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LICHTENFELS

Osterhase in Not: Meister Lampe auf die Sprünge helfen

Osterhase in Not: Meister Lampe auf die Sprünge helfen
Der Feldhase – alle können etwas dafür tun, dem symbolträchtigen Wildtier wieder auf die Sprünge zu helfen. Foto: Heinz Tuschl

Der Legende nach versteckt „Meister Lampe“ an Ostern die bunten Eier. Fakt ist, schwindende Lebensräume machen dem Feldhasen arg zu schaffen, warnt der Bund Naturschutz (BN), Kreisgruppe Lichtenfels. Doch es gibt Anlass zu vorsichtiger Hoffnung: Nicht nur die Bienen, auch der Feldhase könnte von dem erfolgreichen Volksbegehren für mehr Artenvielfalt profitieren, so die Naturschützer in einer Pressemitteilung.

Der Feldhase ist ein Tier mit beeindruckenden Fähigkeiten: Er ist ein Meister der Tarnung mit hervorragendem Gehör. Durch seine langen, kräftigen Hinterbeine ist der Feldhase sehr flink: Auf der Flucht erreicht er Geschwindigkeiten von etwa 50 Stundenkilometern, kurzzeitig sogar bis zu 70 Stundenkilometern – das ist schneller als ein Rennpferd im Galopp. Dabei schlägt er 90-Grad-Haken und kann bis zu drei Meter hoch und sieben Meter weit springen.

Der boxende Hase

Um die Damen zu beeindrucken, liefern sich die männlichen Hasen in der Paarungszeit spektakuläre Boxkämpfe und Wettrennen. Übrigens: Vom Wildkaninchen, das im Landkreis Lichtenfels nur stellenweise anzutreffen ist, kann man den Feldhasen durch seine deutlich größeren Ohren unterscheiden.

Früher war der Feldhase ein „Allerweltstier“, heute steht er in Deutschland auf der Roten Liste und ist auch in unserem Landkreis längst kein alltäglicher Anblick mehr. Der Feldhase braucht Lebensräume in der Feldflur, und diese fallen immer mehr der Intensivierung der Landwirtschaft zum Opfer.

Die Flächenverluste durch Straßenbau, Siedlungen und Gewerbegebiete tun ein Übriges. „So werden die Hasenreviere beispielsweise durch Straßentrassen zerschnitten, begrenzt und isoliert“, erklären die Naturschützer.

Um einen weiteren Rückgang der Hasenbestände zu vermeiden, fordert der Bund Naturschutz den Erhalt und die Verbesserung der Lebensräume für „Meister Lampe“. BN-Schatzmeisterin Elfriede Fischer informiert: „Alte Heckenbestände, Ackerraine, Übergangsflächen zu den Wäldern und Brachflächen müssen erhalten bleiben.“ Durch den Erfolg des Volksbegehrens „Rettet die Bienen“, das vom Bayerischen Regierungskabinett vor kurzem angenommen und ergänzt wurde, soll ein Biotopverbund in der Agrarlandschaft geschaffen werden.

Vernetzte Lebensräume

„Eine solche Vernetzung der Lebensräume könnte dem Feldhasen in unserem Landkreis auf die Sprünge helfen“, erklärt Anton Reinhardt, 1. Vorsitzender der Lichtenfelser Kreisgruppe des BN. Doch damit sei es nicht getan: „Zusätzlich müssen mehr blühende Strukturen in der Landschaft geschaffen und der ökologische Landbau vorangebracht werden. Der BN hofft, dass der Feldhase auch durch die jüngst verkündete Anerkennung des Landkreises Lichtenfels als Öko-Modellregion profitieren wird. „Infolge dessen könnte man beispielsweise weniger Mineraldünger und chemische Spritzmittel ausbringen, vermehrt viele verschiedene Kulturen anbauen und Wildkräuter nicht nur als Unkraut ansehen“, betont Anton Reinhardt und meint, dass auch hier das erfolgreiche Volksbegehren wichtige Fortschritte bringen könnte.

„Osterhase in Not“

BN-Delegierter Günther Scheler warnt: „Nicht nur die Landwirtschaft ist gefordert, sondern alle gesellschaftlichen Gruppen müssen ihren Beitrag zu ökologischem Handeln beitragen; denn schließlich darf es nicht soweit kommen, dass die Leute in zehn Jahren womöglich nur noch den Schokoladenhasen aus dem Supermarkt kennen.“

BN-Beisitzerin Ute Hauptfleisch weist darauf hin, dass im Übrigen von den geforderten Verbesserungen nicht nur der Feldhase, sondern auch andere Tiere, wie Goldammer, Kiebitz, Grasfrosch, Feldhamster, aber auch viele Insektenarten profitierten.

Günter Lutz, der Ortsgruppenvorsitzende des BN Lichtenfels, meint: „Jeder kann durch den Kauf von Lebensmitteln aus ökologischem Landbau diese Forderung unterstützen und so dem Osterhasen in Not helfen.“

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