LICHTENFELS

Vernissage im Stadtschloss: Geflochtene Kunst in Licht und Schatten

Otto W. Werren macht es vor: So, wie hier gezeigt, lassen sich seinen Bildern über Licht und Schatten weitere ...

„Acrylfarbe auf Leinwand mit Bauschaum, Saleen und Sprühlack“ – was nach Rezeptur klingt und auch eine ist, kennzeichnet auch Otto W. Werrens Arbeitsweise: Mixturen anfertigen, Komponenten zu Bildern fügen. Zum Korbmarkt und noch bis zum 25. September sind seine Werke im Stadtmuseum zu finden. Am Donnerstag war Ausstellungseröffnung von „Geflochtene Kunst in Licht und Schatten“.

Sabine Rießner zeigte sich angetan von dem, was sie und noch weitere 15 Gäste umgab: Leinwände, die Kreuzmotive aufwiesen, die Holzspäne, Bauschaum und Farben auf sich vereinten. Das zu sehen, wäre sie, die Zweite Bürgermeisterin „sowieso gekommen“, so Rießner. In Vorbereitung auf diesen Termin habe sie aber doch auch „Mr. Google zu Hilfe geholt“ und darauf entschieden: „Da gehste hin!“

„Otto Werren, der malende Flechtwerkgestalter –

wie klingt denn das?“

Otto W. Werren über die neue Berufsbezeichnung

Nun war sie da, ließ sich von Werren sogar ein Büchlein signieren und wurde Ohrenzeugin einer knapp gehaltenen, aber doch originellen Begrüßung durch Werren. Der, ursprünglich Berliner und heute in Kassel lebend und schaffend, erklärte, ein Korbmacher zu sein und keinen Wert auf die heutzutage den Beruf aufwertende Bezeichnung „Flechtwerkgestalter“ zu legen. Die Begründung dafür reichte er nach: „Otto Werren, der malende Flechtwerkgestalter – wie klingt denn das?“

Was Werren an Sperrigkeit in der Sprache vermeiden möchte, findet sich auch nicht auf seinen Bildern. So kommen deren Namen selten allzu verklausuliert oder gar verschlüsselt daher, dafür selbsterklärend und mitunter mit Wortwitz. Ein geflochtenes Kreuz, schimmernd auf Leinwand mit Peddigrohr, heißt „Glänzende Verbindung“, ein Rattangeflecht mit Acryl auf Leinwand, auf dem fünfmal drei Kreuzungen stattfinden, heißt schlicht „Fuffzehn“. Da fragt man sich als Betrachter, ob zuerst der Name und dann das Werk da war, oder ob es sich andersrum verhielt.

Licht und Schatten – das ist das Spiel, auf welches Werren seine Bilder mitunter angelegt habe, so der 68-jährige Rentner auf Nachfrage. So lud er die Besucher dazu ein, sie mittels künstlicher Lichtquellen zu betrachten und das Schillern auf der Leinwand zu bemerken. Licht und Schatten bietet aber auch die Kunst von Otto W. Werren selbst. Ist sie eine, oder sind die Bilder nur Komposition aus unterschiedlichen Materialien? Eine Frage, die Besucher sich noch bis zum 25. September selbst beantworten können.

Öffnungszeiten: Dienstag, Donnerstag und Sonntag von 14 bis 17 Uhr.

Auch zwei flämische Gäste fanden sich auf der Ausstellungeröffnung ein.