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LICHTENFELS

Eine Zeiteise auf Schienen im Lichtenfelser Stadtmuseum

Noch bis zum 19. Mai ist im Lichtenfelser Stadtmuseum die Sonderausstellung „Bahnhof Lichtenfels im Wandel der Zeit“ zu sehen. Foto: Markus Drossel

Jüngst eröffnete Erster Bürgermeister Andreas Hügerich vor zahlreichen Gästen die Ausstellung „Bahnhof Lichtenfels im Wandel der Zeit“ im Stadtmuseum. Die Sonderausstellung wurde von den Eisenbahnfreunden Lichtenfels in Zusammenarbeit mit Gertraud Dorsch erstellt.

Hügerich freute sich sichtlich über die zahlreichen Besucher. Dies zeige deutlich die Verbundenheit der Lichtenfelser mit ihrem Bahnhof und der Eisenbahngeschichte der Korbstadt, so der Bürgermeister. Zahlreiche Lichtenfelser hätten heute noch eine persönliche Verbundenheit zur Eisenbahn. Hügerich selbst, dessen Vater als Rangierer tätig war, berichtete so aus erster Hand von der damals nicht ungefährlichen Arbeit bei der Bahn und wie er selbst als Junge einmal auf einer Rangierlokomotive mitfahren durfte. Ein Erlebnis, an das er sich bis heute gerne erinnert.

Anschließend berichtete Stadtarchivarin Christine Wittenbauer über den bekannten Architekten Gottfried von Neureuther, nach dessen Plänen das Empfangsgebäude des Bahnhofes Lichtenfels einst entstand. Interessant sei die Geschichte des Bahnhofes insbesondere deswegen, da sich hier einst Strecken der Königlich Bayrischen Staatsbahn und der Preußischen Staatsbahn trafen. So wurde der Bahnhof zum Verkehrsknoten. Zahlreiche Umbauten über Jahrzehnte folgten.

Die Ausstellungseröffnung durch die Eisenbahnfreunde, vertreten durch den 1. Vorsitzenden Werner Keidel und 3. Vorsitzenden Tim Renner, erfolgte in fast schon gewohnt außergewöhnlicher Weise. Die Modellbahner hatten in Anlehnung an die historischen Begrüßungsbauwerke des frühen 20. Jahrhunderts, wie es einst eines auch bei der Eröffnung des Bahnhofes Lichtenfels gab, ein gut zwei mal drei Meter großes, modernes „Begrüßungsbauwerk“ errichtet. Im Mittelpunkt der mit Girlanden geschmückten Konstruktion prangten die Wappen der einstigen Königreiche Bayern und Preußen, deren ganzer Stolz ihre Eisenbahnen einstmals waren.

Die Unterstützer der Ausstellung vor dem extra erstellten „Begrüßungsbauwerk“: (v. li) Zweite Bürgermeisterin Sabine Rießner, Thomas Rostalski (Eisenbahnfreunde), Bürgermeister Andreas Hügerich, Werner Keidel (Eisenbahnfreunde), Lothar Seelmann, Getraud Dorsch, Heinrich Morgenroth und Stadtarchivarin Christine Wittenbauer. Foto: Thomas Fischer

Ein Anblick und Gedanke, der dem Besucher der Ausstellung selbst im 21. Jahrhundert noch etwas Ehrfurcht entlockt. „Das hat unser Bahnhof verdient“, meint Werner Keidel. Ist es doch ein Ort, der seit vielen Generationen Menschen verbindet und Familien prägt. Ihren Charakter als Symbol für Handel und Industrie haben die Bahnanlagen mittlerweile eingebüßt, doch ein wenig von dem „Tor zur Welt“ ist bis heute geblieben. Rund um diesen Gedanken zeigen die Eisenbahnfreunde in fünf Räumen des Stadtmuseums Lichtenfels Bilder und Exponate aus den Vergangenen 170 Jahren.

Aus privaten Sammlungen

Die Bilder stammen aus den privaten Sammlungen von Lothar Seelmann, Heinrich Morgenroth sowie Gertraud Dorsch, ehemalige Inhaberin des Bistros im Bahnhof Lichtenfels. Wie die Eisenbahn die Menschen prägen kann, zeigen vollständig im Original erhaltene Bücher und Urkunden aus dem Leben eines Stockheimers, der einst als Tagelöhner seinen Werdegang bei der Bahn begann und sich bis zu seiner Pensionierung zum Bahnhofsoberschaffner hocharbeiten konnte.

Mit diesen Gedanken und Geschichten nahm Keidel die Besucher zur Eröffnung auf eine Zeitreise mit, brachte zum Lachen und musste sich am Ende selbst zwingen, wieder ins Hier und Heute zurückzukehren. Bei Kaffee und Kuchen fand die Vernissage ihren gelungenen Ausklang und bot noch Gelegenheit zum Austausch über Gesehenes, Erlebtes und die ein oder andere Reise mit der Bahn.

Besucht werden kann die Sonderausstellung noch bis zum 19. Mai, mittwochs und sonntags jeweils von 14 bis 17 Uhr im Stadtmuseum Lichtenfels.

 

Von Thomas Fischer

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