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BAD STAFFELSTEIN

Standpunkt: Für Verständnis statt Paragraphenreiterei

Parkverbot ist eine eindeutige Regelung, die für jeden Autofahrer gilt. Allerdings stellt sich die Frage, warum in einer Sackgasse derart durchgegriffen werden muss, nachdem nicht nur die Nachbarn, sondern auch das Ordnungsamt es 20 Jahre lang toleriert haben, dass ein Rollstuhlfahrer auf dem Gehstreifen parkt.

Aufgrund dieser Vorgeschichte und der gesundheitlichen Beeinträchtigungen des Betroffenen wäre eine Ausnahme nicht nur gerechtfertigt, sondern sogar erforderlich. Es darf nicht sein, dass sich ein Mensch, der es aufgrund seiner Behinderung schon schwer genug hat, täglich in Lebensgefahr begeben muss, nur um einer Rechtsvorschrift zu genügen.

Ein Skandal wäre es, wenn die Aussagen des Polizeibeamten wie geschildert gefallen sind. Das klingt nach Diskriminierung und Willkür. Man kann es einem Menschen mit Behinderung nicht vorhalten, dass er seine Parkberechtigung nutzt, er ist darauf angewiesen. Doch andererseits gilt auch für Polizeibeamte die Unschuldsvermutung.

Um die unerträgliche Situation für Marc Friedrich zu beenden, sind Stadtverwaltung und Polizei aufgefordert, eine unbürokratische Lösung zu finden. Und zwar bevor ein Unfall passiert.

Von Gerhard Herrmann gerhard.herrmann@obermain.de

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