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LICHTENFELS

Neujahrsempfang der Stadt Lichtenfels: Vorbild für Menschlichkeit

Im Sommer 2018 hat die damals achtjährige Johanna Guerrero Peralta (Mi.) einer Seniorin das Leben gerettet. Dafür wurde das Mädchen beim Neujahrsempfang vor hunderten Gästen geehrt. Außerdem zeichnete Erster Bürgermeister Andreas Hügerich (li.) Pfarrerin Anne Salzbrenner (2. v. li.) für ihren Einsatz für die Menschen der Stadt mit der Bürgermedaille aus. Es gratulierten Zweite Bürgermeisterin Sabine Rießner und Dritter Bürgermeister Winfried Weinbeer. Foto: Steffen Huber

„Anne Salzbrenner ist ein Vorbild für Menschlichkeit, Frieden, Freiheit, Toleranz und Integration!“ Mit diesen Worten würdigte Erster Bürgermeister Andreas Hügerich beim Neujahrsempfang der Stadt am Donnerstagabend in der Stadthalle vor hunderten Gästen die Arbeit und das Wirken der Pfarrerin der evangelischen Kirchengemeinde Lichtenfels. Anne Salzbrenner kämpfe für die Schwachen, gebe denjenigen eine Stimme, die keine hätten, und mache den Menschen Mut, sagte das Stadtoberhaupt weiter. Aus diesen Gründen und für ihr Wirken in der Seelsorge sowie ihre persönlichen Verdienste und als Sprecherin des Aktionsbündnisses „Lichtenfels ist bunt“ verleihe die Stadt der Pfarrerin mit der Ehrenmedaille eine ihrer höchsten Auszeichnungen.

Anne Salzbrenner ist seit über 20 Jahren Pfarrerin in der evangelischen Kirchengemeinde. „Mit ihrer Berufung nach Lichtenfels hat sich auch ein familiärer Bogen für sie geschlossen, war doch ihr Großvater Georg Seiß einst Pfarrer in der Schney und ihre Eltern lebten im Itzgrund“, erinnerte Hügerich in seiner Laudatio. Sie arbeite mit bei Stadtentwicklungsthemen, sei verantwortlich für die Trägerschaft der Kindertagesstätten Vogelnest und Körbla und wirke als stellvertretende Dekanin für den evangelisch-lutherischen Dekanatsbereich Michelau. Bekannt sei sie für ihr Engagement in der Flüchtlingshilfe und gegen Rechtsextremismus. „Pfarrerin Anne Salzbrenner spricht Klartext und legt den Finger in die Wunde.“

Die Geehrte nahm sichtlich bewegt die Auszeichnung entgegen. „Sie ist etwas Besonderes. Es ist etwas Besonderes, sie nicht für ein Bauwerk oder hehre Ziele zu erhalten, sondern für Menschlichkeit“, sagte Anne Salzbrenner. Die Pfarrerin betonte, dass sie ihren Beruf als Berufung sehe und es als Aufgabe annehme, Menschen eine Stimme zu geben, die sich sonst nicht äußern. „Auch die am Rand stehen, haben das Recht, gehört zu werden.“ Deswegen danke sie der Stadt, dafür diese Auszeichnung zu erhalten. „Das ist nicht selbstverständlich.“

Beherztes Eingreifen

Ebenfalls geehrt wurde die Schülerin Johanna Guerrero Peralta. Die damals Achtjährige hatte im letzten Sommer einer Seniorin, die während einer Busfahrt in Lichtenfels aufgrund der Hitze einen Schwächeanfall erlitten hatte, durch beherztes Eingreifen das Leben gerettet (diese Redaktion berichtete; siehe OT-Ausgabe vom 11. August,„Johanna, die kleine Lebensretterin“).

„Liebe Johanna, Deine umsichtige und vorbildliche Hilfe war wirklich großartig. Du hast es durch Deine Aufmerksamkeit und Deinen Mut geschafft, ein Leben zu retten. Es ist mir eine Ehre Dir im Namen unserer Stadt für Dein schnelles Eingreifen großes Lob und höchste Anerkennung auszusprechen“, sagte Bürgermeister Hügerich die Schülerin.

„Liebe Johanna, Deine umsichtige und vorbildliche Hilfe war wirklich großartig. Du hast es durch Deine Aufmerksamkeit und Deinen Mut geschafft, ein Leben zu retten.“
Andreas Hügerich, Erster Bürgermeister

Das Stadtoberhaupt hatte zuvor in seinem Bericht allen Bürgern gedankt, die zum Wohl der Allgemeinheit tätig seien. „Solche Bürgerinnen und Bürger sind wie ein Juwel in einer Gemeinschaft“, sagte Hügerich. Er appellierte an „weniger Eigensinn und mehr Verantwortung und Stärkung des Gemeinsinns“. Optimistisch stimme ihn, dass die Bereitschaft zur Hilfe am Nächsten stark wachse. „Es ist nicht zu übersehen, dass Solidarität und Verantwortungsbereitschaft kein Fremdwort gerade in unserer Stadt sind“, sagte der Bürgermeister.

Andreas Hügerich freute sich, dass nicht nur Organisationen helfen würden, sondern immer mehr Einzelpersonen: „So entsteht im besten Sinn eine Bürgergesellschaft, die nicht von Egoismus, sondern von gegenseitiger Zuwendung gekennzeichnet ist. Deshalb gebührt Respekt und Dankbarkeit all denen, die diesen Zusammenhalt stärken und sich dafür einsetzen.“ Dazu würden Vereine, Organisationen, Kirchengemeinden, Pflegeeinrichtungen und auch Schulen, Kindergärten und andere Bildungseinrichtungen, die es sich zur Aufgabe gemacht haben, den Menschen zu helfen, gehören.

In Vision 2030 einbringen

Der Bürgermeister erinnerte an die zahlreichen Projekte, die in in die Wege geleitet worden sind wie Baugebiete, private Investitionen, Kitas oder Infrastrukturmaßnahmen. Um Lichtenfels weiter zu entwickeln, appellierte er an die Bürger, sich in die Vision Lichtenfels 2030 einzubringen. „Die Potenziale in unserer Stadt sind vorhanden, jetzt gilt es sie zu nutzen“, so Hügerich.

Stellvertretender Landrat Helmut Fischer erinnerte an die positive demografische Entwicklung im Landkreis, dessen Einwohnerzahl in den vergangenen Jahren wieder gewachsen sei. Gründe seien dafür neben der positiven Wirtschaftslage die steigende Zahl an Bauplätzen, der Anschluss an den Verkehrsverbund mit Nürnberg oder die schöne Natur und Landschaft. Für die gute Entwicklung sah er die Zusammenarbeit zwischen Kommunen und Landkreis als besonders wichtig an. Fischer freute sich auch besonders über die Investition der Firma Concept Laser in Lichtenfels, die Arbeitsplätze schaffe und die Kaufkraft in der Region stärke.

Für die musikalische Umrahmung sorgte Detlef Purucker, der mit seinem Dudelsack schottische Melodien spielte und damit an die Städtepartnerschaft zu Prestwick erinnerte. Eine fulminanten Auftritt legte außerdem der Fanfarenzug Lichtenfels hin, der mit seinen Stücken die hunderte Gäste in der Stadthalle von den Stühlen riss.

Den Bericht über die Sportlerehrung lesen Sie auf Seite 6

Von Steffen Huber

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