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PRÄCHTING

„Oberfränkische Marientour“ an der Hankirche eröffnet

„Oberfränkische Marientour“ an der Hankirche eröffnet
Gute Laune trotz grauen Himmels herrschte bei der feierlichen Segnung des ersten Radpilgerwegs Oberfrankens. Mit von der Partie waren unter anderem (v. li.) Weihbischof Herwig Gössl nebst Ministrantin, Romanus Scholz und Landesverband-Geschäftsführerin Petra Husemann-Roew (verdeckt) für den ADFC, Staatsministerin Melanie Huml und Bundestagsabgeordnete Emmi Zeulner. Foto: Mario Deller

Radfahren ist „in“, Pilgern auch. Beides schließt sich nicht aus, ganz im Gegenteil. So kam eines zum anderen: Auf Initiative des Erzbistums und in gelungener Kooperation mit ADFC, der regionalen Entwicklungsagentur „Oberfranken offensiv“ sowie den Kommunen und Tourismusorganisationen entstand die Idee eines oberfränkischen Radpilgerwegs. Nun erfuhr die „Oberfränkische Marientour“, so der offizielle Name, in beziehungsweise an der Hankirche bei Prächting die feierliche Segnung mit Weihbischof Herwig Gössl.

Zum Auftakt konnte die Veranstaltung wegen regnerischen Wetters nicht, wie geplant, im Freien starten, sondern wurde in die Hankirche verlegt. Das tat der feierlichen Stimmung aber keinen Abbruch. „Die Idee, nicht nur zu Fuß zu pilgern, sondern auch auch mit dem Fahrrad von Pilgerstätte zu Pilgerstätte zu reisen, finde ich wunderbar und hat mich von Anfang an begeistert“, meinte etwa Melanie Huml, bayerische Staatsministerin für Europaangelegenheiten.

Der Bezirk habe für (Rad-)Reisende viel zu bieten, betonte die Bambergerin. Sie hob die sehr gute Zusammenarbeit von „Oberfranken Offensiv“ mit dem Allgemeinen deutschen Fahrradclub (ADFC) hervor.

Eine alte Wallfahrtsidee weiterentwickelt

„Oberfränkische Marientour“ an der Hankirche eröffnet
„Geniale Idee“: Staatsministerin Melanie Huml lobte das Projekt, mit dem der Trend Fahrradreisen und die Tradition des Pilgerns im schönen Oberfranken verknüpft werden. Foto: Mario Deller

Domkapitular Martin Emge ging auf die Entstehungsgeschichte der „Oberfränkischen Marientour“ ein. Gedanklicher Ausgangspunkt hierfür war der Marienwanderweg, der seinerseits am 15. August (Mariä Himmelfahrt) offiziell eröffnet wird. Türen und Herzen aller, die dafür ins Boot geholt wurden, waren offen, als es an die Umsetzung der Idee eines oberfränkischen Pilgerradwegs ging.

Es sei hervorragend gelungen, den Fränkischen Marienwanderweg und die die Radler ansprechende „Oberfränkische Marientour“ zu verzahnen. Emge sprach von einer „organischen Einheit nach dem Motto ,Zwei Projekte – ein Ziel‘“. Er finde es schön, wie hier eine eine alte Wallfahrtsidee weiterentwickelt werde. Der Domkapitular zitierte den früheren Bundeskanzler Konrad Adenauer: „Wallfahrtsorte sind die heimlichen Hauptstädte.“ Wie Melanie Huml dankte auch er allen, die zur gelungenen Realisierung des oberfränkischen Marienpilgerradwegs beitrugen.

Insgesamt 52 Heiligtümer auf zehn Etappen

„Oberfränkische Marientour“ an der Hankirche eröffnet
„Türen und Herzen waren offen“: Domkapitular Martin Emge blickte zurück auf die Umsetzung der Idee, die von allen Seiten von Anfang an positiv aufgenommen wurde. Foto: Mario Deller

Der Pilgerradweg „Oberfränkische Marientour“ weist eine Länge von 580 Kilometern auf. Der hierzu herausgegebene Flyer schlägt zehn Etappen vor, Start und Endpunkt ist Bamberg. Entlang der Route liegen 52 Heiligtümer, die Zeugnis ablegen von der fränkischen Marienverehrung, davon 40 Marienwallfahrtsorte. Auch die Hankirche Maria Unbefleckte Empfängnis, dessen Vorgängerbau bereits im 16. Jahrhundert Wallfahrer anzog, darf da nicht fehlen. Neben der Veitsbergkapelle und der Basilika Vierzehnheiligen zählt sie zu den insgesamt zwölf Fotos auf dem Flyer. Die Strecke führt über befestigte sowie über Forst- und Schotterwege und ist durchgängig mit dem Logo des „Fränkischen Marienwegs“ beschildert.

