aktualisiert:

Oberleiterbach: Ehrung in Weiß-Gold für Nikolaus Kunzelmann

Oberleiterbach: Ehrung in Weiß-Gold für Nikolaus Kunzelmann
Bürgermeister Michael Senger (re.) überreichte die Ehrenurkunde an Nikolaus Kunzelmann (Mi.). Der Vorsitzende des Soldaten- und Kameradschaftsvereins Oberleiterbach, Gerhard Senger (li.), übergab die Ehrennadel in Weiß-Gold. Foto: Martina Drossel
Oberleiterbac h

Seit Jahrzehnten geht Nikolaus Kunzelmann im Herbst von Haus zu Haus, um für den Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge um Spenden zu bitten und so den Gefallenen der Weltkriege ein ehrendes Gedenken zu erhalten. Wie viel Geld dabei zusammen kam, lässt sich nur schwer schätzen. Tausende Mark, später Euro, mögen es gewesen sein. Dafür wurde er nun im Rahmen der Jahresversammlung des Soldaten- und Kameradschaftsvereins mit der Ehrennadel in Weiß-Gold ausgezeichnet.

Wir haben einen Mann zu ehren, der sich für die Kriegsgräberfürsorge schon sehr lange engagiert“, sagte Vorsitzender Gerhard Senger voller Stolz. Er dankte Kunzelmann namens der Bezirksvorsitzenden Heidrun Piwernetz für sein außergewöhnliches Engagement und die jahrelange hervorragende Arbeit. Stellvertretend für Piwernetz und Bezirksgeschäftsführer Robert Fischer überreichten er und Bürgermeister Michael Senger Ehrenurkunde und Ehrennadel. „Und natürlich weitermachen“, sagte der Rathauschef, nachdem er gratuliert hatte. Und lächelte.

Auch heuer gibt es kein Dorffest

58 Mitglieder zähle der Soldaten- und Kameradschaftsverein derzeit, informierte Vorsitzender Gerhard Senger in seinem Rückblick. In der Schießgruppe seien alleine 40 davon. Noch vor dem Lockdown habe es eine gut besuchte Christbaumversteigerung am Dreikönigstag 2020 gegeben, auch die Winterwanderung nach Rattelsdorf sei gut angenommen worden. Dann aber kam das Vereinsleben zum Erliegen. Die Höhepunkte des Jahres, allen voran die Friedenswallfahrt und das Dorffest an Mariä Himmelfahrt, zu dem normalerweise Tausende kommen, fielen aus. Der Volkstrauertag in Kirchschletten wurde nur im minimalen Rahmen begangen. „Und 2021 begann so, wie 2020 endete“, sagte Senger. Nämlich mit Absagen. „Was wir heuer machen können, müssen wir kurzfristig entscheiden. Je nachdem, was die Corona-Zahlen zulassen.“ Eines ist schon sicher: Das große Dorffest wird es auch in 2021 nicht geben. Wie der Volkstrauertag, der heuer in Oberleiterbach wäre, gestaltet werden kann, ist unklar. Ein Kranz aber wird sicher niedergelegt.

Dennoch war der Soldaten- und Kameradschaftsverein nicht untätig. Zum einen kamen bei der Sammlung für die Kriegsgräberfürsorge im November 2020 wieder 375 Euro zusammen. Zum anderen wurde großzügig gespendet: Die Zapfendorfer Kindertagesstäten Sankt Franziskus und Sankt Christophorus erhielten vom SKV Oberleiterbach jeweils 500 Euro, das Kinderhospiz Bamberg 500 Euro, die Kirchenverwaltung Sankt Laurentius Oberleiterbach 400 Euro und die Dorfjugend 100 Euro. Die Schießgruppe übt sich in Geduld. Stephan Metzner, der Leiter der Schießgruppe, hatte Pandemie-bedingt nur von zwei Veranstaltungen zu berichten. Das Gaudischießen und ein Pistolenschießen fanden noch statt, dann kam der Lockdown. Ab August, so Metzner, lasse die Scharfschützengesellschaft Ebensfeld ihre Schießstände am Wolfsanger mit hohem finanziellen Aufwand modernisieren, zum Teil sogar auf vollelektronisch umstellen. „Unsere Hoffnung ist, dass es im Schießsport im kommenden Jahr wieder in geregelte Bahnen geht“, so der Schießwart. Gerne werde der SKV weiter am Wolfsanger schießen, die Konditionen für Partner-Vereine nach der Modernisierung aber seien noch nicht bekannt.

Das Protokoll der vorangegangenen Hauptversammlung verlas 2. Vorsitzender Nikolaus Kunzelmann. Kassierer Geo Seelmann vermeldete ein sattes Minus, was den vielen Spenden geschuldet war. Finanziell steht der Verein solide da. Die Schießgruppe erwirtschaftete ein Plus. Alfons Hennemann und Eduard Herold hatten beide Kassen akribisch geprüft.

„Ich habe aufmerksam zugehört, was euer Verein alles leistet, was ihr im Vereinsleben auf die Beine stellt, von Sport bis Traditionspflege. Ich hoffe, dass ihr das noch lange so weiterführt“, lobte Bürgermeister Michael Senger. „Ich danke vor allem auch für eure großzügigen Spenden in die Zukunft unserer Gemeinde und dafür, dass ihr jedes Jahr die Kriegsgräbersammlung organisiert. Diese Bereitschaft ist längst nicht mehr in allen Dörfern vorhanden.“

Die Bilder von Starkregen und Hochwasser, die die vergangenen Tage durch die Medien gingen, haben die Soldatenkameraden stark bewegt. Deshalb wurde bei der Jahresversammlung beschlossen, mit einer Spende helfen zu wollen: 1000 Euro sollen in die betroffenen Regionen in Bayern fließen. Die Mitglieder beauftragten den Vorstand mit der Umsetzung. „Dass ihr auch hier helfen wollt, um Not zu lindern, ist nicht hoch genug einzuschätzen“, so Bürgermeister Senger.

Im Jahr 2026 gibt es in Oberleiterbach eigentlich zwei Anlässe zum Feiern: Der Soldaten- und Kameradschaftsverein wird 100 Jahre alt, die Freiwillige Feuerwehr besteht dann seit 125 Jahren. Vor einem Vierteljahrhundert wurde noch gemeinsam gefeiert. Beide Vereine wollen sich Gedanken machen, ob es wieder ein Doppelfest geben soll.

Oberleiterbach: Ehrung in Weiß-Gold für Nikolaus Kunzelmann
Im Beisein von Zapfendorfs Bürgermeister Michael Senger (re.) überreichte Gerhard Senger (2. v. li.), der Vorsitzende des Soldaten- und Kameradschaftsvereins Oberleiterbach, Ehrenurkunde und Ehrennadel in Weiß Gold des Volksbunds Deutsche Kriegsgräberfürsorge an Nikolaus Kunzelmann (2. v. re.). Vorstandsmitglied Geo Seelmann gratulierte (li.). Foto: Martina Drossel

Von Martina Drossel

Weitere Artikel