aktualisiert:

LICHTENFELS / DÖRFLES-ESBACH

Gebühren bleiben vorerst konstant

Ausschlaggebend für die Höhe der Gebühren ist die Schlacke des Coburger Müllheizkraftwerks (Bild): Sollte sie eines Tages als Sondermüll entsorgt werden müssen, wird es teurer. Foto: zaw

Die Müllgebühren bleiben konstant, das war am Dienstag die Botschaft der Hauptversammlung des Zweckverbandes für Abfallwirtschaft in Nordwest-Oberfranken im Betriebsgebäude in Dörfles-Esbach. Sogar eine Gebührensenkung ist möglich. Allerdings hat die Sache einen Haken. Wie Werkleiter Peter Baj dieser Redaktion auf Anfrage zu bedenken gab, müsse man mit einer Unbekannten rechnen. „Sollte die Schlacke des Müllheizkraftwerkes in Coburg nicht mehr im Straßenbau verwendet, sondern als Sondermüll entsorgt werden, dann kann es teuer werden. Mehrkosten von zwei oder sogar vier Millionen Euro kann das ausmachen, wir wissen es nicht“. Das könne dann sogar eine Gebührenerhöhung nach sich ziehen.

Unter der Leitung des Verbandsvorsitzenden Oberbürgermeister Norbert Tessmer (Coburg) wurde die Haushaltssatzung für das Wirtschaftsjahr 2018 einstimmig beschlossen. Sie sieht Erträge von knapp 25 Millionen Euro vor, denen 24, 26 Millionen Euro Aufwendungen gegenüberstehen. „Der Erfolgsplan schließt mit einem Gewinn von 700 500 Euro ab“, verkündete Kämmerin Katrin Tröger. Der Vermögensplan werde mit Einnahmen und Ausgaben auf rund 2,17 Millionen Euro festgesetzt, dies entspreche dem kompletten Investitionsanteil, da der Zweckverband seit dem 31. März 2013 schuldenfrei sei.

„Der Zweckverband konnte trotz jährlicher Preissteigerungen in der Vergangenheit seine Umlagen und Gebühren im bayernweiten Vergleich auf einem sehr niedrigen Niveau halten“, fasste Werkleiter Baj zusammen. Richtungsweisend sei die Auslastung des Müllheizkraftwerkes und Abfälle aus anderen Regionen anzunehmen.

Stabile Preise

Die Preise für Abfälle zur Verwertung am Markt hätten sich stabilisiert. Die Entwicklung der Energieerlöse am Markt sollten aber genau im Auge behalten werden. Sein Fazit: „Der Zweckverband hofft, dass er weiter mit einer guten Auslastung, insbesondere mit den kommunalen Vertragspartnern, rechnen kann“.

Der Rückblick auf das vergangene Wirtschaftsjahr zeige gegenüber dem Vorjahr eine leichte Bevölkerungszunahme im Verbandsgebiet, berichtete Kämmerin Katrin Tröger. In der Revision 2017 seien Teile der Rauchgasreingung saniert worden, sowie der nächste Abschnitt zur Erneuerung der E-Technik.

Die gesammelten Altpapiermengen aus der grünen Tonne lagen ungefähr auf dem Niveau des Vorjahres. Der Vertrag über die Altpapierverwertung sei zum Mai 2017 neu ausgeschrieben worden. Hierbei konnten bessere Verkaufspreise erzielt werden.

Der Betrieb des Heizkraftwerks sei auch 2017 reibungslos gelaufen. Die Umsatzerlöse konnten mit 23,89 Millionen Euro auf 24,89 Millionen Euro im laufenden Geschäftsjahr gesteigert werden. Das Investitionsprogramm sehe von 2017 bis 2021 ein Gesamtvolumen von 12,2 Millionen Euro vor.

Das Personal sei um zwei Stellen auf 90 Mitarbeiter vermindert worden, so Tröger. Zurzeit seien sieben Auszubildende für den Beruf des Elektronikers im Kraftwerk tätig., von denen zwei im Februar ihre Ausbildung abschließen. „Beide sollen übernommen werden“, sagte sie. Im Herbst wolle man wieder zwei Auszubildende einstellen, falls es gelänge geeignete Bewerber zu finden. Geringfügig Beschäftige seien im Plan nicht ausgewiesen.

Während die wichtigsten Beschlüsse einstimmig gefasst wurden, gaben sich die Lichtenfelser Verbandsmitglieder im Detail nicht zufrieden. Kreisrat Winfried Ernst (FW) bemängelte, dass bei der Anschaffung eines Nassentschlackers 240 000 Euro eingeplant waren, die Anlage aber schließlich 320 000 gekostet habe. „Wo kommen die 80 000 Euro Differenz her?“, fragte er. Verbandsvorsitzender Tessmer konnte die Frage nicht beantworten und zog die Abstimmung darüber zurück.

Dagegen gestimmt

Die Riege der Lichtenfesler mit Landrat Christian Meißner (CSU), Walter Mackert (CSU), Georg Vonbrunn (CSU), Winfried Ernst (FW) und Allmut Schuhmann (SPD/SB) gab sich auch bei der Abstimmung über die Anschaffung eines Raupenfahrzeugs kämpferisch. „Wie können wir darüber abstimmen, wenn wir den Verkaufspreis der alten Raupe nicht kennen?“, fragte Ernst. Alle fünf und ein Coburger stimmten dagegen.

Von unserem Mitarbeiter

Andreas Welz

Weitere Artikel