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BAMBERG / BAD STAFFELSTEIN

Markus Söder dankt Ukraine-Helferin Olena Krajcik

Markus Söder dankt Ukraine-Helferin Olena Krajcik
Olena Krajcik aus Bad Staffelstein ist in der Ukraine geboren und unterstützt ihre Landleute nach Kräften. Kürzlich durfte sie den bayerischen Ministerpräsidenten Dr. Markus Söder treffen. Foto: Krajcik

„Ich weiß heute noch nicht, wie ich auf die Liste gekommen bin, wer mich dafür vorgeschlagen hat“, sagt Olena Krajcik im Gespräch mit dieser Redaktion. Die heutige Bad Staffelsteinerin stammt aus der Region Winnyzja in der Ukraine, große Teile ihrer Familie leben noch immer dort. Seit dem 24. Februar, als ihr Heimatland überfallen wurde, lebt sie in großer Sorge. Doch davon lässt sie sich nicht lähmen, sondern packt an und hilft, wo sie nur kann. Als Dank für ihr Engagement durfte sie jüngst den bayerischen Landesvater treffen.

Markus Söder dankt Ukraine-Helferin Olena Krajcik
Bayerns Ministerpräsident Markus Söder hatte engagierte Bürger und Bürgerinnen aus allen gesellschaftlichen Bereichen Oberfrankens in den Hegelsaal der Konzert- und Kongresshalle Bamberg eingeladen. Gekommen war auch reichlich Politprominenz. Foto: Marion Krüger-Hundrup

Markus Söder, der bestens aufgelegte bayerische Ministerpräsident und bekennender Franke, strahlte. Selbst Bambergs Oberbürgermeister Andreas Starke, der – so O-Ton Söder in seiner Begrüßung – „bloß einer Partei der Ampel-Regierung angehört“ – konnte sich ein zustimmendes Lächeln zur Charmeoffensive des Landesherrn nicht verkneifen. Schließlich galt dieser Bezirksempfang des Ministerpräsidenten im Hegelsaal der Konzert- und Kongresshalle engagierten Bürgern und Bürgerinnen aus allen gesellschaftlichen Bereichen Oberfrankens. Also den „Helden unseres Landes und Stars des Abends“, wie Söder die Ehrenamtlichen titulierte. So wie Olena Krajcik aus Bad Staffelstein, die schon zahlreiche Hilfstransporte in die Ukraine organisiert hat. Ein weiterer macht sich dieser Tage auf den Weg.

Söder: gezeigter Einsatz ist „gelebte Liebe zur Heimat“

Ihr Einsatz für die Mitmenschen sei „gelebte Liebe zur Heimat. Stark, sozial und smart – das macht Bayern und ganz besonders Franken aus und gibt gerade in diesen Zeiten Halt und Hoffnung. Ein großes Dankeschön für Ihren Einsatz!“, so Markus Söder in seiner humorigen Ansprache. Dankeschön, zumal Bayern jährlich acht bis zehn Milliarden Euro aufbringen müsste, um die Arbeit der Ehrenamtlichen zu ersetzen.

„Es war für mich eine große Ehre, Markus Söder in Bamberg zu treffen.“
Olena Krajcik über den Empfang des Ministerpräsidenten
Markus Söder dankt Ukraine-Helferin Olena Krajcik
Offenes Ohr für die Nöte in der Ukraine: Die grüne Landtagsabgeordnete Ursula Sowa (li.) hörte Olena Krajcik gerne zu. Foto: Krajcik

Auch die Regierungspräsidentin, Landräte, Bürgermeister, Weihbischof, evangelisch-lutherischer Dekan und die geballte Bamberger CSU-Prominenz als aufmerksame Zaungäste hörten mit Staunen, wie der Ministerpräsident den seit drei Jahren anhaltenden Krisenmodus im ganzen Land auflöste. Corona, Ukraine-Krieg, Energieknappheit: „Anlässe zum Verzweifeln, aber wir haben schon andere Krisen überstanden“, meinte Söder selbstbewusst.

Außerdem käme Bayern besser durch Krisen, weil „wir Sie Engagierte und viel Herzquote und Dax-Unternehmen haben“. Auch die Herzbilanz müsse in einer Krise stimmen. Denn „Bayern soll nicht nur wirtschaftlich stark bleiben, sondern auch sozial“. Dabei gelte es, beispielsweise in der herrschenden Energiekrise die Ideologie wegzulassen und die veränderte Situation zu bedenken: „Sicherheit und Praxis müssen nach vorn gestellt werden“, betonte Söder, der sich nach eigenem Bekunden darüber freue, „in einem Freistaat zu leben und nicht in einem Zwangsstaat“.

Niemand bekam einen Orden oder eine Verdienstmedaille

Markus Söder dankt Ukraine-Helferin Olena Krajcik
Olena Krajcik mit Bambergs Oberbürgermeister Andreas Starke Foto: Krajcik

Große Heiterkeit löste der aus Radio und Fernsehen bekannte Kabarettist Wolfgang Krebs aus, der das Mikrofon kaperte und die Rede Söders in unnachahmlicher Manier sortierte. Und zwar in den perfekt beherrschten Rollen als Horst Seehofer und Edmund Stoiber.

Besonders Stoibers Zungen brecherische Redefluss war eine gewisse Herausforderung für die Gebärdendolmetscherin am Rande der Bühne. Doch sie bewältigte diese Aufgabe für hörgeschädigte Gäste mit Bravour. Zünftige Untermalung durch die Musikkapelle Ebrachtaler – Heimatklänge Ampferbach, ein kulinarisches Büffet und Getränke gehörten zu diesem Bezirksempfang dazu.

Allerdings gab es für niemanden einen Orden oder eine Verdienstmedaille oder sonst ein sichtbares Zeichen der Anerkennung. „Ein warmer Händedruck von Söder reicht mir!“, sagte etwa der Bamberger Alexander Wilhelm, Bezirksjugendfeuerwehrwart Oberfranken.

Und Olena Krajcik? Sie wurde auch an diesem Abend nicht müde, Gespräche zu suchen und den Fokus dabei immer wieder auf den brutalen Angriffskrieg und die große Not in ihrer Heimat zu lenken. Unter anderem sprach sie mit der grünen Landtagsabgeordneten Ursula Sowa und dem Bamberger Oberbürgermeister Andreas Starke. „Es war für mich eine große Ehre, Markus Söder in Bamberg zu treffen“, sagt sie im Gespräch mit dieser Redaktion.

„Ich sage herzlichen Dank an alle, die uns bislang geholfen haben und ie uns weiter helfen für die Ukraine und ukrainische Flüchtlinge, sei es mit Spenden oder in anderer Form. Wir machen weiter!“

Dank an alle Spender und Unterstützer

Krankenhäuser, Zivilbevölkerung und auch das Militär brauchen weiter jedwede Unterstützung, so die Visagistin. „Wir übergeben alles, was wir bekommen, und arbeiten Hand in Hand.“ Unterstützt wird sie bei ihrem Engagement auch von ihrer Mutter Tetyana Langbein.

Aus ihrer alten Heimat Winnyzja erreichen die Bad Staffelsteinerin indes viele Dankesworte: „Vielen Dank, Lena, dir und deiner Mama, für unser lang leidendes, aber mutiges und freiheitsliebendes Land!“

Markus Söder lädt engagierte Bürger und Bürgerinnen in allen sieben bayerischen Regierungsbezirken ein. Die jeweiligen Bezirksregierungen sorgen für die Vorschlagsliste mit den Namen der einzuladenden Personen.

Von Marion Krüger-Hundrup und Markus Drossel

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