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SCHNEY

„Hofmann - Ihr Impulsgeber“: Neubauten für 40 Millionen Euro

So soll der Werkteil zwei von „Hofmann – Ihr Impulsgeber“ im Schneyer Gewerbegebiet „An der Zeil II“ einmal aussehen. Foto: Grafik: Werkzeugbau Siegfried Hofmann GmbH

Aus einer Firma in einer Gartenhütte mach ein Unternehmen mit bundesweit hervorragendem Ruf: Auf diese einfache Formel lässt sich der Erfolg der Firma „Hofmann – Ihr Impulsgeber“ (Werkzeugbau Siegfried Hofmann GmbH) bringen. Vor 61 Jahren wurde der Grundstein gelegt, am Mittwochmorgen ein weiterer Meilenstein gesetzt: Der Handwerksbetrieb baut im Gewerbegebiet „An der Zeil II“ ein weiteres Werk. Und schafft Arbeitsplätze.

Die dunklen Wolken beim Spatenstich täuschen: Im Gewerbegebiet „An der Zeil II“ entsteht ein Firmenkomplex, der wahrlich Grund zur Freude mit sich bringt. Foto: Markus Drossel

„Vor 61 Jahren hätte sich mein Großvater wohl nie träumen lassen, was aus der Firma mal wird“, sagte ein bestens gelaunter Geschäftsführer Stefan Hofmann beim Spatenstich vor geladenen Gästen. Er blickte dankbar in die Richtung des Seniors und seiner Gattin. „Die Firma ist gewachsen und gewachsen und gewachsen. Und so ist es wieder einmal Zeit zu expandieren.“

Als erste Firma an der „Zeil“

Die Werkzeugbau Siegfried Hofmann GmbH war die erste Firma, die einst im damals neu geschaffenen Gewebegebiet „An der Zeil“ baute. „Nun sind wir die erste Firma, die im neuen Gewerbegebiet ,An der Zeil II‘ ein neues Werk errichtet.

Die Zahlen, die Hofmann und Architekt Bernd Gierlich von „Struktur Design“ darlegten, waren beeindruckend: Durch die Bauten im Gewerbegebiet „An der Zeil II“ unweit des Standorts verdoppeln sich die vorhandenen Nutzflächen von aktuell 16 000 Quadratmeter auf dann rund 32 000 Quadratmeter. Die Platzkapazitäten am bisherigen Standort seien ausgereizt gewesen. Über zwei Jahre habe man geplant und in in verschiedenste Richtungen überlegt. „Wir danken besonders der Stadt Lichtenfels, die mit ihrem Engagement eine zügige Erschließung des Gewerbegebiets ermöglicht hat“, so Hofmann.

„Vor 61 Jahren hätte sich mein Großvater wohl nie träumen lassen, was aus der Firma wird.“
Stefan Hofmann, Geschäftsführer
Freuen sich über den Start der Bauarbeiten: Thomas Koller, der Geschäftsführer der HWK Oberfranken, Stefan Hofmann, Geschäftsführer von „Hofmann – Ihr Impulsgeber“ Landrat Christian Meißner und Lichtenfels' Bürgermeister Andreas Hügerich (v. li.). Foto: Markus Drossel

Die Investitionssumme für die Gebäude – ein Verwaltungstrakt, eine Produktions- und Logistikhalle sowie der Eingangsbereich – liegt bei rund 40 Millionen Euro. Die Rohbauten sollen bereits Ende des Jahres stehen. Ende 2020, so die aktuelle Planung, sollen die Gebäude am neuen Standort bezogen sein.

Verwaltung auf 4000 Quadratmetern

„Wir haben momentan rund 90 Mitarbeiter, die in Büro-Containern arbeiten. Die freuen sich schon, wieder umziehen zu dürfen“, sagte Hofmann schmunzelnd. Doch nicht nur die: Im neuen dreistöckigen Verwaltungsgebäude werden dann 4000 Quadratmeter für rund 160 Arbeitnehmer zur Verfügung stehen, die Produktions- und Logistikhalle umfasst 11 500 Quadratmeter.

Die Eckansicht des neuen Firmenkomplexes Foto: Grafik: Werkzeugbau Siegfried Hofmann GmbH

Die Produktionshalle schafft ausreichend Platz für Montagearbeiten und ist modular konzipiert. Rund 180 Personen werden hier in Zukunft arbeiten können. Die flexible Gestaltung der Gebäude ermöglicht laut Unternehmensleitung eine schnelle Anpassung an zukünftige Anforderungen.

