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LICHTENFELS

RIO: „Monkey Circus“ rockt die Lichtenfelser

„Monkey Circus“ rockt die Lichtenfelser
Heimspiel: Mit vielschichtiger Rockmusik singt und spielt sich das Lichtenfelser Trio „Monkey Circus“ mit (v. re.) Bastian Stemmer, Max Zapf und Florian Werthmann in die Herzen der Fans. Foto: Stephan Stöckel

Michael Hochmuth von der Bayreuther Combo „Groove Control“ packt sein Keyboard aus. „Mann, ist das ein fettes Teil“, schwärmt Bassist Bastian Stemmer von der Lichtenfelser Band „Monkey Circus“, und das Fachsimpeln nimmt seinen Lauf. Die Veranstaltungsreihe „Rock in Oberfranken“ („R.I.O.!“) ist eine Partnervermittlung. Eine, die aus Musikern Freunde macht.

Während des Soundchecks, beim Abendessen oder dem gemeinsamen Anfeuern vor der Bühne kommen sich die jungen und junggebliebenen Musiker näher und verlieben sich in den Sound der jeweils anderen Gruppe. So geschehen am Samstagabend, wo in der Lichtenfelser Szenekneipe „Paunchy Cats“ die Tour durch Oberfrankens Musikclubs Station machte. Sie wird alljährlich vom Bezirk Oberfranken ausgerichtet. Ziel ist die Förderung der regionalen Pop- und Rockmusikszene.

Kennenlernen gehört dazu

Eine Gruppe, die davon profitiert, ist „Monkey Circus“ aus Lichtenfels. Im vergangenen Jahr rockte das Trio die Kronacher Festung, jetzt reist es quer durch Oberfranken, um in fünf verschiedenen Clubs ihre musikalische Duftmarke zu hinterlassen.

„Man lernt andere Gruppen kennen, mit denen man Konzerte organisieren kann, und sammelt jede Menge Bühnenerfahrung“, spricht Schlagzeuger Max Zapf seinen Bandkollegen Bastian Stemmer (Bass) und Florian Werthmann (Gesang und Gitarre) aus der Seele. Für alle drei ist die Tour eine prima Gelegenheit, sich mit anderen Musikern auszutauschen. Obendrein erhoffen sie sich einen Popularitätsschub.

Eine Antwort auf die Frage, warum die Lichtenfelser Band bei Fans und Kritikern immer wieder einen Stein im Brett hat, gibt ihr Auftritt. Die Musiker besitzen die Gabe, Songs vom Stapel zu lassen, die nicht wie ein Ei dem anderen gleichen und über jede Menge Ohrwurmqualitäten verfügen. Das Konzert im „Paunchy Cats“ vor weit über 100 Fans ist für die drei Akteure ein Heimspiel. Sie bringen ihre Anhänger in den vorderen Reihen mit ihrem vitalen Rocksound zum Kreischen, Singen und Tanzen.

„Funk And Soul – Groove Control“, hallt es von der Bühne. Die Bayreuther Formation „Groove Control“ spielt im ersten Song gleich mit offenen Karten, was den Stil anbelangt. Der kreative Soundteppich, den die Musiker knüpfen, ist durchwoben von Funk, Jazz und Soul, der in die Beine geht, aber auch geistige Erbauung schenkt.

Gute Laune verbreitet auch die Hofer Kapelle „Counting Sheep, die im Unterschied zum Quintett aus der Wagnerstadt auf der Skala der Härtegrade etwas höher angesiedelt ist. Ihr melodienverliebter Pop-Punk wird zum Aufputschmittel, das viele Fans zum Zappelphilipp werden lässt.

Und last but not least geht mit dem Bamberger Trio „The King?s Old Pelvis“ auch die reifere Generation an den Start – schließlich kennt Rockmusik heutzutage keine Altersbegrenzung mehr. Was die Akteure zum Besten geben ist kein aus dem Ei gepellter Wohlfühlsound, sondern ein effektgeschwängerter, dynamischer und vor allem schroffer Rocksound für Freigeister.

Kein Konkurrenzdenken

Den Schlusspunkt des Abends, an dem es zwischen den Bands kein Konkurrenzdenken gegeben hatte, setzen die Besucher. Am Ausgang klicken sie an einem Laptop ihren Favoriten an. Schließlich heißt es alle Jahre wieder „Wer ist Oberfrankens beste Band?“. Eine Frage, die für die Musiker der Lichtenfelser Band „Monkey Circus“ zweitrangig ist, wie Schlagzeuger Max Zapf bemerkt: „Bei der R.I.O.-Clubtour sind alle Musiker Gewinner. Man gewinnt an Erfahrung, Fans und Kontakten.“ Nach dem Konzert im „Alten Bahnhof“ von Hof am Samstag, den 30. März (Beginn 20 Uhr), wird bekannt gegeben, wer Oberfrankens Band des Jahres ist.

Von Stephan Stöckel

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