aktualisiert:

VIERZEHNHEILIGEN

Vierzehnheiligen: Eintauchen in ein Bad der Gnaden

Vierzehnheiligen: Eintauchen in ein Bad der Gnaden
eupriester Sebastian Heim spendet durch Auflegen seiner Hände den persönlichen Primizsegen mit den Worten: „Durch das Ausbreiten meiner Hände und durch die Anrufung der Seligen Jungfrau Maria, des heiligen Heinrichs, der heiligen Kunigunde, des heiligen Bischofs Ottos, des heiligen Sebastian, der heiligen 14 Nothelfer und aller Heiligen, segne und behüte dich der allmächtige Gott, der Vater und der Sohn und der Heiliger Geist.” Foto: Red

Was macht ein Neupriester nach der Priesterweihe? Er feiert die Primiz in seiner Heimatgemeinde. Und danach ist es üblich, dass weitere Nachprimizen gefeiert werden. Immer an Orten, denen sich der neu geweihte Priester verbunden fühlt. So ein Ort ist für Sebastian Heim auch Vierzehnheiligen. Vor Kurzem spendete der 34-jährige Neupriester im Rahmen eines Wallfahrtsgottesdienstes den Pilgern und Gläubigen den Primizsegen in der Wallfahrtsbasilika.

Vor über 20 Jahren ist er das erste Mal mit der Sesslacher Wallfahrt nach Vierzehnheiligen gekommen und seitdem jedes Jahr wieder. „Wenn man sich dem Ziel nähert, die Basilika vor Augen hat und den letzten Anstieg hoch kommt, dann ist es fast so, als würde man eine andere Welt betreten. Eine Welt oder ein Ort, der vom Glauben geprägt ist. Nicht steril, sondern ein lebendiger Ort, an dem der Glaube gelebt wird. Für mich heißt das: abschalten vom Alltag, eintauchen in ein Bad der Gnaden, die dieser Ort über Jahrhunderte ausstrahlt. Zur Ruhe kommen in der Basilika am Gnadenaltar“, erzählt Sebastian Heim im Vorfeld.

Eine Ehre, dass Nachprimiz in Vierzehnheiligen gefeiert wird

Franziskanerpater Guardian Maximilian freute sich, dass Sebastian Heim sich auf diesen Weg eingelassen hat und sein Leben ganz in den Dienst Gottes stellt. „Es ehrt uns, dass du mit uns heute in Vierzehnheiligen diesen Gottesdienst feierst und uns den Primizsegen erteilst. Dein Wunsch war es, diesen Gottesdienst mit den Sesslachern Wallfahrern zu feiern, da du schon als Kind immer mit gewallt bist“, so Pater Maximilian weiter.

„Vierzehnheiligen ist ein Ort, an dem der Glaube keine untergeordnete Rolle, sondern die Hauptrolle spielt, weil hierher unzählige Pilger kommen. Es ist ein Ort, der nicht umsonst Gnadenort genannt wird, an dem Gott uns Menschen besonders nahe sein will. Ein Ort, an dem der Legende nach dem Schäfer Hermann Leicht die 14 Nothelfer mit dem Jesuskind erschienen sind. Die 14 Nothelfer, von denen eigentlich immer einer in jeder Lebenslage nützlich ist“, so der Neupriester in seiner Predigt.

Christopherus für die Reisenden, Blasius bei Halsleiden, Margaretha als Helferin der Mütter. „Aber das eigentlich spannende und meiner Meinung nach auch theologisch wirklich einleuchtende ist doch, dass das Jesuskind in ihrer Mitte erschienen ist. Die Heiligen sind immer die, die ihr ganzes Leben auf Christus ausgerichtet haben. Und das wird bei der Erscheinung der 14 Nothelfer hier deutlich. Die Heiligen, die in allen Lebenslagen für uns Menschen da sind und auf Christus verweisen und zu ihm führen. Eindrücklich dargestellt als Figuren am Gnadenaltar“, fügte er an.

In Vierzehnheiligen kann man Alltag im Tal lassen

Hier an diesem Ort kann der Alltag unten im Tal gelassen werden, wenn die letzte, teilweise anstrengende Etappe, der Aufstieg hinter einem liegt und man vom festlichen Geläut des Heiligtums der 14 Nothelfer begrüßt wird.

„Hier am Gnadenaltar, kann man alles ablegen und zufrieden und gestärkt wieder nach Hause, in den Alltag zurückkehren. Mit dem Wissen oder der Gewissheit, dass wir nicht allein durch das Leben gehen müssen“, so der Neupriester zum Schluss seiner Predigt.

Die Sesslacher Wallfahrtsgruppe überreichte an Sebastian Heim eine „Wallfahrts-Standarte“. Am Ende des Gottesdienstes spendete der Neupriester zunächst den allgemeinen und anschließend für die zahlreichen Gläubigen, auch aus anderen Pfarreien, den Einzelprimizsegen. Dabei legte der Neupriester den Gläubigen die Hände auf und sprach den persönlichen Primizsegen.

Zehn Jahre als Altenpfleger in Coburg tätig

Sebastian Heim hat zehn Jahre als Altenpfleger in der Caritas-Sozialstation Coburg gearbeitet, bevor er sich entschied, Priester zu werden. Als Ministrant und Pfarrgemeinderat war er zudem schon jahrelang im Gemeindeleben aktiv. Er wurde 1986 in Coburg geboren und wuchs in Neundorf bei Weitramsdorf auf. 2014/2015 absolvierte er das Propädeutikum in Bamberg und begann danach das Studium im überdiözesanen Priesterseminar in Lantershofen (Rheinland-pfälzischen Landkreis Ahrweiler). Das Pastoralpraktikum machte er 2019 im Seelsorgebereich Neubau in Neunkirchen am Brand. Im September 2020 empfing er die Diakonenweihe.

Sebastian Heim aus Neundorf ist einer von 18 Männern, die in den bayerischen Diözesen zu Priester geweiht wurden. Sein Primizspruch: „Das ist mein Leib, das ist mein Leben; das bin ich selbst für euch!“ (red)

Weitere Artikel