LICHTENFELS

Lichtenfels: Gewerkschaft ver.di ehrt langjährige Mitglieder

Der DGB-Regionsgeschäftsführer Mathias Eckardt, die Bezirksgeschäftsführerin Doris Stadelmeyer (v.

Der Ortsverein Lichtenfels der Vereinten Dienstleistungsgewerkschaft (ver.di) hatte am Dienstag langjährige Mitglieder in die Gaststätte Wichert eingeladen, um sie für ihre 25-, 40-, 50- und 60-jährige Treue zur Gewerkschaft zu ehren.

Die Bezirksgeschäftsführerin Doris Stadelmeyer bedankte sich bei den Gewerkschaftsjubilaren für ihre langjährige Treue und warf einen Blick zurück auf die Jahre 1958, 1968, 1978 und 1993, also auf die Jahre, in denen die zu ehrenden Frauen und Männer der Gewerkschaft beitraten. Sie richtete aber natürlich auch ihr Augenmerk auf aktuelle Ereignisse und auf die Erfordernisse des zukünftigen gewerkschaftlichen Engagements.

Für bezahlbares Wohnen

In ihrem Vortrag legte Doris Stadelmeyer das Hauptaugenmerk auf das Thema der sozialen Sicherheit und Gerechtigkeit. Dabei ging es ihr vor allem um sichere Arbeitsplätze, bezahlbare Wohnungen, ein funktionierendes Gesundheitssystem, eine intakte Umwelt und eine auskömmliche Rente.

Sie griff dabei eine Reihe von dringend verbesserungswürdigen Punkten auf und stellte fest, dass die Arbeitswelt oft nicht mehr zur Lebenswelt passe. So sei die Zahl der Menschen, die in prekären Beschäftigungsformen arbeiten, noch nie so hoch gewesen. Befristung, Leiharbeit und Mini-Jobs stiegen, 21,4 Prozent der Beschäftigten würden für einen Niedriglohn von unter zehn Euro pro Stunde arbeiten. Einerseits wachse die Zahl der Menschen, vor allem Frauen, die in unfreiwilliger Teilzeit festhängen, andererseits arbeite jeder Zehnte mehr als 48 Stunden pro Woche. Die Hälfte der Überstunden bleibe unbezahlt.

Wohnen werde für viele zusehends unbezahlbar. Vor allem in den großen Städten, aber auch schon in Orten wie Bamberg, stiegen die Mieten rasant an. Der soziale Wohnungsbau sei annähernd zum Erliegen gekommen.

In den Schulen gebe es einen gewaltigen Sanierungsstau und die Klassen seien vielerorts immer noch viel zu groß. Beim Gesundheitssystem habe man es mit einer gravierenden Benachteiligung der Kassenpatienten etwa bei der Vergabe von Facharztterminen zu tun und in den Krankenhäusern fehle es ebenso wie in den Altenheimen an Personal.

Sie prangerte auch an, dass es der Regierung zu teuer sei, ein Rentenniveau von 48 Prozent auch über 2025 hinaus zu finanzieren, andererseits wolle man den Rüstungsetat um 30 Milliarden erhöhen. Aus Umweltaspekten kritisierte sie auch das nicht zuletzt am Veto der Bundesregierung in der EU gescheiterte Verbot des Unkrautvernichtungsmittels Glyphosat.

Viel gemeinsam erreicht

Der DGB-Regionsgeschäftsführer Mathias Eckardt betonte in seinem Grußwort, dass die Welt zwar zur Zeit durch verschiedene Ereignisse verunsichert sei, dass die Bevölkerung der Bundesrepublik aber doch aktuell eine gute Zeit erlebe. Vieles hätten die Gewerkschafter angestoßen und sie würden auch weiterhin für ihre Ziele kämpfen. So sei nicht nur der Mindestlohn erreicht, sondern auch bereits zum zweiten Mal erhöht worden, wovon besonders die Frauen profitieren würden.

In diesem Jahr sei die Erwerbsminderungsrente deutlich erhöht worden und ab 2019 erfolge die Rückkehr zur Beitragsparität in der gesetzlichen Krankenversicherung.

Unter den geehrten Gewerkschaftern befand sich auch Otto Klein, der bereits seit 60 Jahren der Gewerkschaft die Treue hält. 1955 begann er eine Lehre als Straßenwärter und war der erste Lehrling Bayerns überhaupt in diesem Beruf. 1958 trat er in die Gewerkschaft ÖTV ein, die dann 2001 in der vereinten Dienstleistungsgewerkschaft (ver.di) aufging. Zunächst hatte er seinen Arbeitsbereich im Raum Lichtenfels, ehe er ab 1970 nach Kronach wechselte. Als größere Maßnahme erinnerte er sich beispielsweise an die Asphaltierung der Straße von Lichtenfels nach Buch am Forst, während er später im Frankenwald im Winterdienst eingesetzt war.

Mit dem Dank für ihr langjähriges Engagement für die Gewerkschaft leitete der ver.di-Bezirksvorsitzende Harald Kober zu den Ehrungen für treue Mitglieder über, die er mit Doris Stadelmeyer und deren Stellvertreterin Tanja Goldgruber sowie Mathias Eckardt vornahm.

Ehrungen

Ehrung langjähriger Gewerkschaftsmitglieder: 25 Jahre: Doris Bachsteffel, Sylke Deuerling, Elke Dietz, Christian Dorsch, Christian Dütsch, Doris Mauer, Berta Reus, Andreas Stratmann, Alexander Zeulner;

40 Jahre: Norbert Dicker, Konrad Dietz, Dieter Ebner, Jürgen Fischer, Karl-Heinrich Günther, Jürgen Hemmerlein, Adam Hiller, Stefan Hofmann, Franz Hofmann, Helmut Höppel, Margot Kuschal, Peter Nolte, Lothar Oppelt, Alwin Paschold, Karl-Heinz Wiemann, Johann Will; 50 Jahre: Adelheid Büttner, Günter Friedlein, Michael Holhut, Michael Mager, Maria Weih; 60 Jahre: Otto Klein, Manfred Puschmann.

Zahlreiche Männer und Frauen konnten für 25- und 40-jährige Mitgliedschaft in der Gewerkschaft ver.di geehrt werden.