Wie die Geschäftsführerin des ADFC-Landesverbandes Bayern, Petra Husemann-Roew, erläuterte, werde das Fahrrad in der Pandemiezeit noch häufiger genutzt. Laut einer Analyse des ADFC haben 2020 5,4 Millionen Bundesbürger einen Radurlaub unternommen. Aber auch die Naherholung und die Erkundung der Heimatregion per Zweirad seien wichtige Aspekte.

Entschleunigung, Rückbesinnung auf das Wesentliche, zur Ruhe kommen

Hinzu komme, fuhr die ADFC-Sprecherin fort, dass Radreisende tendenziell besser informiert seien und Details zu Strecken sowie Sehenswürdigkeiten und markanten Punkten wünschten. „Oberfranken macht dies sehr gut“, lobte Husemann-Roew den Bezirk in diesem Zusammenhang. Bei Radtourenangeboten sollten immer die Besonderheiten der jeweiligen Region hervorgehoben werden, was die nun konzipierte „Oberfränkische Marientour“ auch auszeichne. Entschleunigung, Rückbesinnung auf das Wesentliche, zur Ruhe kommen, das sei heute wichtiger denn je. „Deshalb ist der Oberfränkische Radpilgerweg so ein lobenswertes Projekt, das der ADFC gerne mit unterstützt“, schloss sie ihre Ausführungen.

Auch Herwig Gössl, der zum feierlichen Anlass eine kurze Andacht zelebrierte, konnte das Projekt nur gutheißen. „Wenn wir in Gedanken des Grübelns gefangen sind, besteht immer die Gefahr, beim Sinnieren über alles Mögliche hinabzurutschen ins Sorgen-Machen. Pilgern – egal, ob als Wanderer oder eben mit dem Fahrrad – bietet die Möglichkeit, alles einmal sacken zu lassen und den Kopf wieder frei zu bekommen. Pilgern heißt unterwegs sein und dabei getragen sein von Gottes Liebe.“

Mittlerweile hatten sich die grauen Regenwolken verzogen. So konnte der Weihbischof im Beisein der Ehrengäste und einiger Prächtinger Bürger vor der Hankirche dem oberfränkischen Marienpilgerradweg den kirchlichen Segen spenden. Dabei wurde auch das Schild hoch gehalten, das Radelnde künftig auf den Tourenpunkt Hankirche hinweist.

Interessierte finden das Infoportal des Oberfränkischen Marienradwegs auf www.oberfranken.de. Dort gibt es die Route zum einen als GPX-Track mit QR-Code, aber auch die Möglichkeit, den Flyer herunterzuladen. Der gedruckte Flyer kann bei der Geschäftsstelle von Oberfranken Offensiv, Maximilianstraße 6, 95444 Bayreuth, Tel. (0921) 52523 ist angefordert werden.

Oberfränkische Marientour

Länge: 580 Kilometer.

Herausgeber: Oberfranken Offensiv Bayreuth.

Konzept für Route und Faltblatt: ADFC-Landesverband Bayern und Erzbischöfliches Ordinariat Bamberg.

Zehn Etappen:

• Bamberg – Marienberg/Schönstattzentrum (43 Kilometer),

• Marienberg – Eggenbach (59 Kilometer), Eggenbach – Glosberg (64 Kilometer),

• Glosberg – Marienweiher (58 Kilometer),

• Marienweiher – Bayreuth (75 Kilometer),

• Bayreuth – Gößweinstein (78 Kilometer)

• Gößweinstein – Pinzigberg (57 Kilometer),

• Pinzigberg – Bärnfels (47 Kilometer),

• Bärnfels – Weilersbach (56 Kilometer),

• Weilersbach – Bamberg (43 Kilometer).

Von Mario Deller

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