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LICHTENFELS

Berührungsängste und Vorurteile abbauen

Die Gymnasiasten Sophie Rödel und Paul Hensler (2. u. 3. v. re.) spielten mit Alexander, Melvin (v. li.) und Nina (re.) das lustige Geschicklichkeitsspiel „Looping Louie“. Foto: Alfred Thieret

Schon zum achten Mal organisierte das Meranier-Gymnasium für die Schüler der achten Jahrgangsstufe einen sozialen Tag, der sich auf Grund der großen Schülerzahl auf zwei Tage erstreckte, damit die Schüler soziale Institutionen näher kennenlernen können.

Unter der Leitung des MGL-Mittelstufenbetreuers, Studiendirektor Matthias Bergmann und der Sozialpädagogin Tina Müller, von der Sankt Katharina-Schule, sollte den Gymnasiasten ein konkreter Einblick in die sozialen Aufgabenbereiche unserer Gesellschaft gegeben werden, der in der neunten Jahrgangsstufe noch durch eine Entscheidung für ein freiwilliges soziales Schuljahr mit einem wöchentlichen zweistündigen ehrenamtlichen Dienst in einer gemeinnützigen sozialen oder kulturellen Einrichtung vertieft werden könnte.

Da sich in der Nähe des Gymnasiums mehrere Einrichtungen des Heilpädagogischen Zentrums der Caritas befinden, bot sich ein Informationsbesuch dort an. Die etwa 90 teilnehmenden Schüler der vier achten Klassen des Gymnasiums, verteilten sich in kleinen Gruppen auf einzelne Klassen und Gruppen der Sankt Katharina-Schule, Maximilian-Kolbe-Schule, Tagesstätte Sankt Anna, das Jugendwohnheim Sankt Michael, die Fördergruppe des Wohnheims Sankt Elisabeth, die schulvorbereitende Einrichtung und die Werkstätten Sankt Joseph, um mit den Menschen mit Behinderung, von den Vorschulkindern über die Jugendlichen bis zu den Erwachsenen in Kontakt zu kommen, Berührungsängste abzubauen und mit eventuell vorhandenen Vorurteilen aufzuräumen.

16 Gymnasiasten verbrachten einen Vormittag mit den Schülern der Sankt Katharina-Schule, die Kinder mit sonderpädagogischem Förderbedarf in den Bereichen Sprache, Lernen und Verhalten vom Vorschulalter bis zur Vorbereitung ins Berufsleben begleitet, und erlebten ihren Tagesablauf mit. Beteiligt waren die Diagnose- und Förderklassen D1A und 2, die Unter- und Mittelstufenklassen L3-L6 und die Stütz- und Förderklasse 4 für Schüler mit Verhaltensauffälligkeiten und sozial-emotionalem Förderbedarf.

Von Anfang an herrschte ein gutes Verhältnis zwischen den etwa 14 Jahre alten Schülern des Gymnasiums und den zwischen sechs und zwölf Jahre alten Schülern der Förderschule.

Die Gymnasiasten, die sich schon vorher bei einem Informationsgespräch in den einzelnen Klassen mit der Sozialpädagogin Tina Müller auf den sozialen Tag vorbereitet hatten, machten von sich aus Vorschläge über mögliche gemeinsame Aktionen, sie gingen aber auch auf Wünsche der jungen Schüler ein. So spielten beispielsweise Sophie Rödel und Paul Hensler abwechselnd mit Nina, Alexander und Melvin das lustige Geschicklichkeitsspiel „Looping Louie“, das den Schülern der Klasse D1a einen Riesenspaß machte. Aber auch andere Gesellschaftspiele wie das Brettspiel „Vier gewinnt“ oder das Kartenspiel UNO waren beliebt. Auch eine Vorlesestunde war eingeplant. Die Achtklässler gingen dabei auf den Wunsch der Förderschüler ein und lasen ihnen anstatt der vorgesehenen Geschichte das bekannte Hans Christian Andersen-Märchen „Des Kaisers neue Kleider“ vor.

Kunstwerke aus Kreide

In der Turnhalle hatten die Gymnasiasten einen großen Geschicklichkeitsparcours aufgebaut, bei dem die Schüler der Stütz- und Förderklasse verschiedene Hindernisse zu überwinden hatten und diese mit Bravour meisterten. Trotz der Kälte war man auch im Außenbereich aktiv und zauberte unter anderem mit Kreide Kunstwerke auf das Pflaster des Schulhofs. Eine andere achte Klasse des Meranier-Gymnasiums besuchte die Fördergruppe des Wohnheims Sankt Elisabeth, in der erwachsene Personen betreut werden, die infolge schwerer geistiger, körperlicher und psychischer Behinderung oder starker Verhaltensauffälligkeiten nicht arbeitsfähig sind. Hier mussten sich die Schüler natürlich auf andere Gegebenheiten einstellen. Sie fuhren die Klienten mit den Rollstühlen herum, begleiteten sie beim Laufen, machten Übungen und spielten mit ihnen.

Vorurteile abgebaut

Bei der Abschlussbesprechung für die 16 Gymnasiasten, die die Sankt Katharina-Schule für einen Tag besucht hatten, wurden einhellig die positiven Eindrücke herausgestellt. „Die Schüler waren freundlich, nett, kommunikativ, höflich und dankbar, dass wir mit ihnen gespielt haben“, fasste Paul Hensler den Grundton seiner Schulkameraden vom MGL zusammen. Marcel Spath stellte heraus, dass durch diese Aktion vorhandene Vorurteile abgebaut werden konnten. Einige der Achtklässler, darunter Michaela Gagel, können sich demnächst auch eine ehrenamtliche Tätigkeit in Form eines freiwilligen sozialen Schuljahres vorstellen.

Der soziale Tag mit dem Besuch der Achtklässler des Meranier-Gymnasiums war für die Schüler der St. Katharina-Schule ein freudiges und aufregendes Erlebnis, brachte er doch eine willkommene Abwechslung in ihr übliches Tagesgeschehen. Aber auch die Gymnasiasten profitierten davon, indem sie Einblicke in die vielfältigen Aufgaben unserer sozialen Gesellschaft gewinnen konnten.

Von unserem Mitarbeiter Alfred Thieret

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