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LICHTENFELS

Große Freude am musikalischen Schabernack

Rekkenze Brass begeisterte in der Martin-Luther-Kirche (v. li.): Benjamin Sebald, Sebastian Krügel, Rainer Streit, Dominik Thoma und Elisabeth Nußrainer.FOTO: Andreas Welz Foto: Andreas Welz

Drei Zugaben und stehende Ovationen setzten einen fulminanten Schlusspunkt des Weihnachtskonzerts des Blechbläserquintetts Rekkenze Brass am Samstag in der Martin-Luther-Kirche in Lichtenfels. Mit glänzenden Trichtern nahm das Quintett Abschied von der Weihnachtszeit. Internationalen Potpourris, besinnliche Bläsermusik aus der Renaissance, festlich-strahlende Barockmusik und fröhliche Swingnummern begeisterten das Publikum. Perfektes Handwerk, ein nicht minder vollkommenes Gefühl für das Ensemblespiel, viel musikalische Spontaneität und große Freude am musikalischen Schabernack kennzeichneten das Spiel der Hofer Musiker.

Trompeterstolz und Hornromantik

Die Zuhörer tauchten ein in die wunderbare Musik der Blechbläser, genossen den einmaligen Glanz für Augen und Ohren und erlebten Trompeterstolz, Hornromantik, Posaunenengel und Tuba-Entraden. Weiche, mit tiefsten Tuba- und Posaunenbässen durchdrangen das Klangbild von der Piccolotrompete zum Flügelhorn. Doch das Quintett verstand sich nicht nur auf klassische Werke. Seine feinfühlige Bläserkunst machte auch aus Broadway-Songs oder Jazz-Klängen ein ganz besonderes Hörerlebnis.

Zunächst erfreuten die Musiker mit bekannten Kompositionen. Zum Einstieg erklang Antonio Vivaldis Concerto für zwei Trompeten in C-Dur, das die Piccoloflöten dominierten. Mit dem Zyklus vom Weihnachtsbaum erinnerten die Bläser an die frohe Weihnachtsbotschaft. „In dulci jubilo“ jubilierten Posaunen und Trompeten.

Können und ein Schuss Komik

Die Bläser-Truppe, die ihr Können zusätzlich mit einem gesunden Schuss Komik zu würzen versteht, hatten sich zum Abschluss etwas Skurriles ausgedacht: Die Trompeter bliesen die weihnachtlichen Weisen in den Schalltrichter der Tuba. Tubist Rainer Streit wirbelte die Töne durch flinkes Ventilspiel durchein-ander, während Posaune und Waldhorn ein Halleluja anstimmten. Eine lustige Geschichte aus dem Erzgebirge gab Hornist Sebastian Krügel aus Annaberg-Buchholz zum Besten. Dann füllte ein Potpourri mit Motiven aus der Schicksalssinfonie von Beethoven, der Kleinen Nachtmusik von Mozart und aus dem Reitermarsch des großen Kurfürsten den Kirchenraum. Der Tubist schwenkte dabei die Rassel und hämmerte mit der Klatsche, ein 500 Jahre altes Schlag- und Züchtigungsinstrument, den Takt dazu.

Das Finale bildete ein Medley weihnachtlicher Filmmelodien mit dem Titel „Hollywood Christmas“. Der anhaltende Beifall lockte die Musiker wieder zurück in den Altarraum. Mit der dritten Zugabe verabschiedete sich Rekkenze Brass mit dem bekannten „Muss i denn zum Städtele hinaus“. Ein Musiker nach den anderen nahm die Noten und entfernte sich aus dem Altarraum, bis nur noch Tubist Rainer Streit übrig blieb.

Das Konzert wurde auch in diesem Jahr von der Friedrich-Baur-Stiftung unterstützt. Der Kirchenmusikdirektor und Regionalkantor des evangelischen Dekanats Michelau, Klaus Bormann, hatte es organisiert.

Die Mitwirkenden

Das Quintett wird gebildet von Benjamin Sebald (Trompete), Dominik Thoma (Trompete), Sebastian Krügel (Waldhorn), Elisabeth Nußrainer (Posaune) und Rainer Streit (Tuba).

Von unserem Mitarbeiter Andreas Welz

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