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Leserforum: Haarsträubende Thesen aufgestellt

Ein Abonnent schreibt einen Leserbrief an das Obermain-Tagblatt.
Ein Abonnent schreibt einen Leserbrief an das Obermain-Tagblatt. Foto: Daniel Naupold (dpa)

Als eine Fiktion will Herr Joachim Drescher das keltische Oppidum, die starkbefestigte, stadtähnliche Großsiedlung auf dem Staffelberg, in einem Leserbrief entlarvt haben. Er maßt sich an, alle wissenschaftlichen Erkenntnisse, ob nun archäologisch, historisch oder auch geologisch, als absurd bewerten zu können. Und er behauptet nach „menschlichem Ermessen“ zu urteilen, beruft sich auf „die Geschichte“ und habe „alle vorliegenden Fakten“ berücksichtigt.

Dabei ist es doch ausschließlich sein Blickwinkel, der ihn antreibt, eng und ohne jegliche Sachkenntnis. Bereits vor zwei Jahren tat er die „Keltenstadt“ in einem Leserbrief (bei der zweiten Heimatzeitung) als „Fiktion“ ab. Daraufhin habe ich ihm empfohlen, sich erst einmal ernsthaft mit der Materie zu befassen, bevor er derart haarsträubende Thesen aufstellt beziehungsweise wissenschaftlich fundierte Grabungsergebnisse einfach ignoriert.

Falls ihm das nicht zumutbar erscheint, müsste schon ein Besuch unseres Bad Staffelsteiner Heimatmuseums und die konzentrierte Besichtigung der dort ausgestellten Funde und Erläuterungen hilfreich sein … wenn er denn wirklich interessiert wäre – an Fakten.

Empfehlen möchte ich ihm auch das sehr lehrreiche Buch „Entdeckungen rund um den Staffelberg“, herausgegeben von der Stadt Bad Staffelstein (schon im Jahre 2015). Darin kann er ganz einfach bildlich (Seiten 53 und 56) erkennen, dass die „überdimensionierte Schutzmauer“ tatsächlich eine beeindruckende keltische Befestigungsanlage war.

Er müsste auch den Nachweis der schon frühkeltischen dichten Besiedlung auf dem Hochplateau zur Kenntnis nehmen: Kellergruben, die durch sogenannte Magnetometerprospektion festgestellt wurden (Seite 53) und in denen auch qualitativ hochwertige keltische Keramik gefunden wurde (Seite 55), die er im Original – eben in unserem Stadtmuseum – begutachten könnte.

Ich selbst begehe den Staffelberg schon seit Jahren und habe bei meiner Oberflächensuche schon hunderte von Keramikscherben auflesen können.

Das sind „echte“ Fakten, die „unter und über der Erde“ gefunden wurden und die die Darstellungen des Herrn Drescher als völlig haltlos entlarven.

Bleibt die Frage: Warum schreibt Herr Drescher solch absurde Behauptungen?

Karl-Heinz Müller

Bad Staffelstein

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