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LICHTENFELS

Nikolas Auer leitet Caritas-Beratungsstelle

Nikolas Auer leitet Caritas-Beratungsstelle
Bewährtes fortsetzen und Neues angehen: Psychologe Nikolas Auer leitet seit dem 1. März 2019 die Caritas-Beratungsstelle für Kinder, Jugendliche und Eltern. Neu in seinem Team ist Michelle Breuer. Foto: Alicia Vetter

„Der eine sieht nur Bäume, Probleme dicht an dicht, der andere Zwischenräume und das Licht“: Ein Zitat von E. Matani hängt am Schrank im Büro von Nikolas Auer. Es steht für das Motto und die Arbeit des 32-Jährigen. Seit Oktober 2017 ist der Psychologe in der Beratungsstelle für Kinder, Jugendliche und Eltern der Caritas im Haus der kirchlichen Dienste tätig. Zum 1. März 2019 hat er die Leitung übernommen, nachdem deren bisheriger Leiter, Albert Kempf, nach über 30 Jahren Tätigkeit als Psychologe in den Ruhestand gegangen ist.

Seit 1. März ist auch Michelle Breuer neu als Psychologin in der Erziehungsberatungsstelle tätig. Sie studierte in Düsseldorf Psychologie. Während des Studiums arbeitete sie dort in der Kinder- und Jugendpsychiatrischen Ambulanz mit dem Schwerpunkt Diagnostik. Nach ihrem Studium war sie in Münster vier Jahre für eine Krebsberatung tätig und unterstützte dort Betroffene sowie Angehörige. „Ich finde meine neue Tätigkeit hier in Lichtenfels sehr spannend, da sie sehr vielfältig ist“, sagt sie.

590 Fälle, in denen Menschen Hilfe in verschiedensten Fragen suchten, verzeichnete die Caritas-Beratungsstelle 2018. Damit hat die Zahl gegenüber 2017 um 13 Fälle leicht zugenommen. 1483 Personen waren dabei insgesamt involviert. Die Beratungsstelle bietet ein breites Spektrum an Angeboten: Erziehungs-, Trennungs- und Scheidungsberatung, psychologische Diagnostik (Dyskalkulie, Legasthenie, ADHS, affektive Probleme), Beratung bei Schul- und Ausbildungsproblemen, bei Auffälligkeiten in der frühkindlichen Entwicklung, bei Entwicklungsauffälligkeiten, bei Problemen im Sozialverhalten und bei belastenden Lebensereignissen wie Trauerfällen.

Trauerbegleitung für Kinder

Trauerbegleitung für Kinder, Jugendliche und Erwachsene ist ein Thema, auf das sich Nikolas Auer besonders spezialisiert hat (wir berichteten bereits). Zu dem Thema gibt er auch Vorträge wie auch zu „Hauen und Beißen in der Kinderkrippe“, „Psychohygiene für Fachkräfte (im sozialen Bereich)“ und er schult auch im „Achtsamkeitstraining“. Die Beratungen der Caritas-Beratungsstelle sind vertraulich, freiwillig und kostenfrei.

Gruppenangebote der Beratungsstelle sind „Babymassage“, das Sozialkompetenz-Training „Fit fürs Leben“, die Trennungs- und Scheidungskinder- und -eltern-Gruppe, Wendo für Mädchen, das Elterntraining „ADHS“, und das Elternkompetenztraining „Starke Eltern - Starke Kinder“. Die Beratungsstelle in Lichtenfels kooperiert mit vielen weiteren Institutionen, wie beispielsweise Schulen, Kliniken und Ärzten, um so ein bestmögliches Angebot für die jeweiligen Betroffenen zu gestalten.

Michelle Breuer möchte in nächster Zeit die kooperierenden Institutionen kennenlernen und sich ihnen vorstellen. In naher Zukunft möchte die Psychologin das bestehende Gruppenangebot ergänzen und ein eigenes gestalten, wie zum Beispiel junge Erwachsene im Übergang zur Ausbildung beziehungsweise Studium zu begleiten und richtig darauf vorzubereiten.

Zunehmendes Suchtpotenzial

Als eines der aktuellsten und wichtigsten Themen sehen die beiden Psychologen die „Medien“, gerade in Bezug auf den Konsum sowie ein zunehmendes Suchtpotential von Kindern und Jugendlichen. Nikolas Auer und Michelle Breuer möchten die Kinder und Jugendlichen, aber auch Eltern in Bezug auf dieses Thema an die Hand zu nehmen: „Wichtig ist es, die Eltern zu informieren: Geachtet werden sollte auf die Medieninhalte und ob diese altersgerecht sind sowie auf die Mediennutzungszeit.“

Am 20. März startete die Beratungsstelle eine Kooperation mit der Suchtklinik in Hochstadt. Einmal im Monat findet innerhalb der Klinik eine Sprechstunde für Erziehungsberatung statt.

Zudem ist ein „Elterntalk“ in Kooperation mit dem Mehrgenerationenhaus in Michelau und dem Sachgebiet Jugend und Familie geplant, lässt Nikolas Auer wissen. Damit soll den Eltern die Möglichkeit gegeben werden, sich in Gesprächsrunden zu treffen und zu diskutieren. Ein konkreter Termin für dieses Angebot steht noch nicht fest.

Weiterhin besteht das Angebot zur Prävention von sexueller Gewalt. Mit dem Theaterstück „Mrs. Murr und ihre Katzen“ soll die Thematik kind- und altersgerecht für die zweiten bis vierten Klassen dargestellt werden, erläutern die Psychologen. Nach der Aufführung des Stücks bereitet das Team der Beratungsstelle in Kooperation mit anderen Einrichtungen das Thema nach.

Wünsche für die Zukunft

In den 30 Jahren ihres Bestehens habe sich die Caritas-Beratungsstelle für Kinder, Jugendliche und Eltern zu einem wichtigen Stützpunkt psychosozialer Arbeit im Landkreis entwickelt, erklärt Nikolas Auer: „Ich konnte bereits auf ein großartiges Repertoire zurückgreifen, das personell und fachlich gut aufgestellt ist, seitdem ich als Psychologe und nun auch als Leiter der Beratungsstelle tätig bin.“

„Besonders wichtig ist dabei, dass die Zusammenarbeit mit anderen Institutionen bestehen bleibt und nach Möglichkeit ausgebaut wird, und dass wir als Unterstützer wahrgenommen werden“, meint Nikolas Auer.

Michelle Breuer wünscht sich für die Zukunft: „Es ist wichtig, dass wir flexibel auf neue Entwicklungen reagieren und unser Angebot dementsprechend anpassen.“

Von Alicia Vetter

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