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LICHTENFELS

Polizei: Telefonbetrügereien im Landkreis nehmen zu

Polizei: Telefonbetrügereien im Landkreis nehmen zu
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Die Straftaten haben im vergangenen Jahr im Landkreis leicht zugenommen: Das stellte Polizeihauptkommissar Jochen Haischberger bei einem Pressegespräch zur polizeilichen Kriminalstatistik 2018 heraus. Die Polizeiinspektion hatte im vergangenen Jahr 8043 Einsätze zu bewältigen

2829 Straftaten seien 2018 im Landkreis polizeilich registriert worden, so Haischberger. Das bedeute gegenüber dem Vorjahr einen leichten Anstieg um 50 Taten, also 1,8 Prozent. Demgegenüber erhöhte sich die Zahl der Straftaten in Oberfranken um zwölf Prozent auf 54 910. Zu den 2025 Fällen, die die Ermittler im Landkreis aufklären konnten, wurden 1355 Tatverdächtige ermittelt. Die Aufklärungsquote liege im Landkreis bei 71,6 Prozent, so Haischberger, habe sich also um einen halben Prozentpunkt erhöht. Die Quote in Oberfranken liegt bei 74,7 Prozent, landesweit sind es 66,7%.

Es sind mehrheitlich Deutsche

Bei den 2788 „bereinigten Straftaten“ (nach Abzug von 41 Verstößen nach dem Aufenthalts-, Asyl- und Freizügigkeitsgesetz) seien 1071 deutsche und 249 (minus 30) nichtdeutsche Tatverdächtige (23,25 Prozent) ermittelt worden. Unter den nichtdeutschen Tatverdächtigen seien die tatverdächtigen Zuwanderer (113) mit 45,38 Prozent vertreten. Die durch Zuwanderer begangenen Straftaten hätten sich im Jahr 2018 auf 183 belaufen entsprechend 6,56 Prozent der gesamten bereinigten Straftaten.

Schließlich schlüsselte Haischberger die einzelnen Fälle nach unterschiedlichen Delikten auf. Bei neun „Straftaten gegen das Leben“ sei eine Person getötet worden, bei acht Fällen sei es bei Versuchen geblieben. Bei den Körperverletzungen habe sich die zwischenzeitlich hohe Anzahl von Delikten (545 im Jahr 2016) mittlerweile wieder auf ein niedrigeres Niveau von 410 Taten reguliert, erläuterte der Polizeihauptkommissar. Die häufigsten Tatorte: Häuser und Wohnungen (147), Straßen und Plätze (90), gastronomische Betriebe (32), Asylbewerberunterkünfte (23) und Festplätze (zwölf).

Die Polizei ermittelte 297 Tatverdächtige und erreichte eine Aufklärungsquote von 90 Prozent. 90 Fälle häuslicher Gewalt und mehrere Fälle von Gewalt gegen Polizeibeamte waren laut Haischberger zu verzeichnen.

Weniger Diebstähle

Die Zahl der Diebstahldelikte hat sich laut Statistik der Polizeiinspektion Lichtenfels um 17 leicht auf 659 verringert. Darunter befanden sich 162 Ladendiebstähle (ein Plus von zehn) und sieben Wohnungseinbrüche (minus 17). Auch sei ein Rückgang von Betrugsstrafdaten von 328 auf 297 (-9,5 Prozent) feststellbar, erläuterte der Fachmann. Allerdings sei der Teilbereich der Waren- und Warenkreditbetrügereien, die überwiegend über das Internet erfolgen mit 128 Fällen (+36) deutlich angestiegen. Ebenso gibt es immer mehr Betrügereien durch „falsche Polizisten“, „Enkeltrick“, „Schockanrufe“ oder betrügerische Gewinnversprechen (Callcenter-Betrug). Im vergangenen Jahr hat die Lichtenfelser Polizei auch 414 Sachbeschädigungen (+56) erfasst, wobei es in 123 Fällen (+16) zur Beschädigung von Kraftfahrzeugen kam. Obwohl in diesem Bereich die Aufklärung schwierig ist, konnte die Aufklärungsquote auf 36,2 Prozent (+3,5) gesteigert werden.

Auch im Jahr 2018 habe die Bekämpfung der Drogenkriminalität im Fokus der Polizei gestanden, stellte Jochen Haischberger heraus. So konnten die Beamten der Polizeiinspektion zu den auf 262 Fälle (+142) stark angestiegenen Rauschgiftdelikte 179 Tatverdächtige ermitteln und aufgrund der intensiven Kontrollen 94,7% der Straftaten aufgeklären. Diese Kontrollen würden auch in diesem Jahr in Verbindung mit verschiedenen Präventionsmaßnahmen fortgeführt.

Auch die Jugendkontaktbeamten leisteten wichtige Präventionsarbeit. Mit 157 Fällen stellten Verstöße gegen das Betäubungsmittelgesetz mit Cannabisprodukten den Großteil dieser Deliktgruppe dar. 26 Straftaten seien mit der gefährlichen Droge Crystal aktenkundig geworden. Im Bereich des Landkreises habe man insgesamt 1525 Gramm Rauschgift verschiedener Art sichergestellt, wovon 1038 Gramm auf Marihuana entfielen.

Sexualdelikte werden weniger

Die Gesamtzahl der Sexualdelikte sei im Jahr 2018 auf 40 Fälle (-32) stark zurückgegangen, nachdem sie im Vorjahr noch angestiegen war. Den Anstieg im Vorjahr könne man wahrscheinlich der Ende 2016 erfolgten Gesetzesverschärfung zuschreiben, in die Tathandlungen mit einfließen, die bisher lediglich den Tatbestand einer Beleidigung erfüllten. Die Aufklärungsquote bei den Straftaten gegen die sexuelle Selbstbestimmung liege bei 90 Prozent.

Mit 8043 (+710) bezifferte Haischberger die gesamten polizeilichen Einsätze der verschiedensten Art im Jahr 2018, dabei mussten die Beamten der Polizeiinspektion Lichtenfels 6181 (+605) Mal ausrücken, während die Kollegen der Polizeistation Bad Staffelstein 1862 (+105) Einsätze zu bewältigen hatten.

Weil Vorsorge wichtig ist

Abschließend betonte Polizeihauptkommissar Haischberger, dass die Polizei auch weiterhin die Bekämpfung der Wohnungseinbruchkriminalität und der Drogenkriminalität durch vorbeugende Maßnahmen und spezielle Kontrollaktionen im Auge behalte. Die Lichtenfelser Polizei setze mit ihren Jugendkontaktbeamten zusätzlich verstärkt auf weitere Maßnahmen der Drogenprävention. So werde die Aufklärungsarbeit an Schulen fortgeführt und intensiviert.

thi

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