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LICHTENFELS

Lichtenfels: Original Egerländer Musikanten spielen sich in Herzen

Die Egerländer begeisterten am Sonntag in der Lichtenfelser Stadthalle. Foto: Andreas Welz

Die original Egerländer Musikanten verzauberten am Sonntag ihr Publikum in der Lichtenfelser Stadthalle mit böhmisch-mährischer Blasmusik. Die Musiker, allesamt Spezialisten auf ihren Instrumenten, begeisterten das Publikum. Ambros Harth aus Bad Königshofen hat 50 Jahre selber Blasmusik gespielt. „Ich bin ein absoluter Fan“, bekannte er. Den legendären Orchestergründer Ernst Mosch kannte er persönlich.

Aus dem Knetzgau war Otto Kräb mit seiner Frau Rita angereist. „Die Nachfolger von Ernst Mosch sind Profis“, stellte er fest. Sie freute sich über die schöne Musik und: „Wir lieben die Musiker“. Manfred Weingold aus Ebern fasste zusammen, was alle fühlten: „Gott sei Dank, leben die Egerländer und ihre Musik weiter“.

Nicht ganz zufrieden war der Veranstalter, die S&W Music-Group Schweinfurt. Einer der beiden Inhaber, Bernd Wehner, sagte unserer Redaktion: „Es wurden nur 450 Eintrittskarten verkauft, wir hatten mit bedeutend mehr Leuten gerechnet“.

Vom Ticket-Verkauf enttäuscht

Orchesterchef und Dirigent Ernst Hutter erinnerte sich an das Abschiedskonzert mit Ernst Mosch. „Wir denken noch heute daran. Es fand im Frühjahr 1998 im Circus-Krone-Bau in München statt. Viele der rund 25 Musiker seien heute noch dabei. Ein Höhepunkt des Programms war die Polka „Musikantenstolz“, nach der auch die aktuelle Tournee benannt ist. Es erklangen viele alte Hits aber auch die größten Erfolge der letzten 20 Jahre. Authentizität und Originalität, gepaart mit viel Liebe zum Detail. Das Ensemble verstand mit Musikalität und Eigenkompositionen, mit viel Freude und Humor, das Publikum in seinen Bann zu ziehen und zu unterhalten. Die böhmisch-mährische Blasmusik wurde dorthin gebracht, wo sie hingehört: In die Herzen der Menschen.

Walzer, Polka und Märsche wechselten sich in harmonischer Fülle ab. Bei den „Grubenpferden“ hörte man die geplagten Rösser schnauben, während die Posaunen den „Graf Mercy-Marsch“ machtvoll in die Stadthalle bliesen. Schön melancholisch intonierten die Tenorhörner die Melodie von den „Alten Freunden“ und träumten vom Egerland. Die Tuba konnte es dann nicht lassen, die Träumenden aufzuwecken.

Der wohlklingende Koloss setzte auf rhythmische Akzente, überließ aber den Posaunen und Hörnern die Klanggewalt. Den zweiten Teil des Konzerts eröffneten die Egerländer mit der „Starparade“. Mit ausgewogenem Klang und gekonnten Dynamikwechseln gelang es dem Orchester, das altbekannte Blasmusikstück frisch klingen zu lassen.

„Memory an Ernst Mosch“

Ernst Hutter hatte den harmonischen Klang mit samtenen Flügelhörnern und Tenorhörnern, knackigen und swingenden Trompeten und Posaunen sowie quirligen Klarinetten weiter verfeinert. Der Orchesterchef stellte das virtuose Können seiner 23 Musiker mit vielen „alten Hasen“ und „jungen Wilden“ noch deutlicher heraus als einst Ernst Mosch. Neben alten und weltbekannten Kompositionen von Ernst Mosch wie der „Egerländer Jubiläumsmarsch“ gaben auch neue Stücke zum Beispiel die „Eddi-Polka“ oder „Bleib Dir treu“, dem Konzert eine weitere und besondere Würze. Begeisterungsstürme riefen alle Profi-Musiker – darunter auch zwei der drei Söhne von Ernst Hutter, Martin auf der Trompete und Stephan am Schlagzeug – mit ihrem „Memory an Ernst Mosch“ hervor.

Den Gesangspart übernahmen Katharina Praher und Nick Loris. Eindrücklich sangen sie: „Das Feuer brennt weiter mit ungebrochner Kraft, weil sich die Egerländer Blasmusik auch bei den Jungen Freunde macht“. Insgesamt acht Stücke überzeugten mit dem richtigen Arrangement des Orchesters.

Durch den Nachmittag und Abend führte Edi Graf. Der Radiomann vom Südwest-Rundfunk unterhielt mit Geschichten und Witzen zwischen den Musikblöcken das meist ältere Publikum.

Das gut zweistündige Konzert zeigte, dass die böhmisch-mährische Blasmusik ihre Anziehungskraft nicht verloren hat. Die Zuhörer erlebten, wie sehr diese Musik erfreut, entspannt, sowie gleichzeitig erhebend wirkt und in Seele und Gemüt einfließt.

Ernst Hutter gedachte mit der Zugposaune „Memory“ an den Orchestergründer Ernst Mosch. Foto: Andreas Welz

Von Andreas Welz

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