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BAD STAFFELSTEIN

Wie kommen die Besucher nach Bad Staffelstein zurück?

Wie kommen die Besucher nach Bad Staffelstein zurück?
Parkplätze stehen in Bad Staffelstein genügend zur Verfügung. Möglichkeiten, um die Besucher wieder in die Innenstadt zu locken, wurden bei einem runden Tisch mit Wirtschaftsvertreten besprochen. Foto: Michael Böhm

Ersten Bürgermeister Jürgen Kohmann ist sehr wohl bewusst, unter welchem Druck und unter welchen Umständen die regionale Wirtschaft aufgrund der aktuellen Lage arbeiten muss.

Aus diesem Grund hatte die Stadt Bad Staffelstein zu einem „Runden Tisch der Wirtschaft“ eingeladen, bei dem alle wichtigen Vertreter der Industrie- und Handwerkskammer (IHK), der Handwerkskammer, der Unternehmerverbände DeHoGa und des Handels sowie der Dienstleister aus Bad Staffelstein vertreten waren.

Enges Zusammenspiel der einzelnen Gewerbe und Branchen nötig

Das enge Zusammenspiel der einzelnen Gewerbe und Branchen wurde im Auftakt der Gesprächsrunde von allen Vertretern immer wieder betont. „Die vielen Gäste aus nah und fern beeinflussen nicht nur unsere touristischen Betriebe, sondern auch das Netzwerk aus Handel, Handwerk und Dienstleistern in Bad Staffelstein und der Region“, war der gemeinsame Tenor.

Wie kommen die Besucher nach Bad Staffelstein zurück?
Noch sieht die Bad Staffelsteiner Innenstadt etwas verwaist aus. Foto: Michael Böhm

Michael Möslein, in seiner Funktion als stellvertretender Vorsitzender des IHK-Gremiums Lichtenfels, richtete seine Ausführungen auch auf die gesellschaftspolitischen Aspekte der aktuellen Situation und die hiermit verbundenen Möglichkeiten einer schnellen Rückkehr zur Normalität. Die finanziellen Auswirkungen bei Kunden, Gästen und Besuchern, wie auch das mit vielen Auflagen verbundene „Wiederanfahren“, würden den Unternehmen auch in den nächsten Monaten noch einige organisatorische Fähigkeiten abverlangen, erwartet Möslein.

Ladengeschäfte kämpfen mit den aktuelllen Rahmenbedingungen

Im Handwerk, so Petra Kraus-Deinlein als örtliche Vertreterin in der Vollversammlung der Handwerkskammer Bayreuth, zeigt sich zurzeit ein vielseitiges Bild. So hätten alle Handwerksbetriebe in Ladengeschäften wie Friseure, Gesundheitsdienstleister oder Kunsthandwerker sehr stark mit den aktuellen Rahmenbedingungen zu kämpfen, die zu größeren Umsatzrückgängen führten. Im Bauhaupt- und Baunebengewerbe bestehe ein gewisser Auftragsvorlauf, so dass die Umsätze in diesen Handwerkszweigen über die nächsten Monate noch als stabil – allerdings auch mit höherem Organisationsaufwand – angesehen werden könnten.

Schwieriger sieht es bei der Obermain-Therme aus, so Betriebsleiter Hans-Josef Stich. Als Besuchermagnet für die ganze Region Obermain-Jura sind nach heutigem Stand noch keine Pläne für die Wiedereröffnung bekannt. Man hoffe jedoch, dass es alsbald möglich eine Entscheidung gibt.

Plötzlich eine gewisse Zurückhaltung bei den Kunden

Handel und Gewerbe dürfen seit dem 27. April wieder schrittweise zu einem „normalen“ Geschäftsbetrieb zurückkehren. In den ersten zwei Wochen, so Frank Mirsberger von der Adam-Riese- Unternehmergemeinschaft, konnte man anfangs einen regen Zulauf verzeichnen. Inzwischen jedoch bekämen die Händler und Dienstleister eine gewisse Zurückhaltung zu spüren. Diese Beobachtung wird auch von Thomas Hertel bestätigt.

Perspektivisch erhoffen sich die Teilnehmer der Diskussionsrunde eine stärkere Vernetzung aller regionalen Akteure und den Ausbau eines Außenbildes der Stadt Bad Staffelstein. Besonders die örtliche Unterstützung der Bürgerinnen und Bürger als Kunden für die einzelnen Unternehmen wurde gelobt. Viele hätten bewusst die regionalen Unternehmen gestärkt, in dem sie ihren Einkauf im und vor Ort tätigten.

Hoffnung auf die Biergartensaison

Johannes Ostler, als Vertreter der DeHoGa, betonte, dass Abhol- und Lieferservice einzelner Gaststätten sehr gut angenommen werden. Obwohl dies nicht die Umsatzeinbußen einer normalen Betriebstätigkeit ausgleichen könne. Seine Hoffnung liegt nun auf der Wiedereröffnung von Biergärten und der Innengastronomie, bei der alle Gäste die Spezialitäten ihrer „Lieblings“-Gaststätte wieder vor Ort genießen könnten.

Im Fazit sind sich alle Beteiligten einig, dass die Corona-Krise ihre Spuren hinterlassen und die heimische Wirtschaft noch einige Monate zu spüren bekommen wird. Aber auch die Lichtblicke waren in den einzelnen Ausführungen nicht zu überhören. Gemeinsam und im regionalen Sinne sei diese Situation zu meistern.

Auch die überregionalen Anstrengungen müssten dazu beitragen, dass die Gäste und Besucher wiederkommen und die Besonderheiten von Bad Staffelstein und dem Obermain-Jura erkennen. Kulturelle Einrichtungen wie Kloster Banz und Vierzehnheiligen, Wandern auf dem Staffelberg, Kanufahren und Radfahren um Obermaintal müssten wieder verstärkt zur Attraktivität der Region und der Stadt beitragen.

Die Camper kehren an Pfingsten zurück

Hier könne schon von ersten Erfolgen berichtet werden: Zu Pfingsten haben sich bereits viele Wohnmobilisten nach der Möglichkeit in Bad Staffelstein einen Aufenthalt zu machen erkundigt und ihre Stellplätze gebucht.

Zum Abschluss erklärte Bürgermeister Jürgen Kohmann, Mittel aus nicht umsetzbaren Marketingmaßnahmen wie geplante Messen in direkte Kampagnen zur Steigerung des Besucheraufkommens fließen zu lassen. Bei Problemen oder Fragen stünde die Stadtverwaltung allen Unternehmen gerne zur Seite. Es sei Zeit für Bad Staffelstein, die einzigartigen Qualitäten nach außen zu tragen. (red)

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