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EBENSFELD

Konzept für Sanierung der Pater-Lunkenbein-Schule steht

Für die Generalsanierung der Pater-Lunkenbein-Schule hat der Gemeinderat nun eine Variante auserkoren. Der künftig nicht mehr benötigte Funktionstrakt soll außerschulischen Zwecken wie Musikproben oder Volkshochschulkursen dienen, lautete ein weiterer Beschluss. Foto: Mario Deller

Die millionenschwere Generalsanierung der Pater-Lunkenbein-Schule wird die Kommune nicht nur in finanzieller Hinsicht über etliche Jahre beschäftigen. Auf dem langen Weg der Planungsphase ist der Markt Ebensfeld nach einigen in der jüngsten Sitzung getroffenen Entscheidungen nun wieder ein gutes Stück vorangekommen.

Die zur Umsetzung der Mammutaufgabe gebildete Projektgruppe hatte sich mit drei möglichen Varianten zur Generalsanierung auseinandergesetzt. Nun fasste der Gemeinderat mit 18 zu null Stimmen einen Grundsatzbeschluss, der vorsieht, die weiteren Planungen entsprechend der am sinnvollsten erscheinende Variante fortzuführen.

Baubeginn wohl frühestens an Ostern 2023

Vor der Abstimmung wurde dem Gremium diese Variante noch einmal im Detail vorgestellt: Der künftige Hort wird im Erdgeschoss angebaut, wobei ein Durchgang zum Innenhof ermöglicht wird. Küche und Speisesaal wären bei größeren Veranstaltungen auch für den Turnhallenbetrieb nutzbar. Die Schulräume werden im ersten Obergeschoss untergebracht sein, Schulverwaltung und Lehrerzimmer im zweiten Obergeschoss. Hinsichtlich der Nutzung des Untergeschosses mit Fach- und Lagerräumen bleibt im Prinzip alles beim alten.

Mit Ausnahme von Speisesaal und Küche ist der künftig wohl sieben Gruppen umfassende Hortbereich abgeschlossen. Teilweise sind bei der gewählten, von Schul- und Hortleitung ebenfalls befürworteten Variante auch Neubauten vorgesehen, wie etwa Speisesaal, Küche, ein Hortgruppenraum, eine barrierefreie Toilette und ein Aufzug. Baubeginn der Generalsanierung ist frühestens an Ostern 2023, vielleicht auch später.

Schätzungsweise 55 bis 60 Prozent Förderung möglich

Anfang dieses Jahres war eine Investitionssumme von 15 Millionen Euro und eine mögliche Förderquote von 60 Prozent veranschlagt und deutlich gemacht worden, dass die Abfinanzierung sich bis 2035 hinziehen dürfte. Eine konkretisierte Investitionshöhe beziehungsweise Förderquote könnten derzeit noch nicht genannt werden, baten Bürgermeister und Gemeindeverwaltung um Verständnis.

Storath hält eine Förderung von 55 bis 60 Prozent – allerdings bezogen auf das Summenraumprogramm – für möglich. Er ergänzte, dass für das FAG-Förderprogramm die Steuerkraft einer Kommune eine weitere Determinante sei. Der nächste Schritt sei nun, die Unterlagen der beschlossenen Variante der Regierung vorzulegen, erklärte Katrin Lienert von der Gemeindeverwaltung.

Schulbetrieb wird während des Umbaus in Container ausgelagert

Heinrich Kunzelmann (Freie Wähler) fragte an, wie sich die Sachlage gestalte, wenn beispielsweise nur 20 Prozent bezuschusst würden. Wenn ein Architekt beauftragt ist und eine Kostenberechnung vorgelegt hat, wäre ein Ausstieg theoretisch noch möglich, jedoch nicht mehr nach der Auftragsvergabe, erwiderte Bürgermeister Storath. Er unterstrich aber auch, dass man sich im Gremium grundsätzlich über die Notwendigkeit der Sanierung einig war und diese beschlossen hat.

„Ein Sanieren im Bestand wäre nicht zielführend“, meinte der Bürgermeister. Einstimmig votierte denn auch das Gremium dafür, den gesamten Hort- und Schulbetrieb während der Umbauphase zur Generalsanierung auszulagern. Es wird eine Containerlösung geben. Die – von der Größe her etwa vergleichbare – Containeranlage der Gemeinde Michelau verursacht Mietkosten von monatlich rund 45 000 Euro. Ob für Ebensfeld Container gekauft oder gemietet werden, muss noch entschieden werden, ebenso, wo sie aufgestellt werden. Favorisiert wird der Schulpausenhof, ferner sind der Festplatz und ein Areal am Bauhof im Gespräch.

VHS und Musikvereinigung künftig im Funktionstrakt

Der Bürgermeister unternahm erst gar nicht den Versuch, die wohl nicht zu vermeidende Containerlösung schönzureden: „Freilich müssen die Beteiligten hier für eineinhalb bis zwei Jahre Kompromisse eingehen.“ Neben Schule und Hort betroffen ist auch die Musikvereinigung Ebensfeld, die das Schulgebäude für Proben nutzt. Vorsitzender Rudi Dierauf wohnte der Sitzung als Zuhörer bei.

Den Funktionstrakt benötigen Schule und Hort künftig nicht mehr. Der Gemeinderat beschloss einstimmig, ihn der Allgemeinheit zur Verfügung zu stellen, sprich für kulturelle Nutzung, VHS-Kurse oder für musikalische Zwecke.

Zugang mithilfe eines Transpondersystems

Zwar nutzten die Volkshochschule und die Musikvereinigung Ebensfeld schon bisher Räume des Schulgebäudes. Allerdings war – hin und wieder nicht ganz problemfrei – die Nutzung über alle Schulhausetagen verteilt. Der Entwurf beinhaltet neben einem eigenen Sanitärbereich auch einen separaten Eingang. Mithilfe eines Transpondersystems wären Proben des Musikvereins oder Veranstaltungen der VHS auch ohne die Anwesenheit eines Hausmeisters möglich.

Für den Umbau des Funktionstrakts liegen noch keine Kostenschätzungen vor. Diese soll nun in die Wege geleitet werden. Der Beschluss lässt vor diesem Hintergrund quasi noch ein Hintertürchen zum Ausstieg offen durch den Einschub: „sofern es finanziell darstellbar ist“.

Konzept für Sanierung der Pater-Lunkenbein-Schule steht
Im Erdgeschoss des Schulhauses ist künftig der Hort (gelb markierte Räume) untergebracht mit einem neuen Aufenthaltsraum (grün). Der Funktionstrakt (dunkelrot) wird von Hort und Schule nicht mehr benötigt und soll für außerschulische Zwecke Verwendung finden. Foto: Gemeinde Ebensfeld

Hinsichtlich der Planungen zur Generalsanierung der Schule mit Hort ist eine Bedarfsfortschreibung notwendig, auch in Anbetracht des ab August 2026 bis August 2029 schrittweise gültigen gesetzlichen Anspruchs auf Ganztagsbetreuung: Die aktuellen fünf Hortgruppen sind vollständig belegt, etwas mehr als 60 Prozent der Schüler besuchen die Einrichtung. Die einstimmig beschlossene Fortschreibung des Bedarfs geht von einer durchschnittlichen Schülerzahl von 230 und von einer Nutzung durch 75 Prozent der Schüler aus. Daraus ergibt sich die Notwendigkeit von sieben Hortgruppen mit insgesamt 175 Plätzen.

 

Von Mario Deller

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