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EBENSFELD

Kleine Löschmeister und Explosionen

Wasser marsch: Dem Feuer geht es an den Kragen. Foto: M. Drossel

Plötzlich Feuer in der Rinnigstraße. Die Flammen lodern teils zwei Meter hoch. Beherzt greift sich der fünfjährige Simon den neongelben D-Schlauch. Noch kurz eine Absprache mit Feuerwehrfrau Manu, dann drehen sie das Strahlrohr auf. Wasser marsch, Sprühstrahl – und nach vorne. Dem Feuer geht es an den Kragen.

Alexander Zahner demonstrierte den richtigen Umgang mit brennendem Fett in einer Pfanne – und warnte vor falschen Vorgehensweisen. Foto: M. Drossel

Beim Tag der offenen Tür der Freiwilligen Feuerwehr Ebensfeld wird den zahlreichen Gästen allerhand geboten. Beim Feuertrainer werden von Interessenten Brände gelöscht, mit den Kübelspritzen darf an anderer Stelle die Zielsicherheit unter Beweis gestellt werden. Beim „heißen Draht“ gilt es, eine ruhige Hand zu beweisen und mit einem Strahlrohr mit metallener Spitze rund ein aufgemaltes Feuerwehrauto zu umfahren. Wobei: Wer den Rand berührt, der löst eine Sirene aus. Und die findet nicht nur der eineinhalbjährige Iven besonders toll. Wer möchte, schnappt sich zwischendurch ein Tretauto im Feuerwehrdesign und dreht ein paar Runden über den Hof.

Hüpfburg und Schlauchkegeln in der Fahrzeughalle

„Heißer Draht“ nach Feuerwehr-Art: Da kann der einenhalbjährige Iven nicht widerstehen. Foto: M. Drossel

Nicht ganz einfach ist das Schlauchkegeln in der Fahrzeughalle: Manchmal war der fast ein wenig widerspenstig. Spaß aber machte es allemal. Und die Hüpfburg hatten die Ebensfelder wohlweislich gleich nebenan, ebenfalls im Trockenen, aufgebaut. So störten die kurzen Regenschauer, die immer wieder über den Festplatz zogen, nur wenig: Innen gab es so viel zu sehen und zu besichtigen. Die Umkleiden beispielsweise. Außerdem waren Kaffee und Kuchen ja auch nicht zu verachten.

Wasser marsch: Dem Feuer geht es an den Kragen. Foto: M. Drossel

Lange Schlangen bildeten sich am Löschgruppenfahrzeug LF20. Das neueste Prunkstück der Feuerwehr Ebensfeld, Baujahr 2020, wurde an diesem Tag erstmals im Detail der Öffentlichkeit vorgestellt. Die Kommandanten Michael Braun und Tobias Walter sowie die vielen anderen Feuerwehrleute beantworten gerne Fragen rund um ihre Fahrzeuge und die vielen technischen Gerätschaften. Wer wollte, der konnte gerne Platz nehmen, gerne auch im Hilfeleistungs-Löschgruppenfahrzeug gleich nebenan. Und die Drehleitermaschinisten sorgten dafür, dass sich kleine wie große Feuerwehrfreunde mehr als nur einmal die Hälse verrenkten, wenn sie die „30/1“ wieder einmal in luftige Höhen jagten.

Ein lauter Knall, dann ein Feuerball

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Kaum zu glauben, mit welcher Wucht eine handelsübliche Deospraydose im Feuer detoniert. Foto: M. Drossel

lötzlich ein lauter Knall. Ein Feuerball entfaltet sich neben dem Feuerwehrhaus. Die ringsum Stehenden zucken zusammen. Freilich, Kreisbrandmeister Christian Schilder hatte sie vorgewarnt, als er die handelsübliche Deospraydose ins Feuer gibt. Doch wie diese dann explodieren sollte, sorgte dennoch für Staunen. Kontrollierte Explosionen gibt es bei diesem Tag der offenen Tür so einige. Einer der Höhepunkte dann hinter dem Feuerwehrhaus, wohlweislich auf freiem Feld.

Kragen. Foto: M. Drossel

Der frühere 2. Kommandant Alexander Zahner erklärt wissenswertes rund um einen Fettbrand in der Küche: Wer einen Deckel zur Hand hat, möge diesen auf die Panne legen und so dem Feuer die Luft zum Brennen entziehen. Gut auch, wen ein Fettbrandspray neben dem Herd stehen hat. Keinesfalls aber sollte man in Panik geraten, so Zahner. Und auf gar keinen Fall Wasser in die Pfanne geben. Was dann passiert, erfuhren die kleinen wie großen Gäste hautnah: Die Stichflamme schoss etliche Meter hoch in den Sommerhimmel.

Das passiert, wenn man in brennendes Fett Wasser kippt. Foto: M. Drossel

Vorsitzender Thomas Brosig konnte zufrieden sein mit der Resonanz – und die Besucher wiederum waren glücklich mit dem kurzweiligen Angebot.

Abends wurde es dann fränkisch-frech

Kein Wunder, dass längst nicht nur Gäste aus dem Gemeindegebiet oder dem Landkreis Lichtenfels gekommen waren. Letztlich war es beste Werbung für das Ehrenamt Feuerwehr. Abends spielten dann noch die „Maascheißer“ fränkisch-frech auf. Ein gelungener Abschluss eines erlebnisreichen Tags.

Einmal Maschinist sein: Wer wollte, konnte auf den Fahrersitzen der Löschfahrzeuge Platz nehmen. Foto: M. Drossel
Beim Schlauchkegeln in der Fahrzeughalle. Foto: M. Drossel

Von Martina Drossel

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