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SCHWABTHAL

Terrainkurwege bei Schwabthal: Wandergenuss und ein Drehort

Von der Anhöhe an der Kaider Marienkapelle aus genossen die vier Reha-Patientinnen einen wunderschönen Ausblick. Reinhold Müller (li.) erwies sich als versierter Führer. Foto: Mario Deller

In einer kleinen Reihe werden die Terrainkurwege vorgestellt. Drei der offiziellen sechs Terrainkurwege starten und enden in Schwabthal. Darüber hinaus bietet die Reha-Klinik-Lautergrund aber für seine Rehabilitanden aber in gewisser Regelmäßigkeit auch noch eine vierte Route an, deren Höhepunkt die Kapelle bei Kaider bildet.

Jüngst war es wieder soweit. Vier Patientinnen begaben sich zusammen mit Klimatherapeut Reinhold Müller auf Wanderschaft, der als Ortskundiger viel Wissenswertes in petto hatte und so den Ausflug sehr kurzweilig gestaltete.

Unweit des bekannten Tanzlokals in Schwabthal weist dieser Betstock auf die christliche Wertekultur am Obermain hin. Foto: Mario Deller

Auf rund zwei Stunden Dauer angesetzt war die Veranstaltung, die anfangs auf dem Terrainkurweg 6 Richtung Weinhügel und entlang des Kaiderbachs nach Kaider verlief sowie im Schlussteil über den ebenfalls bereits vorgestellten Terrainkurweg 4 übers Tiefenthal zurück zur Klinik.

Nur wenige starke Steigungen zu absolvieren

Ein jung gebliebener 72-jähriger, nämlich der frühere Pflegedienstleiter der Reha-Klinik-Lautergrund, Reinhold Müller, leitete als Klimatherapeut die Wanderung. Zwar wies die Route nur sehr vereinzelt stärkere Steigungen auf und somit weniger anspruchsvoll als beispielsweise die Strecke des Terrainkurwegs 4 zum „Hohlen Stein“. Dennoch galt es seitens der Reha-Klinik auf die Konstitution der Rehabilitanden zu achten.

Aber diese Maxime verfolgt der gelernte Krankenpfleger, der hin und wieder auch Pilgertouren seitens der Kur- und Urlauberseelsorge Bad Staffelstein leitet, ohnehin. „Das hier ist kein Marathon und kein Wettrennen. Atmen Sie zwischendrin einfach einmal durch und genießen den Sonnenschein, der uns heute vergönnt ist“, meinte er beispielsweise zu den Teilnehmerinnen, als diese einen kleinen Anstieg bewältigt hatten.

Den Ausflug würzte der selbst in Schwabthal wohnhafte Tourenleiter mit interessanten Informationen bezogen auf Landschaft, Orte und Kultur. Als die Gruppe am Kaiderbach an einer Reihe von Kopfweiden vorbei ging, merkte Müller beispielsweise die lange Historie der Flechtkultur am Obermain an, in Schwabthal gegenüber eines Hotelgasthofs bestaunten die Teilnehmer eine mächtige alte Linde und bei Kaider wies er auf ein 1726 errichtetes schmiedeeisernes Kreuz hin, welches auf einem Markstein mit Wappen der Michelsberger steht.

Mit der Damenwahl ist erst einmal nichts

Aber auch ganz Weltliches flocht der nach wie vor agile Unruheständler ein. Als sie zu Beginn der Wandertour am Tanzlokal in Schwabthal vorbei kamen, meinte Müller lachend zu den Teilnehmerinnen: „Tanzen ist momentan ja hier noch nicht wieder erlaubt. Morgen am Donnerstag wäre übrigens Damenwahl gewesen.“

Fraglos den Höhepunkt der Tour stellte nach etwa hälftig zurückgelegter Strecke die Besichtigung der Kapelle Sankt Maria auf einer Anhöhe bei Kaider dar, wo die Teilnehmerinnen zusammen mit dem Klimatherapeuten für ein kurzes Zwiegespräch mit Gott kurz inne hielte. Erfreulicherweise war die Kapelle gerade geöffnet.

Kleines Gotteshaus sorgte für Schlagzeilen

Die Marienkapelle bei Kaider als Höhepunkt der Wanderung erlangte anlässlich der Dreharbeiten zum Film „Katharina Luther“ vor gut vier Jahren überregionale Bekanntheit. Foto: Mario Deller

Große Schlagzeilen machte die Marienkapelle in Kaider vor wenigen Jahren 2016. Das kleine Gotteshaus war damals nämlich einer der Drehorte für den im folgenden Frühjahr anlässlich des 500-jährigen Reformationsjubiläums im Fernsehen ausgestrahlten Film „Katharina Luther“. Der Film thematisiert den Werdegang der ehemaligen Nonne Katharina von Bora, die zur Frau an der Seite des Kirchenreformators Martin Luther wurde.

Nach einem kurzen Stück im Tiefenthal führte die Wanderung abschließend unterhalb des Fußwegs hinauf zur Klinik noch an der Kneippanlage vorbei. Wer wollte, konnte hier noch einmal den Kreislauf auf Trab bringen.

Von Mario Deller

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