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Leserforum: Verhalten des Polizeibeamten macht fassungslos

Diesen Strafzettel erhielt Marc Friedrich, weil er auf dem gepflasterten Gehstreifen vor seinem Haus im Weidenweg parkte. 20 Jahre lang hatte niemand daran Anstoß genommen. Foto: Von Gerhard Herrmann

Dieser Artikel beziehungsweise die damit verbundenen Aussagen haben mich ganz schön in Rage gebracht. Und ich hätte diesen Leserbrief auch dann geschrieben, wenn ich nicht die Kreisvorsitzende des Sozialverbandes VdK Lichtenfels wäre.

Was war geschehen? Marc Friedrich, querschnittsgelähmt seit einem Unfall vor mehr als zwei Jahrzehnten, Rollstuhlfahrer, parkt seit etwa 20 Jahren mit Einverständnis der Stadtverwaltung Bad Staffelstein mit seinem Auto auf einen gepflasterten, relativ breiten Parkstreifen vor seinem Haus. Für einen Autofahrer mit Handicap wie Herr Friedrich eine gute Möglichkeit, dort mit seinem Rollstuhl ungefährdet und sicher, bei Wind und Wetter und Dunkelheit, ein- und aussteigen zu können. Zumal im Nahbereich kein Behindertenparkplatz zur Verfügung steht.

Doch Freitagfrüh kam dann „ein Freund und Helfer“, also ein Polizeibeamter, und verbietet Herr Friedrich, weiterhin dort zu parken und stellt ihm einen Strafzettel aus. Doch damit nicht genug: des Weiteren damit verbunden eine Drohung, vermehrt Streife vor Ort zu fahren und jedes Mal eine Verwarnung auszustellen.

Ist diese Aussage eines Polizisten nicht mehr als fragwürdig? Auch der Hinweis des Ordnungshüters, auf den nahe gelegenen Äußeren Frankenring sei das Parken nicht verboten, ist für mich eine absolute Provokation, zumal dort die Gefahr eines Unfalles des Rollstuhlfahrers beim Ein- und Aussteigen sowie anderer Verkehrsteilnehmer programmiert ist.

Und was für mich „dem Fass den Boden ausgeschlagen hat“ ist die Aussage dieses Polizeibeamten laut Zeitungsbericht, als Herr Friedrich ihn auf seinen blauen Berechtigungsschein hingewiesen hat: „Ihr habt mit euerem blauen Schein schon genug Vorteile, dieser Schein ist kein Freifahrtschein für alles.“

Wenn sich Herr Friedrich nach so einer Behandlung und solchen Aussagen diskriminiert, hilflos und gedemütigt fühlt, dann kann ich das verstehen. Mich selbst macht das fassungslos. Mich entsetzt dieser schnöde Umgang mit einem Menschen, dessen Handicap sein Leben schon nicht ganz einfach macht.

Monika Faber Lichtenfels

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