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LICHTENFELS

Leseecke und Inklusionscafé für Marktplatz 10 angeregt

Auch Citymanager Steffen Hofmann war gefragt, wenn es darum ging, Gestaltungsmöglichkeiten zu erklären. Foto: Markus Häggberg

Es war erstaunlich, denn man hat bei solcher Wetterlage schon spärlicheren Besuch erlebt. Der Marktplatz war am Samstag um 11.04 Uhr auch leer und vernieselt. Aber das lag daran, dass die Menschen schon im Gebäude Marktplatz 10 standen. Der Tag der Städtebauförderung lockte Menschen samt Meinungen an.

11.05 Uhr, und Bürgermeister Andreas Hügerich ergreift das Wort. „Es ist ja kälter als bei uns am Märchenwald“, beginnt das Stadtoberhaupt, launig vor mehreren aufgebauten Stellwänden das Wetter kommentierend. Hügerich erinnert daran, dass der Tag der Städtebauförderung nun schon zum fünften Mal in Lichtenfels begangen wird. Die Stellwände zeigen, wie es künftig am Marktplatz 10 aussehen soll und welche Geschichte die Immobilie hat.

Vom Kino zur Stadtbücherei

Das Gebäude, in dessen Hof einst das erste Lichtenfelser Kino sein Programm zeigte, das „Hotel Krone“ hieß, später einen Aldi beherbergte und noch später durch Volksmund zum „Schlecker-Haus“ wurde, wird in Bälde das Amt für Wirtschaft, Kultur und Tourismus aufnehmen. Zudem soll es die Stadtbücherei unterbringen. 150 Quadratmeter Fläche hat diese jetzt, aber, das betonte in diesem Zusammenhang City-Manager Steffen Hofmann, „900 Quadratmeter empfiehlt die Landesfachstelle für eine moderne Bücherei“.

„Für unsere Stadt als Ganzes ist Ihre Initiative von unschätzbarem Wert.“
Bürgermeister Andreas Hügerich zu den Besuchern

Modern – damit fiel ein Stichwort, denn wie modern, mit welchem Angebot und in welcher Optik, dazu ist der Lichtenfelser gefragt. Und so landeten auf den Stellflächen Wünsche und Anregungen, aufgeschrieben von den Besuchern, die sich dafür auch wärmenden Kaffee einschenken durften. „Literatur für alle Fachsparten“, war zu lesen. Oder: „Inklusionscafé“. Auch die Stadtbücherei selbst sorgte für Anregungen, zu denen man Gedanken entwickeln durfte. Sie sieht sich immerhin als Partner für Schulen und Kindergärten, als Vermittlerin von Medienkompetenz oder als Kommunikations- und Kulturraum.

„Für unsere Stadt als Ganzes ist Ihre Initiative von unschätzbarem Wert“, sagte in seiner Begrüßung schon Hügerich, der darauf hinwies, dass die Lichtenfelser mal wieder „gemeinsam“ etwas ausrichten könnten. Was an anderer Stelle als ewig gleiches Mantra aufgefasst werden könnte, hat hier seine Berechtigung, denn tatsächlich will man die Ideen der Besucher prüfen und nach Möglichkeit in einer europaweiten Ausschreibung Architekten ans Herz legen. Besagte Architekten wiederum sollen zwischen Juni und Oktober Konzepte erarbeiten, aus denen ein Preisgericht den Sieger wählen wird.

Rita von Frantzky (re.) zeigte sich zufrieden mit dem Bedürfnis der Lichtenfelser, Einblick in die Möglichkeiten der Städtebauförderung zu bekommen. Foto: Markus Häggberg

Außer Stadtbaumeister Gerhard Pülz war an diesem Samstag auch Rita von Frantzky vor Ort. Die Teamleiterin für städtebauliches Projektmanagement stand nicht selten an einem Modell, das den Marktplatz und insbesondere das „Schlecker-Haus“ zeigte, für welches auch eine Verbindung zum Stadtschloss thematisiert wird. Sie stellte Interessenten die Möglichkeiten vor, die die künftige Nutzung dieses Gebäudes eröffnen könnte.

Zwei Beratungsgespräche vereinbart

Außerdem stand sie zu drei weiteren Themen für Fragen zur Verfügung: Stadtsanierungsprogramm, Geschäftsflächenprogramm und Ansiedlungsprogramm. Es geht um Rahmenbedingungen für Förderungen, um das Kenntlichmachen, dass es feste Ansprechpartner für derlei gibt. Auch sie erachtete den Tag als Erfolg, wurden mit ihr doch zwei konkrete Beratungsgespräche vereinbart. „Es war überraschend viel Besuch da. Ich fand's großartig, wie viele Ideen kamen und dass diese auch aus Familien mit Kindern kamen“, so Rita von Frantzky, die eine Leseecke und ein Inklusionscafé als immer wiederkehrenden Wunsch nennt.

Überhaupt habe sich die Anteilnahme der Bürger an dem Tag der Städtebauförderung ihrer Einschätzung nach in der Kreisstadt gut entwickelt. Im Übrigen bestand nicht nur am Samstag die Möglichkeit, Anregungen in Bezug auf die Ausgestaltung der Stadtbücherei weiterzugeben. Das betont auch Steffen Hofmann: „Im Prinzip kann man das laufend machen.“

Von Markus Häggberg

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