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KLOSTER BANZ

Kloster Banz: Freundschaft mit Bistum Thiés erneuert

Kloster Banz: Freundschaft mit Bistum Thiés erneuert
Abbé Ambroise Tine, inzwischen Ruhestandsgeistlicher, ist nicht nur ein „Urgestein“ der Bistumspartnerschaft Bamberg-Thiés. Er war Hauptzelebrant beim Gottesdienst am Senegalsonntag. Foto: red

Kürzlich feierte der Banzgau das Kirchweihfest der Stiftskirche St. Petrus und St. Dionysius mit einem ergreifenden Festgottesdienst, gleichzeitig wurde auch der Senegalsonntag begangen. Dazu waren auch Pfarrer Abbé Ambroise Tine sowie die Incoming-Weltfreiwilligen Jeanne Maty und Vinent Ndione (aus der Diözese Thiés) und Vertreter des Maschinenringes aus dem Senegal in den Banzgau gekommen.

Senegalsonntag wird seit 14 Jahren begangen

Es war ein beeindruckender Tag mit einem bereichernden Austausch. Seit mittlerweile 14 Jahren pflegen das Erzbistum Bamberg und das Bistum Thiés alle Jahre diesen Senegalsonntag.

Kloster Banz: Freundschaft mit Bistum Thiés erneuert
Jeanne Maty und Vinent Ndione bereicherten den Gottesdienst mit Trommelbegleitung und Gesang. Foto: red

Thiés im westafrikanischen Senegal und das fränkische Erzbistum – größer könnten die Unterschiede kaum sein: muslimische Prägung, junge Kirche und materielle Armut auf der einen Seite; christliche Tradition, säkulares Umfeld und Wohlstandsgesellschaft auf der anderen.

Trotzdem verbindet beide Bistümer eine Partnerschaft auf Augenhöhe. Erste Begegnungen zwischen den katholischen Gläubigen liegen fast 70 Jahre zurück. Daraus sind dauerhafte Beziehungen, viele Projekte und 2007 die offizielle Partnerschaft entstanden.

Heute gibt es eine lebendige Jugendbegegnung. Kindergärten und Schulen beteiligen sich durch Solidaritätsaktionen. Senegalesische Priester kommen als Urlaubsvertretungen in das Erzbistum Bamberg. Das Land in Westafrika gilt als Vorbild für das friedliche Zusammenleben von Christen und Muslimen.

Nach dem Festgottesdienst ging es in die Kutscherhalle

In diesem Jahr wurde Kloster Banz als Gastgeber des Senegalsonntags mit einem entsprechenden Programm ausgewählt. Nach dem Festgottesdienst zog der liturgische Dienst mit allen Gästen von der Stiftskirche in einer Prozession zur naheliegenden „Kutscherhalle“.

In einem kurzen Filmbeitrag wurde dort den zahlreichen Besuchern das Bistum Thiés nähergebracht. In Thiés gibt es 55 000 Katholiken mit 25 Pfarreien und 83 Priestern, im Vergleich dazu zählt das Bamberger Erzbistum 700 000 Katholiken, 360 Pfarreien und 180 Geistliche. Geleitet wird die 1979 gegründete Diözese vom Bischof André Guéye, er ist erst der dritte Bischof dort.

Anschließend stellten sich in zwei Talkrunden verschiedene Personen den Fragen von Michael Kleiner, dem Referenten der Weltkirche im Erzbischöflichen Ordinariat, und so bekamen die Zuhörer und Zuhörerinnen einen Einblick in den Senegal.

Bericht vom Leben im Senegal

Seit September leben Jeanne Maty und Vinent Ndione in Bamberg. Beide erzählten von ihren ersten Eindrücken aus Franken sowie vom Leben im Senegal. Pfarrer Ambroise Tine ging auf das Christentum und den Islam im Senegal ein. Alois Berner aus Waischenfeld/Saugendorf (Landkreis Bayreuth) berichtete als Mitgründer von den Anfängen der Partnerschaft in Thiés. Über die katholischen Schulen und Kindergärten im Senegal gab Heide Lang einen Einblick.

„Weil der Staat sich nicht genügend um Bildung kümmert, errichten und fördern wir Schulen. Über 17 000 Mädchen und Jungen besuchen diese Einrichtungen. Wir bemühen uns um gute Lehrerinnen und Lehrer, intakte Schulgebäude und nicht zu große Klassen. Fast alle Schülerinnen und Schüler schaffen den Test für eine weiterführende Schule und die meisten für die Mittlere Reife und das Abitur“, erzählte Heide Lang.

Kloster Banz: Freundschaft mit Bistum Thiés erneuert
Nach dem Festgottesdienst zog der liturgische Dienst mit allen Gästen von der Stiftskirche in einer Prozession zur Kutscherhalle. Foto: red

Pierre Alfred Ndione vom Maschinenring aus dem Senegal und Lena-Maria Russ, Assistentin der Geschäftsführung vom Maschinenring Neuburg an der Donau, gingen auf die Entwicklungszusammenarbeit mit den Maschinenring ein. „In drei Jahren wurden 21 Maschinenringe im Senegal aufgebaut, von denen 3000 Mitgliederinnen und Mitglieder profitieren und so ihre Arbeits- und Lebensbedingungen im ländlichen Raum verbessern“, erklärte Lena-Maria Russ.

Fotoausstellung in der Krypta unter der Stiftskirche

In der Krypta unterhalb der Stiftskirche fand die afrikanische Fotoausstellung „Farben des Senegal“ statt. Die Ausstellung hatte die Vielfalt des senegalesischen Lebens in und um die Diözese Thiés eingefangen. Die Fotografin Dr. Ulrike Roppelt und der Fotograf Dr. Hendrik Bachmann zeichneten mit ihren Aufnahmen ein vielschichtiges Mosaik des Alltags der Menschen im Senegal.

Kloster Banz: Freundschaft mit Bistum Thiés erneuert
Die Vielfalt des senegalesischen Lebens in und um die Diözese Thiés zeigte die Fotoausstellung „Farben des Senegal“ in der Krypta. Foto: red

Doch zunächst fand am Sonntagvormittag der Gottesdienst zum Senegalsonntag und zur Kirchweih statt. Hauptzelebrant war Pfarrer i.R. Abbé Ambroise Tine, als Konzelebranten fungierten Pfarrvikar Christian Montag und Pfarrer i.R. Sebastian Palapparampil.

Musikalisch gestaltet wurde der Festgottesdienst von Jeanne Maty und Vinent Ndione mit Trommelbegleitung und Gesang sowie von Oliver Scharold an der Kirchenorgel.

Gottestdienst auf Youtube zu sehen

Dieser Gottesdienst konnte auch im Internet per Videoclip mitverfolgen werden. Der Stream ist auch weiterhin über den Youtube-Kanal des Seelsorgebereichs Frankenwald unter „Festgottesdienst zum Senegalsonntag des Erzbistums Bamberg in der Stiftskirche Banz“ verfügbar und kann hier angeschaut werden. (red)

 

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