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EICHIG / ROTHMANNTHAL

Tag der offenen Gartentür: Der grüne Weg ins Glück

Ein Gartenteich mit blühenden Seerosen ist im Garten der Familie Tremel zu bestaunen. Foto: Gerda Völk

„Unkraut zu verkaufen. Wegen hoher Nachfrage nur an Selbstpflücker.“ Dieser, auf eine Schiefertafel geschriebene Satz, regt nicht nur Gartenbesitzer zum Schmunzeln an. Zu finden war er im Garten der Familie Schütz in Rothmannsthal. Kreativ und mit einen Quäntchen Wahrheit versehen, war auch die Botschaft von Margit Herold: „Wer einen Garten hat, braucht weder Urlaub noch Fitnessstudio“.

Im Landkreis hat der jährlich stattfindende „Tag der offenen Gartentür“ eine lange Tradition. Auch in diesem Jahr gaben sich die Besucher die Klinke in die Hand. Bereits in den Vormittagsstunden waren viele Gartenliebhaber unterwegs. In den Nachmittagsstunden wälzten sich wahre Besuchermassen durch die Juradörfer Eichig und Rothmannsthal. Insgesamt waren es sechs Gärten, zwei in Eichig und vier in Rothmannsthal, die am vergangenen Sonntag besichtigt werden konnten. Ein Shuttlebus verband die beiden Ortschaften miteinander. Eine Fahne weist den Weg direkt in das private Gartenglück. Der Besucher kann sich inspirieren lassen und das eine oder andere auch im eigenen Garten umsetzen. Dazu gaben die jeweiligen Gartenbesitzer gerne Auskunft. Dabei entwickelnden sich manch spannende Gespräche. Es sind höchst unterschiedliche Gärten, die besonders wegen ihrer Vielfältigkeit auffallen. Das Spektrum reichte von naturnahen Garten über Bauerngärten bis hin zum richtigen Familiengarten.

Ein Stück Lebensqualität

Für Margit und Martin Herold aus Rothmannsthal ist der Garten ein Stück Lebensqualität, auch wenn damit viel Arbeit verbunden ist. Das Ehepaar lässt seinen Garten für höchsten drei bis vier Tage allein. Neben einem großen Gemüsegarten, sind unter anderen Beerensträucher für Marmeladen, eine Kräuterschnecke für Küchenkräuter, ein Frühbeet, sowie ein kleiner Teich als Vogeltränke und ein großer Apfelbaum als Schattenspender zu finden. Ein liebevoll dekorierter Küchenherd entlang der Hauswand rundet das Ganze ab.

Eintritt durch die Rosenpforte

Kein klassischer Hausgarten im eigentlichen Sinn erwartet den Besucher bei der Familie Fuhrmann in Eichig. Hinter der Scheune erwartet den Besucher ein großer Obst- und Gemüsegarten. Tomaten gedeihen in einer alten Blechwanne an der Hausmauer, wo sie vor Wetterunbilden geschützt sind. Auch ein stolzer Hahn mit seinen Hennen ist auf dem Anwesen zu finden.

Einen Familiengarten besitzt die Familie Müller in Rothmannsthal, dem die Begeisterung für die Scholle anzusehen ist. Der Besucher betritt den Garten durch einen Rosenbogen. Während der vordere Bereich rund ums Haus eher durch seinen repräsentativen Charakter auffällt, bietet im hinteren Teil ein größerer Stall den Kaninchen der Familie Schutz, wenn sich die Mümmelmänner nicht gerade im Freilauf aufhalten.

Führung durch den Felsengarten

Rund 300 Personen fanden sich am frühen Sonntagnachmittag zur Führung durch den Eichiger Felsengarten mit dem ehemaligen Kreisfachberater für Gartenbau, Jupp Schröder, ein. Die Felsen sehen aus, als hätte sie ein Riese in den Buchenwald hineingeworfen. Ein Dorado für Kinder, die auf den Felsen herum kletterten und dabei ihren Hosenboden zum Teil arg strapazierten. Das bizarre Felsgebilde im Wald von Eichig dürfte bislang eher weniger bekannt sein. Die Felsformationen tragen vielsagende Namen wie Nasenlöcher oder Dom.

Für das leibliche Wohl sorgten die beiden Gartenbauvereine der Ortschaften am Dorfplatz von Eichig. Hier konnte sich der Besucher mit selbst gemachten Kuchen und Torten und einer Tasse Kaffee stärken. Organisiert wurde der „Tag der offenen Gartentür“ vom Kreisverband für Gartenbau und Landespflege und den beiden örtlichen Gartenbauvereinen.

Früh übt sich, wer ein Gärtner werden will. Foto: Gerda Völk
Rund 300 Personen fanden sich zur Führung mit dem ehemaligen Kreisfachberater für Gartenbau, Jupp Schröder, durch den Eichiger Felsengarten ein. Foto: Gerda Völk

Von unserer Mitarbeiterin Gerda Völk

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