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Wirte kämpfen mit Personalmangel

Gaststättenverband: Wirte kämpfen mit Personalmangel
Der neue Vorstand des Hotel und Gaststättenverbandes Kreis Lichtenfels (v. li.): Georg Müller, Roland Zeis, Bezirksvorsitzende Andrea Luger, 1. Vorsitzender Volker Gagel, Johannes Ostler, Melanie Wolf und Zweiter Bürgermeister der Stadt Weismain, Hans Schott. Foto: Roland Dietz

Bei der Hauptversammlung des Hotel- und Gaststättenverbandes des Landkreises Lichtenfels in der Gastwirtschaft „Frankenhöhe“ thematisierte der Weismainer Zweite Bürgermeister Hans Schott ein Problem, das den Wirten zurzeit sehr zu schaffen macht: Immer mehr Gastwirtschaften schränken ihre Öffnungszeiten ein oder gar ganz schließen. Deshalb müsse man denen dankbar sein, die diesem Trend trotzen. Schott: „Das Wirtshaus gehört auf dem Jura und in der Stadt einfach dazu.“

„Das Wirtshaus gehört auf dem Jura und in der Stadt einfach dazu.“
Hans Schott, Zweiter Bürgermeister von Weismain

Bezirksverbandsvorsitzende Andrea Luger machte dafür den Personalmangel verantwortlich. Über 100 000 Erwerbstätige wurden in den vergangenen knapp zehn Jahren in Oberfranken angestellt. Da der Dienstleistungssektor sehr intensiv ist, reiche dies aber nicht aus. Die Wirte und ihr momentanes Personal müssten noch mehr arbeiten. Auf die Dauer sei dies aber nicht möglich. Viele Betriebe hätten deshalb die Öffnungszeiten reduziert oder zusätzliche Ruhetage eingeführt. So könne es dazu kommen, dass immer mehr Betriebe auch auf dem Land nur noch am Abend öffnen oder vielleicht ganz schließen. Geeignetes Personal will Luger auch im Ausland anwerben. Auch sollen wieder mehr Jugendliche für Berufe im Hotel- und Gaststättengewerbe gewonnen werden. Das erscheint auch nötig angesichts der guten Zahlen, die Bezirksvorsitzende Andrea Luger mitgebracht hatte. 2018 bezeichnete sie für den Tourismus in Oberfranken als sehr positives Jahr. Bereits zum vierten Mal hintereinander sei ein deutlicher Zuwachs bei den Ankunfts- und Übernachtungszahlen zu verbuchen gewesen. Insgesamt habe die Zahl der Übernachtungen in Oberfranken 2018 deutlich über fünf Millionen betragen. Die Bettenauslastung habe in Oberfranken bei 39,6 Prozent und die durchschnittlich Aufenthaltsdauer bei fast drei Tagen gelegen. Die Zahl der Ankünfte sei um 4,9 Prozent gestiegen, die Zahl der Übernachtungen im Vergleich zum Vorjahr um 4,6 Prozent.

Es gab aber auch regionale Unterschiede. Eindeutig lasse sich feststellen, dass der Trend zum Kurzurlaub und zum Städtetourismus auch im vergangen Jahr angehalten hat. So hätten Bayreuth (plus 5,4 Prozent) und Bamberg (plus 3,5 Prozent) deutlichen Zuwachs. Die Übernachtungszahlen in Bad Staffelstein seien dagegen leicht gesunken. Trotzdem verzeichne die Badstadt etwa drei Viertel aller Übernachtungen im Landkreis Lichtenfels.

„Natürlich sind diese Tourismuszahlen, die ich Ihnen soeben vorgestellt habe, durchaus positiv für das oberfränkische Gastgewerbe, und wir freuen uns über diese Entwicklung“, meinte Andrea Luger. Allerdings drücke hin und wieder auch der Schuh. Sie forderte ein flexibleres Arbeitszeitgesetz und dringend Bürokratieabbau: „So etwas wie die Datenschutzgrundverordnung und ihre Umsetzung im vergangenen Jahr raubt unseren Mitgliedern den letzten Nerv und kostet Geld, insbesondere, wenn dann noch die Angst von der Abmahnindustrie umgeht.“ Andrea Luger zeigte sich jedoch optimistisch, dass in Zusammenarbeit mit der Staatsregierung und der Kampagne „Zukunft für das Gastgewerbe“ einiges auf einen besseren Weg gebracht werden kann.

Datenschutzgrundverordnung raubt den letzten Nerv

Der Kreisverband zeigte sich zufrieden mit der ebenfalls steigenden Touristenzahl im Landkreis Lichtenfels. Der Vorsitzende des Kreisverbandes, Volker Gagel, blickte auf ein herausforderndes Jahr zurück. Der Verband hatte im vergangenen Jahr einen Zuwachs von drei Mitgliedern von 71 auf 74 zu verzeichnen. Trotz der schwierigen Personalsituation schaut er optimistisch in die Zukunft.

Der neue Vorstand

Die Wahlen brachten folgendes Ergebnis: 1. Vorsitzender Volker Gagel, stellvertretende Vorsitzende Georg Müller und Johannes Ostler, Schatzmeister Roland Zeis, Schriftführerin Melanie Wolf, Kassenrevisoren Jochen Hofmann, Christian Dinkel und Birgit Müssel-Rosenbauer. Delegierte sind Volker Gagel, Georg Müller und Johannes Ostler, Ersatzdelegierte sind Alfons Deuber, Melanie Wolf und Roland Zeis.

Von Roland Dietz

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