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HORSDORF

Josef Grasser hat schon Touren zum Nebelhorn geführt

Josef Grasser hat schon Touren zum Nebelhorn geführt
Neben dem weißen Fahrradhelm liegt alles, was noch inden Rucksack muss: Wasserflasche, Proviant, Erste Hilfe-Box. Foto: Monika Schütz

Barrierefreie Spazierwege sind es nicht, auf denen Wanderführer Josef Grasser geht. Auch wenn das manche Kur- oder Urlaubsgäste vermuten, wenn sie in offenen Sandalen und in größter Hitze ohne Kopfbedeckung am Treffpunkt Stadtturm warten. „Der Treffpunkt ist jedesmal wie ?ne Wundetüte“, sagt der gebürtige Loffelder, der nach 35 Dienstjahren bei der Bundeswehr wieder in die Region gezogen ist.

Bis 2017 war er Berufssoldat im Allgäu und in Oberbayern. Er war für die Gebirgsausbildung von Reservisten und Soldaten zuständig und hat dabei viele Touren ins Gebirge geführt. Auch mehrtägige Touren waren dabei, mit Übernachtungen in Hütten. „In Coronazeiten nicht daran zu denken, viele Hütten haben geschlossen“, bedauert er. Denn Josef Grasser ist nicht nur in Bad Staffelstein als Wanderführer tätig, nach wie vor ist er Mitglied im Wanderverein Allgäu. Immer noch stehen Touren im Terminkalender des 57-Jährigen. Voriges Jahr hat er eine 18-köpfige Gruppe auf den Gipfel des Nebelhorns in 1787 Meter Höhe begleitet.

„A Wanderführer verläuft sich net - er kommt höchstens woanders raus.“
Josef Grasser, Wanderführer
Josef Grasser hat schon Touren zum Nebelhorn geführt
Fahrradcheck muss sein: Vor jeder Fahrt prüft Josef Grasserdie Bremsen und die Luft. Foto: Monika Schütz

Als Josef Grasser 2017 seinen Dienst als Soldat beendete, stand sein Entschluss bereits fest: „Wenn ich rausgeh aus dem aktiven Dienst, will ich das Wissen nicht versauern lassen.“ Er wird Wanderführer für Einheimische und Touristen, für Gruppen ab vier Personen. Anne Maria Schneider, die Leiterin des Kur und Tourismus Service Bad Staffelstein, wird auf ihn aufmerksam und ruft ihn an. „Ob ich mal aushelfen könnte, fragte sie. Ich war total überrascht“, erinnert er sich beim Interview im Garten seines Häuschens am Ortsrand von Horsdorf.

Dann sei er einfach mal mitgegangen bei Reinhold Müller, einem erfahrenem Wanderführer. „Um ein Gefühl zu bekommen.“ Er, der viele Jahre im Hochgebirge unterwegs war, erklärt jetzt Gästen und Einheimischen die Gegend und die Anhöhen rund um Bad Staffelstein. Während er gut vorbereitet zu seinen mehrstündigen oder den Tagestouren erscheint, seien manche Teilnehmer leider oft sehr sorglos. Kein Proviant dabei, kein Sonnenschutz, kein geeignetes Schuhwerk. Manchmal seien sie auch körperlich nicht fit genug, um Anstiege wie zum Staffelberg, durchs Löwental oder auf den Dornig zu bewältigen. „Das war eine Umstellung für mich“, berichtet er. „Wanderführer fängt da an, wo die Schilder aufhören“, sagt er Und deutet in seinen Rucksack: da sind eine Wasserflasche, leichter Proviant, eine kleine Erste-Hilfe-Box und Wechselwäsche verstaut. Und sein Handy, aktualisiert mit digitalen Wanderkarten, die sogar kleinste Wege zeigen. „A Wanderführer verläuft sich net – er kommt höchstens woanders raus“, scherzt er.

Mit dem Mountainbike über Stock und Stein

Und die braucht er auch, wenn er seinem neuesten Angebot nachgeht: dem Mountainbikefahren. „Da geht es über Stock und Stein – aber alles unter Berücksichtigung von Umwelt und Naturschutz!“ Die Routen für das Mountainbike fährt er zuvor ab, meist mit Ehefrau Carmen. Dabei merkt er sich die schönsten Ausblicke oder besonders reizvolle Stellen. Josef Grasser gibt Tipps, wo man ein Leihfahrrad herbekommt.

Josef Grasser hat schon Touren zum Nebelhorn geführt
osef Grasser zeigt es auf der Karte: Hier aufsNebelhorn hat er vor einem Jahr eine 18-köpfige Gruppe hinaufgeführt Foto: Monika Schütz

Und er hat immer noch neue Ideen: vielleicht mal eine kurze Wanderung in völliger Dunkelheit? Auch einmal die anderen Sinne trainieren? Oder ein Stück auf einem Barfuß-Terrain gehen? Mal schaun. Hinweisen möchte Josef Grasser darauf, dass Wandern und Radeln auch unter der Woche möglich sind, denn Kurgäste ja nicht nur am Wochenende da.

Auch wer als Kurgast spontan mitfahren möchte, kann das gerne tun, anmelden muss er sich aber. Das sei vor Corona nicht notwendig gewesen, jetzt aber wegen der Datenerhebung erforderlich.

Die Anmeldung erfolge am besten frühzeitig beim Kur und Tourismus Service unter Tel. (09573) 33120. Auch Josef Grasser gibt Auskunft unter Tel. 0171 22 59 352.

 

Von Monika Schütz

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