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Kommunales Denkmalschutzkonzept für Kutzenberg präsentiert

Kommunales Denkmalschutzkonzept für Kutzenberg präsentiert
Die Sanierung des Gutshofs in Kutzenberg und dessen Neunutzung durch den Fränkischen Theatersommer sind in künftige Konzepte einzubeziehen. Foto: Mario Deller

54 Seiten umfasst es, das Kommunale Denkmalschutzkonzept Kutzenberg. Es geht um die Weiterentwicklung und Modernisierung als Klinikstandort. Derzeit läuft ein Neubauprojekt in Millionenhöhe, zugleich soll die historische Bausubstanz erhalten werden. Denkbar ist eine Neustrukturierung des gesamten Areals, betreffend der Bereiche Klinik, Denkmal und Wohnen. Franz Ullrich vom Planungsbüro Plan & Werk Bamberg stellte den Entwurf in der Sitzung des Gemeinderats vor.

Etliche Abstimmungsgespräche und Videokonferenzen mit Vertretern der Marktgemeinde, der GeBO (Gesundheitseinrichtungen des Bezirks Oberfranken), des Bezirks Oberfranken, des Landesamtes für Denkmalpflege, des Planungsbüros und auch des Fränkischen Theatersommers fanden seit Anfang 2020 statt. Das Ziel: eine tragfähige Basis bilden und die Interessen und Ziele aufeinander abzustimmen. Und es wird noch viele Gespräche geben müssen.

In enger Absprache mit dem Amt für Denkmalpflege

UIlrich beleuchtete zunächst die verschiedenen Bauphasen in Kutzenberg vom Beginn des 20. Jahrhunderts bis in die jüngere Vergangenheit und ging auf historische Bauten ein. Zusammen mit dem Amt für Denkmalpflege wurden denkmalpflegerische Interessen formuliert und Ziele abgeleitet. Der Planer empfiehlt vorbereitende Untersuchungen zur Ausweisung eines Sanierungsgebietes als Voraussetzung für Fördermöglichkeiten, ebenso weitere Machbarkeitsstudien zu möglichen Umnutzungskonzepten zur Vorbereitung des Verkaufs an externe Nutzer.

Kommunales Denkmalschutzkonzept für Kutzenberg präsentiert
Hier ist der Sitz der Verwaltung des Bezirksklinikums Obermain in Kutzenberg. Foto: Mario Deller

Einen Konfliktpunkt stellt das Haus 18, die 1910 errichtete „Direktorenvilla“ dar, deren Bausubstanz und Denkmaleigenschaft gerade im Innenbereich des Gebäudes laut einer ersten Studie zwar für deren Erhalt sprechen. Es gibt aber noch keine belastbare Grundlage hinsichtlich des Ob und Wie einer künftigen Nutzung darstellen.

Den wertvollen Gesamtcharakter des Klinikgeländes stärken

Die formulierten „Ziele und Leitlinien“ seien aber noch keine endgültigen Maßnahmen, betonte Ullrich. Es gelte, den wertvollen Gesamtcharakter Kutzenbergs durch Erhalt, Pflege und Nutzung der vorhandenen Baudenkmäler sowie der Parks und Freiflächen zu sichern, die Neubauten ins Orts- und Landschaftsbild zu integrieren sowie einen modernen und funktionalen Klinikstandort und attraktiven Wohnort in Kutzenberg zu entwickeln.

In puncto Neustrukturierung könnte sich der Planer vorstellen, die Kliniknutzung vornehmlich auf den Norden und Nordosten des Areals zu beschränken. Der zentrale Bereich Kutzenbergs böte sich an für einen Mix aus Krankenhausverwaltung, öffentlichen Einrichtungen und Wohnen mit Nutzung der historischen Pavillonbauten. Bis 2030 seien Zwischennutzungen denkbar. Im Südwesten Kutzenbergs könnte nach einem Rückbau von nicht mehr genutzten Klinikgebäuden aus den 1970er-Jahren ein neues Wohngebiet entstehen.

Kommunales Denkmalschutzkonzept für Kutzenberg präsentiert
Die Sanierung des Gutshofs in Kutzenberg und dessen Neunutzung durch den Fränkischen Theatersommer sind in künftige Konzepte einzubeziehen. Foto: Mario Deller

Die Erstellung des kommunalen Denkmalkonzepts Kutzenberg wurde zu 80 Prozent vom Landesamt für Denkmalpflege gefördert. Seit 2019 wurde daran gearbeitet. Die Planungshoheit obliegt dem Markt Ebensfeld.

Die Sache mit der Finanzierbarkeit

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Auch das genutzte Haus 13 prägt das „Gesicht“ Kutzenbergs. Foto: Mario Deller

Für die GeBO stehe der Punkt „Entwicklung eines modernen Klinikstandorts“ freilich an erster Stelle, unterstrich Roder, Geschäftsführer beim Bezirks Oberfranken. Denkmalschutz sei zwar wichtig – er sprach von Kompromissbereitschaft – aber man müsse auch schauen, was möglich und natürlich auch finanzierbar sei. Dr. Thomas Gunzelmann vom Landesamt für Denkmalpflege hielt dagegen: „Wir wollen die historische Bausubstanz so weit wie möglich erhalten“.

Möglich wäre, bezüglich der Neunutzung konkretisierende Machbarkeitsstudien in Auftrag zu geben. Beschlossen wurde in der Sitzung noch gar nichts. Bürgermeister Bernhard Storath (CSU): „Wir von der Gemeindeverwaltung und vom Gemeinderat werden uns nicht vorwerfen lassen können, dass wir etwas leichtfertig übergangen haben. Und wir haben jetzt den richtigen Weg eingeschlagen, davon bin ich überzeugt.“

Kommunales Denkmalschutzkonzept für Kutzenberg präsentiert
Wie soll die 1910 errichteten „Direktorenvilla“ (Haus 18) künftig genutzt werden? Das wird wohl erst bei einer Vertiefung der ersten Machbarkeitsstudie herausgearbeitet. Foto: Mario Deller

mde

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