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BAD STAFFELSTEIN

In Stadtratssitzung Feuerwehr-Ehrenzeichen verliehen

Sie leben und arbeiten seit 25 Jahren getreu dem Motto „Gott zur Ehr‘, dem Nächsten zur Wehr“. Dafür erhielten sie nun das Feuerwehr-Ehrenzeichen in Silber. Foto: Markus Drossel

Wenn Pager oder Sirene auslösen, stehen sie bereit, zu jeder Tages- und Nachtzeit und bei jeder Witterung: Feuerwehrmänner und -frauen riskieren ehrenamtlich ihre eigene Gesundheit, um in Not Geratenen zu helfen. Im Mittelpunkt der jüngsten Stadtratssitzungen standen Kameradinnen und Kameraden, die bereits seit 25 oder gar 40 Jahren „Gott zur Ehr‘, dem Nächsten zur Wehr“ eilen.

Seit vier Jahrzehnten versehen sie ehrenamtlich ihren Feuerwehrdienst. Dazu gratulieren (li.) Kreisbrandinspektor Siegfried Hammrich sowie das Bad Staffelsteiner Bürgermeister-Team um Mario Schönwald (2. v. re.). Foto: Markus Drossel

Bürgermeister Mario Schönwald, selbst ein aktiver Feuerwehrmann, würdigte die langjährige Treue zu den Feuerwehren und die Bereitschaft, sich für die Orte und deren Bevölkerung einzusetzen. Kreisbrandinspektor Siegfried Hammrich überbrachte die Glückwünsche von Kreisbrandrat Timm Vogler und Kreisbrandmeister Marko Fischer und betonte, dass die bayerischen Feuerwehr-Ehrenzeichen, verliehen von Innenminister Joachim Herrmann, etwas ganz besonderes seien: Die Geehrten hätten 25 beziehungsweise 40 Jahre im Zeichen der Sicherheit und des bürgerschaftlichen Miteinanders geleistet. Und das auch in Zeiten, wie sie schwieriger kaum hätten sein können – vor allem in den vergangen 32 Monaten, in denen die Corona-Pandemie das Leben kräftig durcheinanderwirbelte.

Keine der Feuerwehren ist pandemiebedingt ausgefallen

„Sie brachte uns an den Rand des Leistbaren und kostete viel Kraft. Erfreulicherweise hat ist keine unserer Feuerwehren in der langen Zeit pandemiebedingt ausgefallen“, so Hammrich. „Dies ist nicht zuletzt auch ein Beleg für verantwortungsvolles, vorbildliches und umsichtiges Verhalten der gesamten Feuerwehrfamilie.“ Zusätzlich zu Corona bestehe nun dank des Angriffskriegs auf die Ukraine und den zunehmenden Preisanstiege die große Gefahr von Unruhen in Deutschland, einem der reichsten Länder der Welt.

Für eine effektive Bewältigung von Krisen unersetzlich

Es gelte, den Einsatzdienst aufrecht zu erhalten, ohne die Gesundheit der Feuerwehrleute zu gefährden. Vor den 3600 Feuerwehrdienstleistenden im Landkreis stünden weiterhin große Herausforderungen, so der KBI. Ihnen allen gebühre großer Dank für ihren Einsatz. „Die gelebte Mitverantwortung des Einzelnen für seine Nächsten ist die Stärke unseres ehrenamtlichen Engagements als Feuerwehrleute“, betonte Hammrich. „Für eine effektive Krisenbewältigung brauchen wie heute und auch in Zukunft motivierte Einsatzkräfte in guter Stärke, mit einer fundierten Ausbildung, mit guter Ausstattung und vor allem mit der Leidenschaft und dem Engagement für unser Tun. Diese Bereitschaft, sich ehrenamtlich einzubringen, ist einer der Eckpfeiler unseres gesellschaftlichen Zusammenlebens.“ Gemeinsam mit Bürgermeister Schönwald und dem städtischen Sachbearbeiter Matthias Pospischil überreichte KBI Hammrich die staatlichen Feuerwehr-Ehrenzeichen in Silber und Gold. Von den Stadträten gab es Applaus als Dankeschön. Bereits am 7. Juli hatte es einen ersten Ehrungsabend gegeben.

Ein Kreisverkehrsplatz an der Unterzettlitzer Straße?

Unter „Sonstiges“ stellte die CSU-Fraktion gleich zwei Anträge an die Verwaltung '– sehr zum Unmut von Freie-Wähler-Fraktionschef Winfried Ernst, der das Vorgehen als unüblich empfand. Zunächst war es Walter Mackert, der namens der Christsozialen und der Jungen Bürger einen Kreisverkehrsplatz an der Kreuzung Unterzettlitzer Straße/Äußerer Frankenring ins Gespräch brachte. Hier hätten sich schon mehrere teils schwere Unfälle mit Verletzten und gar Toten ereignet.

