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LICHTENFELS

Was Oberfranken zu bieten hat

Podiumsdiskussion beim „SmartSpaceOberfranken“ (v. li.): Moderatorin Danica Großer, Bloggerin Debora Fikentscher, Moderator Frank Ebert, Melanie Huml, Jürgen Ziegler, Kacper Mierzejewski. Foto: Andreas Welz

„Wie stellt ihr euch euer Oberfranken im Jahr 2030 vor?“ Diese Frage haben im vergangenen Jahr die Regierung von Oberfranken, der Bezirksjugendring und das Demographie-Kompetenzzentrum Oberfranken zum Auftakt des Jubiläumsjahres „Wir feiern Bayern“ der Jugend gestellt. Am vergangenen Freitag wurden ihre Antworten in Form von kreativen Videoclips in der Staatlichen Berufsschule Lichtenfels vorgestellt.

Die meisten von ihnen wünschen sich die Vereinbarkeit von Beruf und Familie. Bezahlbarer Wohnraum stand ganz oben auf der Wunschliste. Gut bezahlte Jobs und Karrierechancen sind weitere Kriterien für die nachwachsende Generation. Nicht zuletzt forderten sie für die Zukunft eine intakte Natur. Das Demographie-Kompetenzzentrum griff die Gedanken und Visionen auf. Junge Menschen aus Oberfranken sollten im Rahmen einer rund 60-minütigen Diskussion mit Politikern, Wirtschaftsexperten, Unternehmern, Tourismus- und Freizeitexperten sowie Jugendverbänden eine öffentliche Plattform erhalten, um ihre Anregungen persönlich zu formulieren.

Wichtige Antworten

Die Diskussion unter dem Titel „SmartSpaceOberfranken“ gab wichtige Antworten und zeigte auf, was Oberfranken heute schon bietet und woran noch gearbeitet wird. Die Podiumsdebatte wurde auf Facebook und in Auszügen im Radio und Fernsehen übertragen. Die Moderation hatten Frank Ebert, Geschäftsführer des Vereins „Oberfranken offensiv“ und Danica Großer, Redaktionsleiterin von Radio Galaxy, übernommen.

„Ich möchte, dass Familien so leben können, wie sie möchten.“
Gesundheitsministerin Melanie Huml, Vorsitzende von Oberfranken Offensiv

Staatsministerin Melanie Huml (CSU) stellte fest: „Wir können viel anbieten im Vergleich zu anderen Regionen.“ Für die Familienplanung sei die Schaffung von Kindertageseinrichtungen von besonderer Bedeutung. Hier sei Oberfranken beispielhaft.

Auch die große Palette der Ausbildungsberufe sei einmalig in Bayern. Alle müssten gleiche Chancen haben, betonte sie und fügte hinzu: „Ich möchte, dass Familien so leben können, wie sie möchten.“ Bezahlbarer Wohnraum sei zwar vorhanden, aber es gebe auch Wohnungen in Ballungszentren, die für Normalverdienende unerschwinglich seien. Sie erinnerte an ein Förderprogramm für ländliche Regionen, das es möglich mache, wieder mitten im Dorf zu wohnen.

In einem Videoclip äußerte sich auch Ministerpräsident Markus Söder. Er hatte noch als Heimatminister das Demographie-Zentrum Oberfranken gegründet. Söder machte sich stark für ländliche Regionen und erinnerte an die Verlagerung von Behörden aus dem Großraum München nach Oberfranken, was hier Arbeitsplätze geschaffen habe. Im Zusammenhang mit der Schaffung von akademischen Arbeitsplätzen wies in einem Videoclip der Firmengründer von Concept Laser, Frank Herzog aus Schney, darauf hin, dass derzeit ein neues Verwaltungs- und Produktionsgebäude in Lichtenfels im Bau sei.

Infos zur Tourismusschule

Die Produktionshalle soll Ende 2018 und das Office-Gebäude Mitte 2019 bezugsfertig sein. Für dieses Bauprojekt hätten Concept-Laser und der Mutterkonzern General-Electric 105 Millionen Euro investiert. Mit Sonderausgaben werde der Bau etwa 120 Millionen Euro kosten. In einer eigenen Akademie würden Mitarbeiter auf die zukünftigen Aufgaben vorbereitet.

Jürgen Ziegler, Vorsitzender des Kreisjugendringes Kulmbach, sah Bedarf in der Verbesserung des Öffentlichen Personennahverkehrs. Die Leiterin der neuen staatlichen Tourismusschule in Kronach, Marina Rexin, stellte einen Schülerzuwachs fest. Ihre Schule bereite Mittelschüler auf das Fachabitur vor und vermittele Kenntnisse im Tourismusmanagement. Sie empfiehlt ihren Schülerinnen und Schülern, zunächst ein Jahr in der Region zu bleiben und danach Erfahrungen im Ausland zu sammeln. In Kronach mangele es an Unterkünften, das sei in Anbetracht der wachsenden Schülerzahlen ein Problem.

Die Stadt Hof will auf das geänderte Konsumverhalten der Bürger reagieren. Das erste Modul „Digitalisierung und Präsentation“ beschäftigt sich mit der Vernetzung des Innenstadtangebots mit den Sozialen Medien. Unter anderem schreibt die Bloggerin Debora Fikentscher regelmäßig Erfahrungsberichte über die Stadt Hof als Einkaufsstadt. Sie erläuterte bei der Talkrunde ihre Ergebnisse. Ihre Eindrücke vom Unterricht in der Berufsschule für Hotel- und Tourismusmanagement schilderte die Auszubildende Lotte Niechziol. Der Bezirksschülersprecher für Realschulen, Kacper Mierzejewski, forderte den Erhalt einer intakten Natur.

Von unserm Mitarbeiter Andreas Welz

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