aktualisiert:

EBENSFELD

Startschuss für Regens-Wagner-Heim in Ebensfeld

Startschuss für Regens-Wagner-Heim in Ebensfeld
Das Schild, das auf den beabsichtigten Bau eines Wohnheimes und einer Förderstätte für Menschen mit Behinderung durch Regens Wagner hinweist, steht schon seit langer Zeit. Nachdem vielen Gesprächen, Vorarbeiten und der Überwindung von bürokratischen Hürden konnte der Bauausschuss nun grünes Licht geben für das Vorhaben auf dem Areal der früheren Kiesler-Tankstelle. Foto: Mario Deller

Schon vor vier Jahren reifte in Gesprächen mit der Regens-Wagner-Stiftung Burgkunstadt die Idee, auf dem brach liegenden Grundstück der ehemaligen Kiesler-Tankstelle in Ebensfeld ein Wohnheim sowie eine Förderstätte für Menschen mit Behinderung zu bauen. Von allen Seiten gab es befürwortende Stimmen, dennoch brauchte es vor dem Hintergrund mancher notwendiger Vorarbeiten und des bürokratischen Prozedere Geduld. In der jüngsten Sitzung des Bauausschusses fiel nun der lang ersehnte Startschuss für das Vorhaben.

Entsprechend erleichtert zeigte sich die der Sitzung beiwohnende Leiterin des Regens-Wagner-Werkes Burgkunstadt, Sabine Schubert, die dem Gremium als Basis für die spätere positive Entscheidung des Bauausschusses die Pläne noch einmal erläuterte. An genannter Stelle werden in Form eines Wohnheims 27 Menschen mit Behinderung eine neue Heimat finden. In Burgkunstadt werden dafür Wohnplätze abgebaut. Ein Teil der Mitarbeiter werde nach Ebensfeld „mitgebracht“, ließ Schubert wissen. Bei einer neuen Einrichtung entstünden aber immer auch neue Arbeitsplätze, ergänzte die Leiterin, die auch die gute Lage in Ebensfeld lobte.

Das Ganze werde in Wohngruppen mit kleinen Wohngemeinschaften gestaltet werden, der Wohnheim-Trakt sieht Unterkellerung und eine Pelletheizung vor. Gerade im geplanten Speiseraum kann sich die Leiterin auch gut vorstellen, eine Möglichkeit der Begegnung mit der Marktgemeinde oder der örtlichen Kirchengemeinde zu schaffen.

Förderstätte mit 21 Plätzen geplant

Als weiterer geplanter Baukörper wird auf dem 5000-Quadratmeter-Areal eine Förderstätte von Regens-Wagner mit 21 Plätzen entstehen. 14 davon werden zu Betreuende aus dem Wohnheim sein, sieben weitere aus der Umgebung kommen. Für den Transport letztgenannter wird ein Fahrdienst eingesetzt werden.

Schubert zeigte sich überzeugt, dass es, wie schon in den Einrichtungen in Burgkunstadt, Redwitz oder Altenkunstadt, auch in Ebensfeld ein gutes Miteinander mit der Gemeinde und deren Bewohnern geben werde. Dahingehend äußerte sich auch Bürgermeister Bernhard Storath zuversichtlich: „Endlich kann es los gehen. Ihr von Regens Wagner freut euch, wir freuen uns, und wir werden Regens Wagner und die Menschen sehr gut aufnehmen.“ Das Farbkonzept für die Außengestaltung der Fassaden steht. Neben der Ausweisung der notwendigen Stellplätze ist auch viel Begrünung vorgesehen. Im übrigen werden in der Einrichtung von Regens Wagner in Ebensfeld auch immer Mitarbeiter des Hauses vor Ort sein.

Ortstermin in Döringstadt

Das einstimmige Ergebnis der Abstimmung zum eingereichten Bauantrag mit acht zu null Stimmen sprach für sich und war ein Spiegel des allgemeinen positiven Tenors im Gremium zum Vorhaben von Regens Wagner. Sabine Schubert dankte nach dem erfolgten bürokratischen Startschuss für die bisherige Unterstützung. Wenngleich auch ihr bewusst sei, dass für das Fortkommen einige Determinanten eine Rolle spielen, hoffe sie auf einen Baubeginn im Frühjahr 2021.

Nach der öffentlichen Sitzung, die Corona bedingt im Schulungsraum des Feuerwehrhauses stattfand, trafen sich die Gremiumsmitglieder noch einmal zu einem Ortstermin in Döringstadt. Zusammen mit Ortssprecher Sebastian Rauh und Architekt Axel Schlosser vom beauftragten Bamberger Architekturbüro ASK sprach man über den geplanten Umbau der früheren Gaststätte „Jägersruh“ zu einem für Dorfgemeinschaft, Feuerwehr und übrige Vereine künftig nutzbaren Dorfgemeinschaftshaus. Ein weiteres Thema war der geplanten Neubau einer Fahrzeugunterstellhalle für die örtliche Feuerwehr.

Das denkmalgeschützte Gebäude der früheren Gaststätte bleibt stehen, die übrigen Gebäude auf dem 1900 Quadratmeter messenden Grundstück – ein Wohnhaus, zwei Scheunen und eine Doppelgarage – werden zur Schaffung von Baufläche für das Feuerwehrhaus beziehungsweise für die Außengestaltung abgerissen werden. Ortssprecher Sebastian Rauh plädierte dafür, den über 200 Jahre alten Gewölbekeller des für den Abriss vorgesehenen Wohngebäudes neben der ehemaligen Gaststätte zu erhalten.

Großes und wichtiges Projekt für den Ortsteil

Auch wenn trotz der staatlichen Förderung aus drei Töpfen in Höhe von insgesamt rund einer Million Euro noch ein nicht unerheblicher Betrag von der Gemeinde aufzubringenden sein wird, betonte Bürgermeister Storath die Vorteile und Notwendigkeit des Vorhabens für den Ortsteil. Storath lobte auch „das tollte Engagement“ der Döringstadter beim aufwändigen Ausräumen der ehemaligen Gaststätte.

Der Ortstermin diente freilich nur dazu, sich ein Bild zu machen. Die Entscheidung über das Vorhaben obliegt nämlich dem Gemeinderat, der sich am kommenden Dienstag in seiner Sitzung damit befassen wird.

Startschuss für Regens-Wagner-Heim in Ebensfeld
Nach Abriss der früheren Kiesler-Tankstelle in Ebensfeld entstehen nach dem positiven Beschluss des Gremiums nun seitens des Betreibers Regens Wagner dort ein Wohnheim sowie eine Förderstätte für Menschen mit Behinderung. Foto: Mario Deller

mde

Weitere Artikel