aktualisiert:

EBENSFELD / UNTERNEUSES

Unternehmen in Unterneuses forcieren Standort

Corona erschwert die Haushaltsplanung in Ebensfeld
Direkt hinter diesem Gebäude des Bäckereibetriebs Schedel in Unterneuses plant das Unternehmen die Errichtung einer 17 Meter hohen Tiefkühl-Lagerhalle. Zwar stimmte das Gremium mehrheitlich für eine Änderung des Bebauungsplans, doch waren ob der Dimensionen auch kritische Stimmen zu hören. Foto: Mario Deller

Nahe des Ortsteils Unterneuses im Markt Ebensfeld ist mittlerweile ein richtiges Gewerbegebiet „gewachsen“. Nun hatte sich der Bauausschuss des Marktes Ebensfeld sowie der direkt nachfolgend tagende Gemeinderat mit Bauvorhaben dort bereits bestehender Unternehmen zu befassen. Gewerbesteuereinnahmen hin oder her – es gab auch kritische Stimmen.

Die Firma Waves Wassertechnik möchte auf ihrem Betriebsgelände ein Schulungs- und Verwaltungsgebäude sowie eine angrenzende Lagerhalle errichten. Dort gilt der Bebauungsplan „Gewerbegebiet Unterneuses-Nord II“. Im Februar läuft zur notwendigen Änderung beziehungsweise Erweiterung des dort geltenden Bebauungsplans noch die frühzeitige Beteiligung. Bürgermeister Bernhard Storath ließ wissen, dass dieser Punkt auf der Tagesordnung der März-Sitzung des Gemeinderats steht.

Die Firma Schedel will ordentlich erweitern

Der Bauausschuss muss hierzu aber auch grünes Licht geben, was er in der Sitzung mit 7:1 Stimmen tat – unter der Maßgabe, dass die Änderung des Bebauungsplans Planreife erlangt. Otto Weidner (Grüne) hatte zuvor in der Diskussion betont, dass er grundsätzlich nichts gegen die Ansiedlung von Firmen im Gemeindegebiet hat. Er sprach aber das Thema Flächenversiegelung an und kritisierte, dass sich die Ausgleichsflächen auf dem Jura befinden und nicht in der Region.

Für mehr Zündstoff sorgten die Planungen der auf ökologische Backwaren spezialisierten Firma Schedel. Sie beabsichtigt eine Erweiterung ihres Bäckereibetriebs in Unterneuses, und zwar konkret eine Erweiterung und Verlängerung einer Werkhalle und eine Erhöhung um 2,50 Meter, die teilweise Verbindung der bestehenden Werkhallen, den Neubau eines Carports sowie im Obergeschoss des bestehenden Gebäudes ein Büro und eine Betriebswohnung. Dazu soll noch der Neubau einer 17 Meter hohen Tiefkühl-Lagerhalle kommen.

Maximale Firsthöhe wird von 9,80 auf 18 Meter erhöht

Das Vorhaben befindet sich im Geltungsbereich des Bebauungsplans „Ökologische Bäckerei Schedel“. Zur Umsetzung ist eine Änderung dieses Bebauungsplans erforderlich. Vertreter des Unternehmens geben an, dass die derzeitigen Festsetzungen im Bebauungsplan einer wirtschaftlichen und zukunftsorientierten Entwicklung des Betriebs entgegenstünden.

Die Beschlussvorlage sah folgende Änderungen des Bebauungsplans vor: Die Erhöhung der Grundflächenzahl von 0,5 auf 0,7, die Erhöhung der Obergrenze betreffend der Anzahl der Vollgeschosse von drei auf vier, die Erhöhung der maximalen Firsthöhe von 9,80 auf 18 Meter sowie eine Änderung der Baugrenze.

„Mir ist das Gebäude immer noch zu hoch, muss ich ehrlich sagen. Da habe ich erheblich Bauchschmerzen.“
Otto Weidner, die Grünen

Bisher musste das Unternehmen als Vorschritt zur weiteren Auslieferung die gefrorenen Backwaren nach Bamberg transportieren. Dies will das Unternehmen durch den Bau der Tiefkühllagerhalle einsparen. Zunächst war eine Höhe von 20 Metern geplant, jetzt sind es 17 Meter. „Mir ist das Gebäude immer noch zu hoch, muss ich ehrlich sagen. Da habe ich erheblich Bauchschmerzen“, meinte Otto Weidner (Grüne) im Bauausschuss, der mit fünf zu drei Stimmen grünes Licht gab.

Anschließend befasste sich auch der Gemeinderat mit dem Vorhaben. Christian Böhmer (Freie Wähler) bezeichnete die Erhöhung der erlaubten Firsthöhe im dortigen Bebauungsplan auf 18 Meter als „stattlich“ und machte keinen Hehl aus seiner ablehnenden Meinung: „Ich sehe das bei aller notwendigen wirtschaftlichen Entwicklung sehr kritisch.“

In die Höhe zu bauen statt in die Breite sei wesentlich kostengünstiger, gab nach erteilter Wortmeldung ein Vertreter des Unternehmens zu bedenken. Bürgermeister Storath erinnerte an die Gewerbesteuereinnahmen und äußerte Dankbarkeit darüber, dass das Unternehmen im Gemeindegebiet ansässig sei. Nun erfolgt die öffentliche Auslegung der Bebauungsplanänderung, im Rahmen derer Stellungnahmen und Einwände vorgebracht werden können.

Von Mario Deller

Weitere Artikel