LICHTENFELS

Konzertreihe „Weltklassik“: große Kunst in intimer Atmosphäre

Festlich das alte Jahr beenden: Dafür bietet sich das Silvesterkonzert mit Alexey Chernov um 17 Uhr in der ...

Bürgermeister Andreas Hügerich strahlt. „Es war die richtige Entscheidung der Stadt, die Synagoge zu kaufen und zu sanieren“, freut er sich. Aus dem Gebäude ist nicht nur aus städtebaulicher Sicht ein Schmuckstück geworden, es hat sich mit seiner guten Akustik auch als Veranstaltungsort etabliert. Nun kommt unter dem Titel „Weltklassik“ eine Klavierkonzertreihe dazu, die an Silvester mit Alexey Chernov startet: Er spielt unter dem Titel „Mozart und drei weitere Himmelsrichtungen der Klaviermusik“ Werke von Mozart, Liszt, Skrjabin und Rachmaninow.

Der 31. Dezember ist ein gut gewählter Termin, da waren sich beim Pressegespräch alle Beteiligten einig: neben dem Bürgermeister auch Stadtarchivarin Christine Wittenbauer, Steffen Hofmann und Harald Fischer vom Amt für Wirtschaft, Tourismus und Kultur sowie Roberto Bauer, der die „Weltklassik“-Reihe nach Lichtenfels geholt hat. „Es startet um 17 Uhr, das ist genau richtig, um sich festlich auf Silvester einzustimmen und danach schön essen zu gehen“, findet Bauer.

„Wir bringen vom Musikalischen her ein Riesenniveau nach Lichtenfels.“
Roberto Bauer, Organisator

Auch wenn das eine mit dem anderen auf den ersten Blick nur die Stilrichtung gemeinsam hat: Dass die Lichtenfelser von Dezember bis Mai immer am zweiten Sonntag des Monats in den Genuss hochkarätiger Klassikkonzerte kommen, ist sozusagen die Folge der Open-Airs mit Younee und Alexander Yakovlev, die 2017 und 2018 jeweils am ersten Augustdonnerstag in der Korbstadt gastierten. Für das kommende Jahr ist auch eines in Planung – aber das nur nebenbei. Als 2018 Yakovlev um die 1000 Zuhörer auf den Marktplatz lockte, war darunter auch Kathrin Haarstick aus Rysum in Ostfriesland, die die „Weltklassik“-Reihe verantwortet. Sie war so begeistert, dass sie Lichtenfels in die Liste von Städten aufnehmen wollte, in denen sie ihre Konzerte veranstaltet. Und das sind mittlerweile ziemlich viele „herrliche Orte“, wie es im Flyer heißt, von Aachen über Frankfurt am Main und Münster bis zu Stuttgart-Feuerbach und Wieckenberg/Wietze.

Bei Roberto Bauer rannte Haarstick damit offene Türen ein: Sein Anliegen ist es, das kulturelle Angebot in Lichtenfels kontinuierlich auszubauen. Dass das mit der „Weltklassik“-Reihe gelingt, davon ist er überzeugt: „Wir bringen vom Musikalischen her ein Riesenniveau nach Lichtenfels.“ Diese Einschätzung bestätigt Harald Fischer, der sich über Youtube einen ersten Eindruck von den Mitwirkenden verschafft hat und geradezu schwärmt von der Qualität der geplanten Konzerte.

Das gilt natürlich auch für den Auftakt an Silvester. Auf dem Programm stehen Werke von Wolfgang Amadeus Mozart, Franz Liszt, Alexander Skrjabin und von Sergej Rachmaninov. Das sind die vier „Himmelsrichtungen“, die der Konzerttitel meint: leichte Wiener Klassik, die Blütezeit der Romantik, die Moderne zwischen Impressionismus und Expressionismus und russische Klaviermusik in ihrer Blütezeit.

