Die Woche vor 25 Jahren im Obermain-Tagblatt: Tiefbohrungen bei Stadel und Staffelstein

Bohrkerne und „Bohrturm” der ersten Probebohrung für die neue ICE-Trasse durch den Banzgau.

Die Woche vor 25 Jahren im Obermain-Tagblatt

Kommunion und Konfirmation: Die Christen im Landkreis haben in diesen Tagen seit Ostern traditionell Grund für Familienfeiern und schicken Zwirn. Das OT ist voll mit den klassischen Gruppenbildern der jungen Leute im Kleid und dunklen Anzügen. In der Basilika Vierzehnheiligen feiert man im Rahmen eines Gottesdiensts mit Erzbischof Elmar Maria Kredel am 23. April 1993 den 250. Jahrestag der Grundsteinlegung der Wallfahrtskirche.

Im Banzgau zwischen Stadel, Püchitz und Altenbanz ist die „Planungsgesellschaft Bahnbau Deutsche Einheit“ zugange und unternimmt Probebohrungen für die geplante ICE-Strecke - später noch an rund 30 weiteren Stellen. 25 Meter tief geht der Bohrer in die Tiefe und sondiert den Untergrund. Das schwere „Gerät“ ein massiver Tieflader mit seinem hohen Aufbau ist kaum zu übersehen. So recht weiß die Stadt noch nicht, ob sie das Vorgehen dulden muss oder nicht, holt sich juristischen Rat ein und findet tatsächlich Verfahren- und Formfehler. Die Arbeiten müssen sofort eingestellt werden, findet der Stadtrat.

Thermalsole in Staffelstein

Bei einer anderen Bohrung ist es derzeit um die 45 Grad Celsius warm: Die seit Monaten laufende (weil natürlich legal und gewünscht), zweite Tiefbohrung nach Thermalsole in Staffelstein ist in einer Tiefe von 915 Metern angelangt. Das meldet das OT als zwischenzeitliche Erfolgsmeldung. Bis Juni will man auf 1200 Metern Tiefe angelangt sein. Aktuell hat man die erwartete Muschelkalkschicht des Bodens durchbrochen und befindet sich im oberen Buntsandstein. Die Thermalsole wird dann in der oberen Schicht des mittleren Buntsandsteins erwartet.

Bei einem Liederabend des Gesangvereins „Liederhort“ wird Kurt Hellmuth zum Ehrenmitglied und Ehrenchorleiter ernannt. Seit 25 Jahren schwingt er den Dirigentenstab. Auch Fritz Dietz war ein Vierteljahrhundert in führender Position: als Vorsitzender der 227 Mitglieder zählenden Weismainer Kolpingfamilie. Nun tritt er in die zweite Reihe zurück und übergibt den Chefposten in jüngere Hände, die von Uwe Dück. Der Staffelsteiner VdK wählt Ferdinand Zapf zum Nachfolger des aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr kandidierenden Vorsitzenden Michael Schubert. In Mönchkröttendorf wird der 82. Gartenbauverein des Landkreises gegründet: Hedwig Späth ist Gründungsvorsitzende.

Mit Beschluss des Marktgemeinderats übernimmt der TSV nun das Sportheim als Träger und Betreiber. 50 000 Mark hat der Verein deshalb auch zur anstehenden Generalsanierung beizusteuern, bei der unter anderem das alte Flachdach durch ein Schrägdach mit Ziegeln ersetzt werden soll.

Serienbrandstifter

Zuletzt hatte ein Schuppen in Buch am Forst gebrannt, nun scheint der vermutliche Serienbrandstifter wieder zugeschlagen zu haben, der im und in den Wäldern um den Ort seit zwei Jahren sein Unwesen treibt: Am 23. April 1993 werden im Abstand von einer knappen Stunde und in nur 150 Metern Entfernung zuerst eine Grasfläche und dann ein Reisighaufen westlich der B 289 in Brand gesteckt. Zwei neue Fälle für die Coburger Kripo.

Heimvorteil: Bei der Deutschen Tischtennis-Meisterschaft der Versehrtensportler am 17./18. April 1993 in der Altenkunstadter Kordigasthalle holt sich Martin Hügerich zwei Titel: den im Mixed und im Herren-Doppel der Schadensklasse 3 bis 5.

Bohrkerne und „Bohrturm” der ersten Probebohrung für die neue ICE-Trasse durch den Banzgau.
Das Ebensfelder TSV-Sportheim im früheren Look – vor der Generalsanierung.