien kann. Künftig werden eine schnellere und konsequentere Entscheidungsfindung, klarere Verantwortlichkeiten, eine direktere und offenere Kommunikation sowie die Einbindung der Mitarbeiter die Unternehmenskultur bei Regiomed prägen.

Verständnis für die Verunsicherung durch die Berichterstattung

Ein strategisch ausgerichtetes Entwicklungsprogramm wird derzeit umgesetzt. Die Aufsichtsratsmitglieder können die Verunsicherung der Patienten, der Öffentlichkeit und der Mitarbeiter durch die aktuelle Berichterstattung nachvollziehen, betonen aber, dass die medizinische Versorgung der Region nicht gefährdet ist.

Bei der Staatsanwaltschaft Coburg ist eine Strafanzeige unter anderem wegen des Verdachts der Untreue gegen einen ehemaligen Geschäftsführer der Regiomed eingegangen. Der Aufsichtsrat der hatte bereits einige Monate vor der Strafanzeige ein unabhängiges Strategie- und Kontrollgremium damit beauftragt, Unternehmensentscheidungen in der Vergangenheit auf mögliche Unregelmäßigkeiten zu prüfen. Darüber hinaus hat der Aufsichtsrat eine externe Rechtsanwaltskanzlei beauftragt, eine unabhängige interne Untersuchung durchzuführen, um mögliche Pflichtverletzungen vollständig aufzuklären. Die interne Untersuchung dauert noch an. Regiomed wird alle erforderlichen Maßnahmen ergreifen. Regiomed wird mit der Staatsanwaltschaft kooperieren und die behördlichen Ermittlungen unterstützen. (red)

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