Alexey Chernov, der das Konzert bestreitet, hat schon über 30 internationale Preise gewonnen. Der Moskauer spielt Klavier, seit er vier Jahre alt ist. Er verfügt über ein sehr vielfältiges und großes Repertoire, tritt regelmäßig in vielen russischen Städten auf, gastierte etwa beim „The Stars of the White Nights“-Festival in Sankt Petersburg oder beim „Omaggio ad Arturo Benedetti Michelangeli“ in Val di Sole in Italien und arbeitet gerne mit der Moskauer Staatsphilharmonie zusammen. Auch als Komponist profiliert er sich.

Ihn und die weiteren ebenfalls preisgekrönten Künstler können Klassikfans in der ehemaligen Synagoge in einem sehr familiären Rahmen erleben. „,Weltklassik‘ legt Wert auf eine intime Atmosphäre“, erklärt Fischer. Karten können telefonisch oder per E-Mail reserviert werden und werden dann vor Ort bezahlt; die Gäste können sich vorher aussuchen, wo sie sitzen möchten. Am Konzertabend selbst wird ein Sitzplan aufgehängt, in den die Namen der Kartenbesitzer an ihrem jeweiligen Platz eingetragen sind. Zu diesem werden die Gäste dann auch gebracht.

Für Jugendliche kostenlos

Ein besonderes Schmankerl: Für junge Zuhörer bis 18 Jahren ist der Eintritt frei. „Wir wollen junge Leute an die Klassik heranführen“, bekundet Fischer. „Das ist auch ein tolles Angebot für Musikschüler“, freut sich Hofmann: „Wir haben hier viele, die Klavier lernen. Hier können sie Weltklasse erleben, und dann auch noch kostenlos.“

Bürgermeister Hügerich empfindet es als eine Auszeichnung für die Stadt, dass sie als Standort ausgewählt worden ist. Die Klassik-Open-Airs hätten gezeigt, dass das Interesse da ist – und Konzerte in der Korbstadt durchaus das Potenzial haben, auch überregional Publikum anzulocken. Hofmann sieht das genauso: „Das zieht eine neue Zielgruppe nach Lichtenfels.“ Und nicht nur für einen Konzertbesuch. Der Citymanager weiß, dass weiche Standortfaktoren, zu denen eben auch das kulturelle Angebot zählt, wichtig sind, wenn es darum geht, Fachkräfte in die Korbstadt zu locken.

Da trifft es sich gut, dass die Stadt hier auf Roberto Bauer bauen kann. Der umtriebige und gut vernetzte Fachhändler organisiert seit Jahren nebenher Konzerte. „Erst mal sind sechs Gigs ausgemacht“, sagt er. Aber er ist sich sicher, dass diese gut angenommen werden. Also hat er sich eins schon fest vorgenommen: „Wir wollen das kontinuierlich ausbauen.“

Weitere Infos unter www.weltklassik.de. Karten können per E-Mail an info@weltklassik.de oder unter Tel. (0211) 9365090 reserviert werden.

Weltklassik in der ehemaligen Synagoge in Lichtenfels

„Mozart und drei weitere Himmelsrichtungen der Klaviermusik“: Alexey Chernov spielt Mozart, Liszt, Skrjabin und Rachmaninow am Montag, 31. Dezember, um 17 Uhr.

„Nicht nur für Elise“: Mikhail Mordvinov spielt Beethoven, Schubert, Schumann, Tschaikowsky und Rachmaninow am Sonntag, 13. Januar, um 17 Uhr.

„Chopin und andere Tastenzauberer“: Yu Mi Lee spielt Haydn, Rachmaninow, Debussy und Chopin am Sonntag, 10. Februar, um 17 Uhr.

„Schumann: Grande Sonate und Carnaval“: Georgy Tchaidze spielt Schumann am Sonntag, 10. März, um 17 Uhr.

„Chopin und ein farbenprächtiges Kaleidoskop“: Chatherine Gordeladze spielt Rameau, Beethoven, Czerny und Chopin am Sonntag, 14. April, um 17 Uhr.

„Bilder einer Ausstellung“: Nadezda Pisareva spielt Rameau, Ravel und Mussorgsky am Sonntag, 12. Mai, um 17 Uhr.