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BAD STAFFELSTEIN

Tag der Nachbarn in Bad Staffelstein

Tag der Nachbarn in Bad Staffelstein
Das Bad Staffelsteiner Team vom „Tag der Nachbarn“: (v: li:) Chistoph Bäumel, Katja Prade, Nadja Motschmann, Walter Mackert undKatharina Schenk. Foto: Monika Schütz

Kein Fest, keine Bratwürste, keine Einladung zu Kaffee und Kuchen - was sonst selbstverständlich wäre, ist heuer anders. Heuer ist Corona. Und: Nachbarn sind wichtiger denn je. Sie helfen einander, übernehmen Einkäufe, Besorgungen und Fahrdienste und haben immer Zeit für einen Gruß, für ein Lächeln. Sie gießen die Blumen in der Urlaubszeit oder während eines Klinikaufenthaltes. Sie nehmen Pakete an, organisieren Straßenfeste oder helfen mit einem guten Rat.

Tag der Nachbarn in Bad Staffelstein
Bunte Blumengrüße für den Nachbarn: Katja Prade (li.) und NadjaMotschmann füllen ihre Vorräte auf. Foto: Monika Schütz

Viele machen das seit Jahren, für ein herzliches Dankeschön, unentgeltlich. Um ihnen ganz offiziell einmal „Dankeschön“ zu sagen, wurde 2004 in vielen Ländern Europas ein „Tag der Nachbarn“ ins Leben gerufen. Seit 2018 macht auch Deutschland mit. Am letzten Freitag im Mai, heuer der 29. Mai, wird mit vielen Aktionen gefeiert: Gegrilltes und Gebackenes wird bei einem gemütlichen Plausch miteinander verzehrt, auf Kinder warten Luftballons und Spiele. Nicht heuer.

„Gerade jetzt ist die

Nachbarschaftshilfe

sehr wichtig. “

Katja Prade, Quartiersmanagement
Tag der Nachbarn in Bad Staffelstein
Einfach mal denen, die immer helfen, „Danke“ sagen. Foto: Monika Schütz

Doch einfach gar nichts machen? Das war für die „nebenan.de“ Stiftung nicht denkbar. Sie ist eine Stiftung, die sich für lebendige Nachbarschaften in Deutschland einsetzt und Projekte zur Förderung und Stärkung nachbarschaftlich-gesellschaftlichen Engagements vorschlägt und unterstützt. So auch an diesem Freitagvormittag in Bad Staffelstein. Von 9 bis 13 Uhr war vor dem E-Center ein Stand aufgebaut, an dem es Karten, Blumenstöckchen, Rosen, Süßes gab. „Gerade jetzt ist die Nachbarschaftshilfe sehr wichtig. Wir sollten den Tag der Nachbarn nicht ohne Aktivität verstreichen lassen“, sagt Katja Prade.

Tag der Nachbarn in Bad Staffelstein
Blumen für Karola Fischer - Walter Mackert (Mitte) und ChristophBäumel sprachen am Freitag früh viele Passanten an. Foto: Monika Schütz

Sie und ihre Kollegin Nadja Motschmann sind vom Quartiersmanagement von „In der Heimat wohnen“, Standort Bad Staffelstein. Walter Mackert, Seniorenbeauftrager der Stadt ist ebenfalls vor Ort. Auch er schenkt den Passanten Blumen, reicht ihnen Nasch-Tütchen und Karten, die sie ihren Lieblingsnachbarn in den Briefkasten stecken oder in die Zeitungsrolle legen können: „In der Seniorenarbeit ist Nachbarschaftshilfe mit das Wichtigste“, sagt er.

Jeder profitiert von jedem

Tag der Nachbarn in Bad Staffelstein
Darüber freuen sich bestimmt viele Nachbarn. Foto: Monika Schütz

Christoph Bäumel von der Volks- und Raiffeisenbank schmunzelt: „als Genossenschaft sind wir quasi ein Selbsthilfe-Verein“, erklärt der kurz das System seiner Bank. Und „In der Heimat wohnen“ sei auch quasi eine Selbsthilfegruppe, in der jeder von jedem profitiere. Hier fand im Vorjahr ein schönes Nachbarschaftsfest statt. Auch Katharina Schenk, stellvertretende Marktleitung des E-Center bestätigt: „Das brauchen wir freilich! Gerade in der ländlichen Region, wo manche Menschen kein Auto haben oder alters- oder krankheitsbedingt nicht mehr fahren, ist es ganz schön, wenn man jemanden hat, der hilft. Das kommt zu Corona-Zeiten besonders raus.“

Tag der Nachbarn in Bad Staffelstein
Ein bunter Aktionsstand mit Blumen und Geschenken: (v. re.) Nadja Motschmann , Katja Prade(beide „In der Heimat wohnen“) und Christoph Bäumel sowie Passantin Eva-Maria Hanusch. Foto: Monika Schütz

Was es mit guten Nachbarn nicht gibt, ist Anonymität: unbemerkt verstorben wochenlang in der Wohnung liegen, das gebe es bei guten Nachbarn nicht. Außerdem, so Walter Mackert, seien aufmerksame Nachbarn ein prima Einbruchschutz -„Ihnen fällt alles auf - das ist gut.“ Der Aktionstag wird gefördert vom Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend, der Deutschen Fernsehlotterie, der Diakonie Deutschland, Edeka, Wall und dem Deutschen Städtetag.

Von Monika Schütz

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