Im Baugebiet Reundorfer Straße in Schönbrunn geht es voran. Foto: M. Drossel

Ein Kreisel könnte mehr Verkehrssicherheit bringen, die Verwaltung solle die rechtlichen und baulichen Voraussetzungen prüfen. Danach ging CSU-Fraktionsvorsitzender Jürgen Hagel auf die Nordost-Spange ein: Im Stadtrat seien die Meinungen konträr, es gehe seit Monaten nichts voran, weshalb es in 2023 einen Bürgerentscheid geben sollte. Diesbezüglich habe die CSU ein Ratsbegehren beantragt.

Werner Freitag (Grüne/SBUN) und ergänzend Sabine Scheer (CSU) wiesen auf gefährliche Stellen an der fast fertigen Bahnhofstraße hin: Höhe Einmündung Adam-Riese-Straße und im Bereich der St-Anna-Straße sollte man Querungshilfen errichten, da die Stellen vor allem für Schulkinder problematisch seien. Stadtbaumeister Andreas Ender sagte, dass die Bahnhofstraße wohl eh auf Tempo 30 limitiert werde und dass die Entscheidung bei den Fachbehörden liege, aber dass man die Eingaben gerne bei den nächsten Verkehrsschauen prüfen werde.

Ehrungen

25 Jahre aktiver Feuerwehrdienst: Tobias Dusold, Jürgen Schmitt (beide Freiwillige Feuerwehr Schwabthal), Christine Lorenz, Roland Schnapp (beide FF Unterzettlitz), Michael Lunz (FF Frauendorf), Daniel Wagner (FF Unnersdorf), Kunigunda Wohnig (FF Wiesen).

40 Jahre aktiver Feuerwehrdienst: Franz Dumsky, Bruno Schell, Peter Schober (alle Freiwillige Feuerwehr Wiesen), Karl-Heinz Gründel, Nikolaus Gunzelmann, Hubert Helmuth, Wolfgang Lilie (jeweils FF Schwabthal), Gerhard Müller (FF Stublang).

Im Stadtrat kurz notiert

• Der Haushalt für den Zweckverband Kindergarten Schönbrunn steht, ist vom Landratsamt bereits genehmigt und hat nun auch die einmütige Zustimmung des Stadtrats. Aus der Stadt Bad Staffelstein gehen 34 (2021: 38) Kinder in den Kindergarten Schönbrunn. 23 Kinder sind es aus dem Stadtgebiet Lichtenfels.

Der Maintal-Kindergarten in Schönbrunn. Foto: Markus Drossel

Der Haushalt 2022 schließt im Verwaltungshaushalt in den Einnahmen und Ausgaben mit 661.300 Euro (2021: 587.400) und im Vermögenshaushalt mit 76.400 Euro (2021: 38.000 Euro) ab. Eine Neuerung ist die Einrichtung einer provisorischen Krippengruppe, die bauliche, organisatorische und personelle Veränderungen mit sich bringt. Die Verwaltungsumlage beträgt pro Kind 1.100 Euro, wie im Vorjahr. Eine Investitionsumlage wird nicht erhoben. Der Zweckverband ist schuldenfrei. Der Zweckverband verfügt über Rücklagen von 131.000 Euro, die bis 2025 abgeschmolzen werden.

• Da ein Brutpaar Feldlerchen im Bereich des bereits entstehenden Wohngebiets „Reundorfer Straße“ in Schönbrunn entdeckt wurde, bedarf es laut Unterer Naturschutzbehörde so genannter Lerchenfenster, also letztlich Flugschneisen für die am Boden brütenden Vögel. Dementsprechend wurde der Beschluss des Stadtrats vom 15. Februar ergänzt. Der Investor hat dies bereit zugesichert.

• Nikolaus Weiß und Simon Hammrich bilden das Führungsduo der Feuerwehr Püchitz. Der Stadtrat bestätigte die Kommandanten einstimmig.

Meinung: Endlich mal die Bürger fragen
 Es mag nur eine Rand-Notiz im Stadtrat gewesen sein, ein Statement, das nur wenige Minuten dauerte – und dennoch war es eine Aussage mit hoher Signalwirkung: Die CSU-Fraktion um Jürgen

Meinung: Endlich mal die Bürger fragen
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Hagel möchte in Sachen Nordost-Spange endlich Klarheit haben und fordert diesbezüglich ein Ratsbegehren, also einen vom Stadtrat initiierten Entscheid der Bürgerinnen und Bürger. Das Projekt, das der Verkehr aus der Kernstadt fernhalten könnte (aber darüber streiten sich die Geister), ist seit vielen Jahren ein Zankapfel. Braucht es das überhaupt? Bringt es den gewünschten Effekt? Und, wenn nein, was könnten die Alternativen sein? – Auf diese Fragen gibt es keine allgemeingültigen Antworten, nur verschiedene Denkansätze. Und so ist es folgerichtig, aber auch längst überfällig, die Vorgesetzten aller Stadträte und der Bürgermeisters nach ihrer Meinung zu fragen: die Bürgerinnen und Bürger selbst. Markus Drossel

 

Von Markus Drossel

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