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EBENSFELD

ISEK in Ebensfeld: Am Ende entscheidet die Haushaltslage

ISEK in Ebensfeld: Am Ende entscheidet die Haushaltslage
Der neue Eigentümer "Fränkischer Theatersommer" hat schondetaillierte Pläne mit dem ehemaligen Gut (im Hintergrund eines derrenovierungsbedürftigen Gebäude). Und der Markt Ebensfeld hat dieeinmalige Chance auf ein eigenes Theater. Foto: Monika Schütz

Der Markt Ebensfeld erarbeitet aktuell gemeinsam mit den Planungsbüros Franke+Messmer sowie GEO-Plan ein Integriertes Städtebauliches Entwicklungskonzept (ISEK). In diesem Rahmen werden vielfältige Themen der Marktgemeinde beleuchtet und in Zusammenhang gebracht, um Ziele, Strategien und Maßnahmen für die nächsten zehn bis 15 Jahre zu entwickeln.

Bei der Auftaktveranstaltung im Juli und auch online konnten die Ebensfelder schon ihre Anregungen und Vorschläge nennen beziehungsweise sich zu Problemsituationen äußern oder diese gar erst benennen.

Anfang Oktober erfolgte dann ein erster Planungsspaziergang, der vor allem die am meisten genannte Situation in der Hauptstraße hinsichtlich Verkehr und Parken unter die Lupe nahm. Die Beteiligung der Bürger und Bürgerinnen war damals sehr gering.

Diesmal bessere Beteiligung der Bürger und Bürgerinnen

ISEK in Ebensfeld: Am Ende entscheidet die Haushaltslage
Ausgangspunkt der Begehung war die als Geh- und Radweg sowie Parkplatz genutzte ehemalige Straße nach Kutzenberg. Foto: Monika Schütz

Nun erfolgte ein zweiter Planungsspaziergang: Ausgangspunkt war die jetzt als Parkplatz sowie Geh- und Radweg genutzte frühere Straße nach Kutzenberg. Den mit altem Baumbestand wunderschön eingewachsenen Weg schätzen Einheimische und Gäste gleichermaßen. Bei der Begehung, zu der sich diesmal einige Bürger und Bürgerinnen mehr eingefunden hatten, kam es immer wieder zu freundlichen Begegnungen mit Wanderern oder Besuchern und Patienten des nahe gelegen Klinikums.

Kutzenberg steht deshalb auf der Liste der ISEK, weil – wie Städteplaner Jörg Franke erläuterte – der „Fränkische Theatersommer“ den Gutshof sozusagen bekommen hatte. Diese Fragen stellten sich unter anderem: Welche Möglichkeiten habe ich, um Kutzenberg und Ebensfeld stärker zu entwickeln? Welche Wegeverbindung gibt es?

Was der Städteplaner noch nicht verinnerlicht hatte, war die Tatsache, dass wegen des Straßenneubaus auch der Anknüpfungspunkt für den Geh-und Radweg neu gestaltet werden würde, so wie auch der Weg insgesamt etwas verlagert werden soll. Dabei bliebe der Baumbestand mit mindestens 120 Jahre alten Linden natürlich erhalten, so Bürgermeister Bernhard Storath auf Nachfrage.

Zebrastreifen soll verlegt werden

ISEK in Ebensfeld: Am Ende entscheidet die Haushaltslage
Der Geh-und Radweg verläuft aktuell rechts des Baumbestands. Der neue Verlauf soll links davon sein. Im Moment wächst hier noch grüne Wiese. Die Bäume bleiben erhalten. Foto: Monika Schütz

Der weitere Weg führte die Planer, die Mitglieder des Gemeinderates sowie die anderen Teilnehmer und Teilnehmerinnen den Berg hoch in Richtung Klinikum. Der Zebrastreifen, der interessanterweise mitten in einer Straßenkurve aufgepinselt ist, soll etwas nach unten verlegt werden, so dass eine überquerende Person besser wahrgenommen werden kann. Storath erklärte die Maßnahmen: „Viele Ebensfelder sind rauf ins Kutzenberger Café. Wer einen Geh- und Radweg benutzt, will auch ein Ziel haben.“

Dass das Café wegen Corona schließen musste und seitdem auch weder Ausstellungen oder Konzerte und Vernissagen abgehalten wurden, stimmte eine Dame sehr traurig. Doch da könne auch ISEK wenig bewirken, ebenso wenig wie bei den nächsten angesprochenen Punkten. Da befand sich die Gruppe schon mitten auf dem Gelände des Bezirksklinikums. Etliche Wohnhäuser und Gebäude stehen bereits leer, werden wohl auch abgerissen oder einfach leer stehen gelassen. Das sei eine Entscheidung des Besitzers, des Bezirks, klärte Bürgermeister Storath auf, auch wenn sich die Gemeinde darüber den Kopf zerbrechen könnte.

„Die Ebensfelder haben jetzt ein Theater, das haben wir so noch nie gehabt.“
Bernhard Storath, Bürgermeister

Peter Schmauser vermisste einen Offiziellen. „Wo sind denn die Vertreter des Bezirks heute?“, wollte er wissen. Eingeladen wären sie wohl gewesen. Eva Gill, Standortleiterin des Bezirksklinikums Obermain, habe kurzfristig abgesagt, erfuhren die Teilnehmer vom Bürgermeister.

ISEK in Ebensfeld: Am Ende entscheidet die Haushaltslage
Einer der Zugänge zum ehemaligen Gut führt noch immer in Teilstrecken über das Gelände des Bezirksklinikums. Foto: Monika Schütz

Vorbei an vielen denkmalgeschützten Gebäuden lief die Gruppe zum Gelände des ehemaligen Gutshofes. „Der Bezirk hat es dem Theatersommer geschenkt“, informierte Bernhard Storath. Auch Zahlen nannte er: Bund, Bezirk und Gemeinde tragen je einen Anteil von 150 000 Euro, verteilt auf drei Jahre, um die Renovierungen und Sanierungen voran zu bringen. „Die Ebensfelder haben jetzt ein Theater, das haben wir so noch nie gehabt“, freute er sich. Hier sei nicht nur das Winterquartier der Schauspieler geplant, sondern auch eine Ideenschmiede. Das Gelände ist laut Gemeindeoberhaupt vollständig erschlossen. Unter anderem sei ein Parkplatz für Theaterbesucher nötig, auch werde über eine Zufahrt nachgedacht, die nicht mehr über das Klinikgelände führt.

Der bereits bestehende Flurweg, der nahe der Biogas-Anlage auf die Straße nach Unterleiterbach führt, würde sich geradezu anbieten. Die zweite Zufahrt wäre nach wie vor der Abzweig auf der Ortsverbindungsstraße nach Prächting. „Wir machen die Planungen, aber am Ende des Tages wird der Gemeinderat nach Haushaltslage entscheiden“, gab Jörg Franke Auskunft zur Machbarkeit. Außderdem betonte er, dass als Sanierungsgebiet von ISEK der Kernort Ebensfeld festgesetzt worden sei: Kutzenberg sei kein eigener Ortsteil. Es ist sozusagen eine Ebensfelder „Straße mit Hausnummern“.

Von Monika Schütz

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