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MESSENFELD

Immer weniger Schleiereulen im Landkreis Lichtenfels

Immer weniger Schleiereulen im Landkreis Lichtenfels
Bei Bernhard Brückner (re.) aus Messenfeld ist die Schleiereule seit mindestens 27 Jahren zu Hause. Zur Verbesserung der Brutmöglichkeiten wurde dort ein zweiter Nistkasten angebracht, auch zur Freude von Jan Ebert von der AG Eulenschutz des LBV. Foto: Marion Damm

Die Kreisgruppe Lichtenfels des Landesbundes für Vogelschutz (LBV) betreut bereits seit 1993 über 100 Nistkästen für die Schleiereulen im Landkreis. Bei der Kontrolle im Sommer dieses Jahres konnten allerdings nur noch drei erfolgreiche Bruten festgestellt werden, die alle im Raum Ebensfeld und Bad Staffelstein stattfanden. Einer der zuverlässigsten Plätze war bislang das Anwesen von Bernhard Brückner aus Messenfeld. Selbst in schlechten Mäusejahren zogen die Schleiereulen bei ihm fast immer Junge groß, doch 2019 und 2020 blieb auch dort der Nachwuchs aus.

Inzwischen ist der Turmfalke in den Nistkasten eingezogen – ein Phänomen, das auch aus anderen Orten mit Schleiereulen-Nistkästen bekannt ist. Ob der Turmfalke aber für das Verschwinden der Schleiereule verantwortlich ist, bleibt unklar und ist eher unwahrscheinlich, denn normalerweise arrangieren sich beide Arten auch bei Konkurrenz um den Brutplatz.

„Im Landkreis Lichtenfels ist der Bestand dieser faszinierenden Eulenart leider auf eine Handvoll Paare zusammengeschrumpft.“
Jan Ebert, AG Eulenschutz des LBV

Um eventuelle Streitigkeiten zwischen den beiden Arten jedoch auszuschließen, brachte der LBV sicherheitshalber einen zweiten Nistkasten bei Bernhard Brückner an, denn auch ihm liegen die Schleiereulen, die seit mindestens 27 Jahren auf seinem Anwesen leben, sehr am Herzen.

„Früher waren Schleiereulen häufige Untermieter in landwirtschaftlichen Gebäuden, wo sie sich vor allem im Winter in den Kornspeichern von Mäusen ernährten. Wer heute noch Schleiereulen als Mitbewohner hat, kann sich glücklich schätzen, denn im Landkreis Lichtenfels ist der Bestand dieser faszinierenden Eulenart leider auf eine Handvoll Paare zusammengeschrumpft“, so Jan Ebert von der AG Eulenschutz des LBV.

„In den 1970-er und 1980-er Jahren war vor allem der Brutplatzmangel für den starken Rückgang der Schleiereulen verantwortlich. Dieser Missstand wurde durch das bundesweite Anbringen von Nistkästen behoben, wodurch sich der Bestand in der Folgezeit merklich erholen konnte“, ergänzt Marion Damm, Vorsitzende der Lichtenfelser LBV-Kreisgruppe.

Deutliche Abnahme der Zahl der Brutpaare ab 2009

Doch ab etwa 2009 nahm die Zahl der Brutpaare wieder deutlich ab. Die Ursachen sind vor allem fehlende Jagdgebiete in Form von Dauergrünland mit kurzer Vegetationsschicht sowie Saumstrukturen. Auch der Straßenverkehr ist für viele Verluste verantwortlich.

Der LBV appelliert an alle Bürger, Beobachtungen oder Gewöllefunde an die AG Eulenschutz unter Tel. (09571) 739346 oder per E-Mail unter eulenschutz.lbv-lif@gmx.de zu melden. Interessant sind für den LBV vor allem Hinweise aus dem nördlichen und nordöstlichen, aber auch aus dem restlichen Landkreis Lichtenfels. (red)

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