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VIERZEHNHEILIGEN

Wallfahrt für Behinderte nach Vierzehnheiligen

Wallfahrt für Behinderte nach Vierzehnheiligen
Vor dem Hochaltar der Basilika versammelten sich Menschen mit Behinderung zum Wallfahrtsgottesdienst. Foto: Red

Die Wallfahrt für Menschen mit Behinderung nach Vierzehnheiligen, zu der die katholische Landvolkbewegung Bamberg, die Behindertenseelsorge Bamberg und der Katholische Deutsche Frauenbund Bamberg eingeladen hatten, führte in diesem Jahr Corona-bedingt deutlich weniger Gläubige in die Wallfahrtsbasilika.

Viele Helferinnen und Helfer sowie Angehörige fassten mit an und wollten so den behinderten Gläubigen diesen Wallfahrtsgottesdienst ermöglichen. Das Gotteshaus wurde zu einem Ort der Lebensfreude. Musik und Gesang erfreute die Herzen der Pilger und ihrer Begleiterinnen und Begleiter.

Wallfahrt für Behinderte nach Vierzehnheiligen
Pastoralreferent Albin Zeck (re) übersetzte die Gebete und Texte in die Gebärdensprache der Gehörlosen. Professor der Theologie, Joachim Kügler (li) aus Weismain sowie Pfarrer Ewald Thoma (im Hintergrund) aus Dankenfeld zelebrierten diesen besonderen Gottesdienst. Foto: Red

Der Regens-Wagner-Chor mit einer Instrumentalgruppe aus Burgkunstadt musizierte in weißen Chorhemden und saß den Geistlichen im Altarraum gegenüber. An der großen Rieger-Orgel überzeugte Oliver Scharold mit einfühlsamen Variationen bei der Kommunion und gestaltete das Pontifikalamt mit.

Stärke und Kraft von Gott holen

Theologie-Professor Joachim Kügler aus Weismain sowie Pfarrer Ewald Thoma aus Dankenfeld zelebrierten diesen besonderen Gottesdienst in der Wallfahrtsbasilika. „Wir sind heute hier in der Basilika versammelt, um wenigstens einmal im Jahr Stärke und Kraft von Gott zu holen. Das tun wir in anderen Gottesdiensten natürlich auch, aber wenn es so einen besonderen Anlass gibt, dann ist es etwas ganz Wichtiges. Solche Traditionen müssen wir pflegen, weil sie uns Kraft geben auf den Weg durch das Leben. Das Gott immer bei uns ist, dass er uns hilft durch die Kraft des Geistes, das er unser Herz öffnet für die Menschen und dass er uns die Augen öffnet für die Welt, darum wollen wir heute beten“, so Professor Joachim Kügler zur Begrüßung.

Wallfahrt für Behinderte nach Vierzehnheiligen
Die Lesung trug Helga Betz in Gebärdensprache vor. Foto: Red

Während Martin Zeck die Lesung vortrug, übersetzte Helga Betz diese in die Gebärdensprache. In seiner Predigt ging Professor Kügler auf das Evangelium ein: „Jesus war kein Pfarrer in irgendeiner Gemeinde, sondern ein Prophet, ein Lehrer, der offensichtlich etwas zu erzählen hatte, worauf die Menschen gewartet haben. Deswegen sind sie ihm gefolgt.“

Wallfahrt für Behinderte nach Vierzehnheiligen
Pastoralreferent Albin Zeck (re) übersetzte die Gebete und Texte in die Gebärdensprache der Gehörlosen. Im Hintergrund Hauptzelebrant Professor der Theologie, Joachim Kügler aus Weismain. Foto: Red

Das ist ein Stück vom Reich Gottes

Und als Jesus einmal allein sein wollte, seien ihm dennoch die Leute nachgefolgt, denn sie hätten gespürt, dass er ihnen was zu sagen hatte, was ganz wichtig für ihr Leben sei. „Das ist vielleicht die wichtigste Botschaft, die in diesem Evangelium drinsteckt. Das Reich Gottes schaut für jeden etwas anders aus. Wir alle brauchen jemanden, der für uns da ist, der sich uns zuwendet, vor dem wir keine Angst haben brauchen und dem wir vertrauen können. So jemanden zu findet, ist das schönste Geschenk, das ist ein Stück vom Reich Gottes“, so Professor Kügler in seiner Predigt.

Wallfahrt für Behinderte nach Vierzehnheiligen
Der Regens-Wagner-Chor mit einer Instrumentalgruppe aus Burgkunstadt musizierten bei Wallfahrtsgottesdienst in der Basilika. Foto: Red

Pastoralreferent Albin Zeck, der für die Hörgeschädigtenseelsorge in der Region Oberfranken zuständig ist, übersetzte die Texte und Gebete in die Gebärdensprache. In Deutschland sprechen etwa 200 000 Menschen die deutsche Gebärdensprache. Davon sind rund 80 000 gehörlos. (red)

 

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