LICHTENFELS

Richtfest 3D Campus: Ein Hoch auf das Megaprojekt von Concept Laser

Haben allen Grund zum Strahlen: die Verantwortlichen von GE Additive und Concept Laser um Frank Herzog (3. v.

Für die Richtkrone reicht der „kleine 280-er“: Während Zimmerer Daniel Gradl in luftigen Höhen auf dem Dach des künftigen Verwaltungstrakts Hausherren und Handwerker hoch leben lässt, hievt der Kranführer den in Frankenfarben geschmückten Kranz über das Bauwerk. „Hoch! Hoch! Hoch!“, schallt es durch das Seubelsdorfer Gewerbegebiet. Und Frank Herzog, Gründer von Concept Laser und Projektgesamtverantwortlicher zum Baustatus des 3D Campus, strahlt in die Runde.

Obwohl zum Richtfest beim Megaprojekt auch die Mitarbeiter, Nachbarn, Handwerker, Architekten und alle anderen Beteiligten eingeladen sind, wirkt der Rahmen familiär, fast schon intim. „Mit dem 3D Campus stellen wir die Weichen für die Zukunft und geben uns Raum für Ideen, Kreativität und Innovationen“, sagt Herzog. Gerade einmal 366 Tage sei es her, als am 13. September vergangenen Jahres der Bauantrag genehmigt wurde, Anfang Oktober begannen dann die Erdarbeiten.

Bekenntnis zum Standort Lichtenfels

Der 3D Campus sei ein klares Bekenntnis von GE Additive zum Standort Lichtenfels. Das Megaprojekt sei auch ein Verdient aller Concept-Laser-Mitarbeiter, ohne die die Firma nicht das wäre, was sie heute ist. Wieder vereint unter einem Dach, wolle man hier künftig forschen, entwickeln und produzieren sowie künftige Gäste für den 3D-Druck begeistern. „Mit unserem 3D Campus wollen wir 3D-Metalldruck erlebbar machen und in die Welt hinaustragen.“ Der Standort Lichtenfels wird dann zu einem Zentrum für die Produktion von 3D-Metalldruck-Maschinen von GE weltweit werden.

„Mit unserem 3D Campus wollen wir 3D-Metalldruck erlebbar machen und in die Welt hinaustragen.“
Frank Herzog, Gründer von Concept Laser

Im März 2017 habe man erstmals dieses Grundstück ins Auge gefasst führte Siegfried Schmelzle, verantwortlicher Architekt von „Schmelzle+Partner“, aus: zwischen Auto- und Eisenbahn, im Hochwassergebiet, damals noch landwirtschaftlich geprägt, mit einem Untergrund mit extrem niedriger Tragfähigkeit, bis dato ohne Bebauungsplan. Trotzdem sei alles sehr zügig vorangegangen. „Bis zum heutigen Tag stand die Baustelle keinen Tag still“, freut er sich. „Für uns Architekten ist es extrem spannend, für ein Unternehmen zu bauen, das Teil einer neuen industriellen Revolution ist.“

Der 3D Campus, in den GE Additive und Concept Laser rund 105 Millionen Euro investieren, ist auch für die ausführenden Firmen ein Projekt der Superlative. „Beispielsweise haben wir für die Stahlträger mit jeweils 75 Tonnen einen 500-Tonnen-Autokran vor Ort gehabt“, erklärt Thomas Dechant, Prokurist der Dechant Hoch- und Ingenieurbau GmbH, im Gespräch mit dieser Redaktion. Ein weiteres Kran-Kraftpaket von 550 Metertonnen, mit 38 Metern Hakenhöhe, mit einem 70 Meter reichenden Ausleger, der selbst an der Spitze des Kranarms noch 7,5 Tonnen heben kann, steht immer noch vor Ort. Beeindruckend auch: Im 3D Campus werden 3800 Lasterladungen Zement verbaut. Hinzu kommen 3600 Tonnen Stahl, was dem Gewicht von 6,5 voll beladenen Airbus A380 entspricht und mehr als der Hälfte des Eiffelturms.

Größer als das Bundeskanzleramt

Die benötigten Pfähle für das Gebäude summieren sich auf eine Gesamtlänge von 5,9 Kilometern. Der neue 3D Campus ist 421 Meter lang und bis zu 22 Meter hoch und somit größer als das Bundeskanzleramt in Berlin. Die Dachfläche des 3D Campus entspricht etwa der Größe von drei Fußballfeldern.

„To success“ (deutsch: „auf den Erfolg“): Frank Herzog erhebt vor dem Gebäude das Glas Sekt, als Zimmerer Daniel Gradl sein Glas vom Dach sausen lässt. Sean Keith, Sam Weckel und Meddah Hadjar vom Concept-Laser-Management tun es ihm gleich. Die Umstehenden spenden Applaus. Applaus für den Zimmerer. Applaus für den 3D-Metalldruckpionier. Und Applaus für ein Megaprojekt in Seubelsdorf, das künftig Platz für rund 500 Mitarbeiter bietet.

Auf einer Fläche von rund 40 000 Quadratmetern werden Forschung und Entwicklung, Produktion, Service und Logistik sowie die Verwaltung unter einem Dach vereint. Dann wird Concept Laser die Produktionskapazität um den Faktor vier erhöhen. Der neue, hochmoderne 3D Campus soll in zwei Etappen 2019 und 2020 bezogen werden.

Voll im Zeitplan

„Die Arbeiten zum neuen 3D Campus laufen bisher planmäßig, mit dem Baufortschritt sind wir bis dato absolut zufrieden“, betont Frank Herzog. „Das Zusammenspiel aller Beteiligten darf man als vorbildlich bezeichnen. Ich bin mehr als stolz auf das Erreichte.“ Der 3D Campus biete den Mitarbeitern einen hochmodernen und nach ihren Wünschen ausgerichteten Arbeitsplatz, „welcher insgesamt die Attraktivität von Concept Laser und GE Additive als Arbeitgeber noch weiter erhöhen dürfte“.

Einzug ab Mitte 2019

Mittlerweile sind am 3D Campus die Stahlarbeiten an der Produktionshalle komplett beendet, die Fassaden- und Metalldacharbeiten zu 95 Prozent, die Glasfassade zu 90 und die Isolierung und Abdichtung des Daches der Produktionshalle ebenfalls zu 90 Prozent beendet. Während die Rohbauarbeiten am Powerhaus abgeschlossen sind, nimmt die Pforte nun deutliche Züge an. An der Spitze der Produktionshalle haben die Rohbauarbeiten zum Verwaltungsgebäude begonnen. Der Einzug der Produktion soll Mitte 2019 stattfinden, die Verwaltung wird ein Jahr später folgen.

Fakten zum 3 D-Campus

• Standort: Gewerbegebiet LIF-Seubelsdorf

• Spatenstich: 30. November 2017

• Investitionsvolumen: 105 Millionen Euro

• Größe des Areals: rund 40 000 Quadratmeter (davon rund 60 Prozent

Produktionsfläche) • Gebäudelänge: 421 Meter

• Gebäudehöhe: bis zu 22 Meter

• Rauminhalt: 330 000 Kubikmeter

• Mitarbeiterzahl (geplant): 500

• Erweiterungsflächen: weitere 40 000

Quadratmeter

• Fertigstellung (geplant): Mitte 2019

• Einzug: Produktion im Jahr 2019, Verwaltung im Jahr 2020.

Der 3D-Campus wird künftig Forschung und Entwicklung sowie Produktion, Service und Logistik unter einem Dach vereinen.
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