13 500 Kubikmeter Beton

„Natürlich werden wir das Werk I weiter nutzen. Dort wird dann der Fokus auf der Fertigung liegen“, erläuterte der Geschäftsführer. „Im Werk II konzentrieren wir uns dann auf Endmontage und Entwicklung.“ Schon vor dem Spatenstich war reichlich Erde auf dem künftigen Firmenareal bewegt worden, „die ersten Kräne sollen noch diese Woche stehen.“ Stolz sei man, dass die Straße, an der das Werk II der Firma errichtet wird, nach seinem Großvater benannt wird und künftig Siegfried-Hofmann-Straße heißen wird. „Das ist etwas ganz Besonderes und eine große Ehre für uns“, unterstrich der Geschäftsführer.

„Ich wünsche mir weiterhin Kräne, Kräne, Kräne für den Landkreis.“
Christian Meißner, Landrat
Dem Spatenstich wohnten zahlreiche Ehrengäste bei. Foto: Markus Drossel

Insgesamt werden 150 000 Kubikmeter überbaut, wie Architekt Gierlich informierte. 13 500 Kubikmeter Beton gelte es, in Form zu bringen. Dimensionen, die sich der Laie schwer vorstellen kann. „Zum Vergleich: Das Klinikum ist etwas kleiner“, richtete der Architekt sich keck an den Landrat. „Eigentlich kann ich jeden Mitarbeiter der Firma dazu nur beglückwünschen.“

Alle Neubauten werden zudem nach den neuesten technischen und energetischen Standards gebaut. „Einer unserer Leitsätze ist, dass wir unser Unternehmen energie- und umweltbewusst führen“, betonte Geschäftsführer Stefan Hofmann. Ende des Jahres wurde das Energie- und Umweltmanagementsystem von „Hofmann – Ihr Impulsgeber“ erfolgreich zertifiziert. Diesen Maßgaben folgend werden die neuen Gebäude energieeffizient geplant und gebaut.

„Es kommt nicht auf die Größe an“, nahm Landrat Christian Meißner schmunzelnd den „Ball“ auf, den ihn der Architekt in seinen Ausführungen zugespielt hatte. „Hier aber entsteht Großartiges.“ Die Kräne, die sich hier bald in den Himmel recken, seien Zeichen für eine gelungene Weiterentwicklung. „Wir haben im Landkreis Unternehmer, die etwas unternehmen“, sagte er stolz. Die heimische Politik helfe da gerne dazu. „Ich wünsche mir weiterhin Kräne, Kräne, Kräne für den Landkreis.“

Die Familien Siegfried, Günter und Stefan Hofmann: Drei Generationen Hofmann haben dafür gesorgt, dass aus einer Firma in einer Gartenhütte ein Vorzeigeunternehmen wurde, das bundesweit führend ist. Foto: Markus Drossel

Auch Andreas Hügerich, der Bürgermeister der Stadt Lichtenfels, freute sich über die Weichenstellung und das klare Bekenntnis des Unternehmens zum Standort Lichtenfels. „Für unsere Stadt ist das heute ein historischer Moment“, stellte er heraus. „Wir haben uns gemeinsam aufgemacht und nach Möglichkeiten gesucht.“ Und schnell gefunden.

Ein Vorzeigeunternehmen

„Ist das noch Handwerk?“, stellte Thomas Koller, der Geschäftsführer der Handwerkskammer Oberfranken, fragend in den Raum. Die Antwort lieferte er sogleich selbst: natürlich. „Auch das Handwerk muss sich immer wieder neu erfinden. Mit dem Spatenstich tut die Firma Hofmann genau das, auf Basis der handwerklichen Grundlagen, die der Schlüssel für den Erfolg der vergangenen Jahrzehnte waren.“

Es gebe eine Vielzahl von Veränderungen im Handwerk, die der Umsetzung des rasanten technologischen Wandels geschuldet seien. Und da habe „Hofmann – Ihr Impulsgeber“ Vorbildfunktion: „Sie sind führend im modernen Werkzeug- und Maschinenbau, und das in der nunmehr dritten Generation.“ Koller lobte das Unternehmen als vorbildlichen Ausbildungsbetrieb, das zur Spitzengruppe in Deutschland gehöre. Und darüber hinaus.

Fakten zur Firma

Siegfried Hofmann gründete das Werkzeugbau-Unternehmen 1958 in seiner Gartenhütte. Schnell wuchs die Firma, so dass die Erweiterungsmöglichkeiten im heimischen Garten erschöpft waren. Siegfried Hofmann entschied sich, 1981 mit seiner Firma ins Gewerbegebiet „An der Zeil“ zu ziehen. Von 1982 an war Sohn Günter Hofmann in der Geschäftsführung, heute ist wiederum dessen Sohn Stefan alleiniger Gesellschafter. Hatte der „Impulsgeber“ im Jahr 2012 noch 231 Mitarbeiter und erzielte einen Umsatz von 32 Millionen Euro, sind es heute rund 430 Mitarbeiter. Der Umsatz lag im Jahr 2018 bei 74 Millionen Euro.
 

Von Markus Drossel

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