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LICHTENFELS

Im Sturzflug Richtung Boden

Tiere sind eine der Hauptattraktionen beim Zirkus Carelli. Besonders die Kamel-Karawane von Francesco Carelli. FOTOS: Tobias Hohner Foto: Tobias Hohner

Plötzlich wird es dunkel im Zirkuszelt. Die Zuschauer, die gekommen sind, haben schon ihre Kameras und Handys gezückt, gespannt, was gleich passieren wird. Dann betritt Sidney Barelli die Manege im Scheinwerferlicht. Sie wickelt sich ein in die langen Tücher, die von der Decke hängen. Engelsgleich wird sie darin in die Luft gezogen, zeigt gleichzeitig einige elegante Bewegungen. Mit ihrer gefühlvollen Choreographie berührt sie die Zuschauer. Lässt sie staunen. Und bangen, als sie im Sturzflug Richtung Boden rutscht. Ehe sie sicher auf beiden Füßen landet. Gefolgt von ausgelassenem Applaus aus dem Publikum.

Akrobatische Auftritte wie dieser sind nur ein Teil im Repertoire des Zirkus Carelli. Dieser zeigt an drei Tagen seine rund zweistündige Show auf dem Schützenplatz. Es ist ein vielseitiges Programm, „der Zirkus Carelli steht für Tiere, Clowns und Akrobatik“, kündigt Francesco Carelli zu Beginn der Vorstellung an.

Hengst macht Liegestütze

Der erste Punkt ist schnell abgehakt, denn nacheinander führt Francesco Carelli sechs ausgewachsene Kamele auf die Bühne. Große Augen machen besonders die kleinen Zuschauer in der ersten Reihe, als die Tiere ganz nah an ihnen vorbeilaufen. Neben Kamelen hat der Zirkus auch einige Pferde zu bieten, die mit ihren Kunststücken für Begeisterung sorgen.

Der braune Andalusierhengst „Zorro“ zeigt, dass er im Stechschritt laufen, Liegestütze machen und sich anschließend sogar verbeugen kann. Da müssen die Hunde von Tiertrainer Edi Laforte nachlegen: Wie eine Ballerina vollführen sie elegante Pirouetten, machen Seilspringen und hüpfen über einen Hindernisparcours.

Ein bisschen Humor darf bei einem Zirkus natürlich nicht fehlen: Clown Timmy ist der richtige Mann für diese Aufgabe. Beispielsweise liefert er sich eine lustige Auseinandersetzung mit dem störrischen „Manolito“, ein Esel, der einfach nicht auf seinen Besitzer Timmy hören will. Für die ersehnte Versöhnung sorgt ein Kuss, den sich die beiden auf den Mund drücken.

Waghalsiger Handstand unter Kuppel

„Akrobatik“, auch das hatte Francesco Carelli zu Beginn der Vorstellung angekündigt. Und die kommt beim Zirkus nicht zu kurz: Für eine Prise Nervenkitzel sorgt der Künstler Utnier Akino. Bei seinem ersten Auftritt schwingt er in Schwindel erregender Höhe am Trapez. Später klettert er an einer Stange hoch, die bis zur Decke des Zirkuszelts reicht. An der Spitze angekommen, stützt er sich ab und zeigt einen waghalsigen Handstand. Einige der Zuschauer können bei diesem Kraftakt vor Aufregung gar nicht hinschauen.

Die elfjährige Ashley Spindler zeigt anschließend, wie gut sie Hula-Hoop-Reifen um ihre Hüften kreisen lassen kann. Ehe Desiree Köllner auf einem Drahtseil balanciert. Und gleichzeitig noch jongliert.

Eine Premiere gibt es bei der Show in Lichtenfels auch zu feiern: Der dreijährige Anthony Carelli startet seine Karriere als Zirkusartist. Gemeinsam mit seinem Hund „Balu“ betritt er die Manege. Dass Anthony jetzt schon ein guter Tierdompteur ist, beweist er, indem er einen Reifen hochhält, durch den er Balu springen lässt.

Sidney Barelli zeigt eine elegante Choreographie mit Tüchern. Foto: Tobias Hohner
Der dreijährige Anthony Carelli lässt seinen Hund „Balu“ auch von den Zuschauern füttern. Foto: Tobias Hohner

Von unserem Mitarbeiter Tobias Hohner

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