aktualisiert:

EBENSFELD / ZAPFENDORF

Unterwegs auf der Ave-Maria-Route durch das Obermain-Gebiet

Vor dem Abstieg nach Oberleiterbach. Foto: Annette Körber

Angesichts der Ausgangsbeschränkungen besinnen sich viele darauf, in was für einem schönen Landstrich sie leben, und beginnen, ihn neu zu entdecken. Dazu passt, dass seit Kurzem ein neuer Weitwanderweg durch den Landkreis führt: der Fränkische Marienweg.

Gut markiert: der Fränkische Marienweg im Landkreis Lichtenfels. Foto: Annette Körber

In Unterfranken gibt es ihn schon seit 2002. In einer West- und einer Ostschleife erschließt er Zeugnisse der Marienverehrung im Bistum Würzburg. In den vergangenen zwei Jahren hat das Erzbistum Bamberg nachgezogen und mit der „Magnificat-Route“ und der „Ave-Maria-Route“ Wallfahrtsorte in Ober- und Mittelfranken verbunden. Erzbischof Dr. Ludwig Schick hätte die beiden neuen Schleifen am 25. März eröffnen wollen, dann kam Corona dazwischen. Aber der Weg ist fertig markiert – und lässt sich auch ohne kirchlichen Segen begehen.

Der längste Wanderweg in Deutschland

An der Hankiche. Foto: Annette Körber

Insgesamt ist der Fränkische Marienweg nun gut 2000 Kilometer lang und damit der längste Wanderweg in Deutschland. Die Route kommt über Dörrnwasserlos aus dem Landkreis Bamberg ins Obermain-Gebiet. Über die Küpser Linde und den Veitsberg führt sie nach Ebensfeld, wendet sich noch mal nach Osten und Süden bis Zapfendorf, wechselt dann auf die andere Mainseite und macht einen Abstecher in den Itzgrund, bevor es an Bad Staffelstein vorbei über Kloster Banz und Vierzehnheiligen nach Lichtenfels geht. Über Trieb, Hochstadt, Marktzeuln und Marktgraitz verlässt die „Ave-Maria-Route“ den Landkreis Richtung Kronach.

Wer auf einer Tagestour „hineinschnuppern“ will, braucht zwei Autos – oder wählt eine Etappe, deren Anfangs- und Endpunkt einen Bahnhof besitzen. Dafür bietet sich zum Beispiel das etwa zehn Kilometer lange Stück von Ebensfeld nach Zapfendorf an: Die Route führt durch idyllische Täler, über Hochflächen mit weiten Ausblicken, durch schöne Mischwälder und an Getreidefeldern vorbei. Jetzt im Mai, wo es überall grünt und blüht, ein Genuss. Dazu kommen einige kulturelle Höhepunkte.

Idyll am Kelbach: wo der Biber das Wasser gestaut hat. Foto: Annette Körber

Die Tour startet am Ebensfelder Bahnhof. Von dort ist schnell die Kirche erreicht, wo der Wanderer erstmals auf die blau-rot-weiße Markierung trifft: eine Maria mit einem Jesuskind im Arm. Auf dem Fußweg am Kelbach entlang geht es aus dem Ort hinaus und unter der Autobahn hindurch. Links lohnt ein Blick auf den Bach, den der Biber hier aufgestaut und so eine Auenlandschaft geschaffen hat.

Durchs Gucklock die barocke Ausstattung bestaunen

Neben dem Kreuzschleifer biegt der Weg nach Oberleiterbach ab. Foto: Annette Körber

Kurz vor Prächting biegt der Weg nach rechts zur Hankirche ab, wo eine Bank zu einer Pause einlädt. Ein Guckloch an der Tür ermöglicht einen Blick aufs barocke Innere. Ein bisschen unterhalb zweigt beim Kreuzschleifer rechts der Weg nach Oberleiterbach ab. Zwischen üppigem Grün führt er im Bogen auf die Hochfläche. Weit reicht hier der Blick – wer zurückschaut, kann sogar Kloster Banz entdecken. Entspannt führt der Weg zwischen den Feldern hindurch, dann folgt der Abstieg nach Oberleiterbach. Hinweisschilder erschließen die Geschichte des Dorfes und der prächtigen Fachwerkhäuser.

Abstecher in Kirchschletten: Hier darf ein Blick auf die Abtei nicht fehlen. Foto: Annette Körber

Richtung Peusenhof bleibt der Wanderer zuerst auf der wenig befahrenen Straße. Nach kurzer Zeit weist die Markierung jenseits der Streuobstwiese rechts den Hang hoch und in den Wald hinein. Jenseits davon wartet Kirchschletten. Hier lohnt ein Abstecher zur Abtei, bevor es auf der Straße nach Zapfendorf aus dem Ort hinaus geht. Wo diese in eine Senke führt, zweigt der Wanderweg auf einen Feldweg ab, trifft auf die von Reuthlos kommende Straße, folgt ihr ein kleines Stück und biegt noch vor der Brücke nach rechts ab. Erst am Waldrand, dann durch den Wald führt er nach Zapfendorf, wo der Bahnhof schnell erreicht ist.

Anbetungsort mitten im Wald am Weg nach Kirchschletten. Foto: Annette Körber

Informationen: Eine Faltkarte zum ober- und mittelfränkischen Teil des Marienweges sowie einen Pilgerpass gibt es beim Diözesanpilgerbüro Bamberg, Domplatz 5, 96049 Bamberg, Tel. (0951) 5022502, E-Mail: pilgerbuero@erzbistum-bamberg.de, Karten unter www.fraenkischer-marienweg.de.

Kein Monat ist so grün wieder Mai: Blick übers Getreidefeld. Foto: Annette Körber
Auf der Hochebene lohnt der Blick zurück – rechts Veitsberg und Staffelberg, links grüßt von fern Kloster Banz. Foto: Annette Körber

Von Annette Körber

Weitere Artikel